Kevin Russell

08. März 2011 15:00; Akt: 08.03.2011 15:07 Print

Koks, Karambolage, Knast

Gute Onkelz kommen in den Himmel, böse ins Gefängnis - der Bundesgerichtshof bestätigt das Urteil wegen Körperverletzung und Unfallflucht gegen Sänger Kevin Russell.

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Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell musste sich am 24. September 2010 wegen eines Fahrerflucht-Delikts vor Gericht verantworten.

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Der ehemalige Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell muss ins Gefängnis. Das Urteil wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht sei rechtskräftig, teilte das Frankfurter Landgericht am 7. März mit. Der Bundesgerichtshof habe die Revision des Angeklagten als unbegründet verworfen. Die Unfallopfer hätten ihre Berufung zurückgezogen. Das Landgericht hatte den Musiker am 4. Oktober 2010 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Mit 232 Stundenkilometer und Kokain im Blut auf der Autobahn

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Russell am Silvesterabend 2009 unter dem Einfluss von Kokain und einem starken Beruhigungsmittel auf der A 66 in Richtung Frankfurt trotz Dunkelheit und regennasser Fahrbahn mit stark überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Als er einen mit zwei jungen Männern besetzten Kleinwagen rammte, wies der Bordcomputer des Sportwagens 232 Stundenkilometer aus. Dabei geriet der Kleinwagen in Brand, andere Autofahrer zogen die beiden schwer verletzten Opfer aus dem brennenden Fahrzeug, während der Unfallverursacher zu Fuss flüchtete.

Der ehemaligen Böhse-Onkelz-Sänger beteuerte, den Unfallwagen nicht gesteuert zu haben. Er hatte den Ermittlern zunächst einen Bekannten als vermeintlichen Unfallfahrer präsentiert. Doch mit Blick auf die DNA-Spuren am Airbag des Autos sah es die Kammer als zweifelsfrei erwiesen an, dass Kevin Russell den folgenschweren Unfall verursacht hatte.

Haft «frühestens im April»

Wann Russell seine Haftstrafe antritt, ist derzeit noch unklar. Der Haftantritt werde wegen zahlreicher Formalien im Schriftverkehr «frühestens im April» erfolgen, sagte eine Sprecherin der zuständigen Frankfurter Staatsanwaltschaft.

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(mor/ap)