«Schicksal», «Tod», «Wahnsinn»

03. August 2018 09:57; Akt: 03.08.2018 10:39 Print

Zombie Boys rätselhafter letzter Insta-Post

Tattoo-Model Rick Genest alias Zombie Boy ist tot. Auf seinem Instagram-Account prangt als letzter Post ein düsteres Gedicht, das er verfasst hat.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Mittwoch, 1. August, ist «Zombie Boy» verstorben. Das kanadische Tattoo-Model wäre in vier Tagen 33 Jahre alt geworden.

Auf seinem offiziellen Instagram-Account wurde kurz nach seinem Tod noch eine Mitteilung gepostet: Das Bild zeigt einen weissen, verschwommenen Kreis vor schwarzem Hintergrund. Daneben steht ein Gedicht, das den Titel «The Well» (auf Deutsch: «Der Brunnen») trägt und offenbar von Genest selbst verfasst wurde.

Das Gedicht zu übersetzen ist schwer, doch der Tonfall und die Wortwahl sind eindeutig: «Schneiden», «Schicksal», «Tod», «Wahnsinn» kommen darin vor. Gezeichnet ist es mit Zombie Boy. Wer den Post für ihn abgesetzt hat, ist unklar.

Das Foto ist wohl eine Referenz ans Filmplakat des Horrorklassikers «The Ring». Im Film findet man irgendwann heraus, dass der Ring das spärliche Licht ist, das durch den Deckel ins Innere eines geschlossenen Brunnens («The Well») schimmert. Wer das Video mit dem Ring sieht, stirbt nach sieben Tagen – entsprechend wurde der Film mit der Tagline «Before you die, you see The Ring» vermarktet.

«Es passt zu mir und meiner Reise»

Beim Kanadier wurde im Alter von 15 Jahren ein Hirntumor diagnostiziert, seine Überlebenschancen wurden als gering eingestuft. Die Operation verlief gut. Doch danach habe er gewusst: «Das Leben ist zu kurz, um meine Träume von Tattoos und Body Modification nicht umzusetzen», sagte er zu Themirror.co.uk.

Mit 16 liess er sich das erste Tattoo stechen, mit 19 war bereits ein Grossteil seines Körpers tätowiert. Seine Faszination fürs Makabre und Düstere habe sich aus der Krebsdiagnose heraus entwickelt, schreibt Themirror.co.uk. «Ich bin süchtig geworden nach Tattoos. Jetzt bin ich komplett tätowiert, im Gesicht habe ich einen Schädel und ein Zombie-Hirn. Es passt perfekt zu mir und meiner Reise.»

2011 lief er bei Thierry Mugler das erste Mal über einen Laufsteg. Er holte sich weitere Prestige-Jobs, modelte für «GQ» und «Vogue» und posierte auch mit Heidi Klum. Neben dem Modeln machte er auch bei vereinzelten Filmprodukionen mit, etwa im Martial-Arts-Film «47 Ronin» mit Keanu Reaves. Genest war auch als Musiker tätig, sein Genre: Punk.

#tbt to striking a pose with the one and only @heidiklum #zombieboy #zombieboyofficial

Ein Beitrag geteilt von Zombie Boy (@zombieboyofficial) am

Sein erstes Motiv war ein Totenkopf und zwei gekreuzte Knochen auf dem Schulterblatt. Genest hält zwei Tattoo-Weltrekorde: Mit 176 Sujets hat er die meisten Insekten-Tattoos und die meisten Knochen-Tattoos.

(fim)