Er wünschte es so

20. Februar 2019 17:53; Akt: 20.02.2019 17:53 Print

Lagerfeld wird ohne Zeremonie eingeäschert

Karl Lagerfeld äusserte sich bereits im April 2018 zu seiner Beisetzung: Er wollte bei seiner Mutter und seiner Katze ruhen.

Bildstrecke im Grossformat »
Der verstorbene Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist eine Ikone der Popkultur – die über seinen Tod hinaus bestehen bleiben wird. Sein Image pflegte er zeitlebens in öffentlichen Auftritten und Interviews mit grosser Disziplin. Im Laufe seiner 50-jährigen Modekarriere sind einige Eigenheiten über Lagerfeld ans Licht gekommen. So besass Kulturliebhaber Lagerfeld über , auf denen er seine liebste Musik nach Genres und Interpreten geordnet hatte. Karl Lagerfeld las gern und viel. Er baute sich eine monströse angehäuft habe. «Das ist viel für eine Einzelperson.» Wenn er auf Reisen war, hatte er immer ein dunkelblaues in Norddeutschland und war mit einer Lokomotive und einem Gute-Reise-Schriftzug bestickt. Wenn er fliegen musste, war er übrigens standesgemäss mit dem Privatjet unterwegs. Lagerfeld – hier in seinem Atelier in Paris 1988 – zeichnete alle seine Entwürfe selbst. Die meisten Ideen seien ihm – wegen des Glanzes und der Struktur. Aber auch mit dicken schwarzen Edding-Stiften war er gern zugange. Lagerfeld legte viel Wert auf sein äusseres Erscheinungsbild. Um seine Haut zu schonen, . «Ich gehe nicht mehr in die Sonne. Schon seit Ewigkeiten nicht mehr», gab er vor Jahren zu Protokoll. Seine Haut machte auch tatsächlich bis ins Alter einen guten Eindruck (das Bild ist von 2012, da war er 79). Wenn er in St. Tropez in den VIP-Club 55 wollte, kam der Modezar aber nicht um ein paar Sonnenstrahlen rum. Seinen Stil gestaltete er mit vielen Merkmalen: So trug er fast immer fingerlose . Ebenfalls unabkömmlich in Lagerfelds Look: Die gestärkten weissen besessen haben. Hauptsächlich weisse. Vor dem Chanel-Hauptsitz in Paris haben gestern Fans weisse Rosen niedergelegt. Sie gedenken damit der Modeikone.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mode-Ikone Karl Lagerfeld wird ohne Zeremonie eingeäschert. «Seine Wünsche werden respektiert», sagte ein Sprecher des Modehauses Chanel am Mittwoch gegenüber der AFP. Der «Modezar», der einmal das Bonmot prägte, lieber sterben zu wollen, als beerdigt zu werden, hatte wiederholt den Wunsch geäussert, eingeäschert zu werden.

Bereits im April 2018 sagte er: «Ich habe darum gebeten, verbrannt zu werden. Meine Asche soll mit der meiner Mutter und jener von Choupette (seiner geliebten Katze, Anmerkung der Redaktion), sollte sie denn vor mir sterben, verstreut werden.» Zudem solle seine Asche jener von Jacques de Bascher hinzugefügt werden, wie die franzsösische Zeitung «Le Monde» berichtet. De Bascher war bis zu seinem Aids-Tod im Jahr 1989 Lagerfelds Lebensgefährte.

Asche an geheimem Ort

Die Asche der Verstorbenen ist an einem «geheim gehaltenen Ort», hatte Lagerfeld der Biografin de Baschers anvertraut. «Eines Tages wird man meine hinzufügen.» Die Biografie Jacques de Bascher – «Dandy de l'ombre» – erschien 2017.

Genauere Angaben zur Beisetzung wollte die Quelle von Chanel nicht machen. Fast vier Jahrzehnte hatte der am Dienstag verstorbene 85-Jährige für das Label gewirkt.

(afp)