Benetton-Model

29. Dezember 2010 14:00; Akt: 29.12.2010 17:33 Print

Magersuchts-Ikone hat sich zu Tode gehungert

14 Jahre lang kämpfte Isabelle Caro gegen die Magersucht und sich selbst. Jetzt verlor sie den Kampf – und starb im Alter von 28 Jahren an den Folgen ihrer Krankheit.

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2007 machte eine Kampagne für Benetton Isabelle Caro weltberühmt: Riesige Plakate säumten die Strassen von Paris bis Mailand. Darauf ihr ausgemergelter Körper und Augen, die aus tiefen Höhlen traurig in die Welt blicken. Im Alter von 13 Jahren erkrankte die Französin an Magersucht, später schlug sie Kapital aus ihrer Essstörung. Am 17. November 2010 starb das einstige Glamour-Model der Magersuchts-Szene im Alter von 28 Jahren. Einsam und im Abseits. Ihr geschundener Körper erholte sich nicht mehr von einer Lungenerkrankung.

Zeitlebens bettelte Caro um Aufmerksamkeit, schrie nach Unterstützung. Doch leise schlich sich der Tod in ihr Leben. Sie hungerte, verlor Kilo um Kilo – und der Tod kam näher. Bis sie vor einem Jahr noch knapp 31 Kilo bei 1.64 Meter Körpergrösse wog. Für Caro jedoch war die Magersucht sowohl Fluch als auch Segen. Denn erst durch eine Kampagne, fotografiert von Oliviero Toscani, erlangte sie den Ruhm, nach dem sie sich sehnte. Ihre Magersucht war ihr Kapital. Sie hielt Vorträge, bekam Model-Aufträge, schrieb ein Buch über ihre Leiden – ohne Magersucht kein Erfolg. Ein Teufelskreis.

Nur das Sterben blieb bei Caro privat. Sie schied im engsten Familienkreis aus dem Leben. Erst vier Tage später verkündeten Freunde via Facebook ihren Tod. «Sie kam vor 15 Tagen ins Krankenhaus. Zum Schluss war sie sehr müde», bestätigt Vincent Bigler, ein Freund der Verstorbenen, gegenüber «20minutes» den Tod von Caro.

(bbe)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marion am 31.12.2010 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Die Model-Agenturen tragen die Schuld

    Schafft entliche diese Klapper-/Skelet-Gestalten ab - dies hat mit der Modewelt wirklich nicht's mehr am Hut.

  • sili am 30.12.2010 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Tragisch das man mit einer so schweren und tödlichen Krankheit zu Ruhm kommt.

  • Ken am 05.01.2011 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Barbie-Puppe und Magersucht

    Untersucht man das Phänomen Magersucht geschichtlich, so stellt man fest, dass mit der Barbie-Puppe 1959 das Zeitalter der Magersucht erst richtig anfing. Also schmeisst die Puppen aus dem Kinderzimmer, oder noch besser kauft sie erst gar nicht für eure Kinder!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ken am 05.01.2011 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Barbie-Puppe und Magersucht

    Untersucht man das Phänomen Magersucht geschichtlich, so stellt man fest, dass mit der Barbie-Puppe 1959 das Zeitalter der Magersucht erst richtig anfing. Also schmeisst die Puppen aus dem Kinderzimmer, oder noch besser kauft sie erst gar nicht für eure Kinder!

    • Jessica H. am 17.11.2011 13:43 Report Diesen Beitrag melden

      Selbstvertrauen und Erziehung

      Ich denke es hat weniger mit den Puppen zu tun, sondern mehr mit der Erziehungsweise der Eltern und dem umgang mit Medien. Ich bin selbst mit unzähligen Barbie-Puppen aufgewachsen und trotzdem ist aus mir keine Magersüchtige, geschweige denn ein konsumsüchtiges Modeopfer geworden. In erster Linie sollten Eltern die Verantwortung für die Entwicklung ihrer Kinder übernehmen können, und diese mit Liebe, Stolz und Vertrauen erziehen. Eure Kinder wollen gehört und umarmt werden, und nicht in einer neuen 800 Franken Lacoste Jacke emotional erfrieren.

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  • Levit Petrowski am 02.01.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Eltern, Umfeld und Verwandte

    schriebt doch lieber mal wieso ein Mensch derart zu Magersucht neigt. Das ist nämlich meistens das Hässlichste an der Sache! ...und traurig ohne Ende

  • Marion am 31.12.2010 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Die Model-Agenturen tragen die Schuld

    Schafft entliche diese Klapper-/Skelet-Gestalten ab - dies hat mit der Modewelt wirklich nicht's mehr am Hut.

  • P.S. am 31.12.2010 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Weibliche Rundungen sind nicht gefragt.

    Schwule Modedesigner werden auch künftig knabenähnliche Mädchen auf den Laufsteg schicken.

    • t.nw am 04.01.2011 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      Abweichung

      Was soll das wider heissen? "Schwule Modedesigner?" Was hat das mit deren Orientierung zu tun? Aussderdem schicken auch Frauen "knabenähnliche Mädchen" auf den Laufsteg. Da hat wohl jemand nicht so den Durchblick.

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  • sili am 30.12.2010 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Tragisch das man mit einer so schweren und tödlichen Krankheit zu Ruhm kommt.