Michael-Jackson-Prozess

01. Oktober 2011 11:27; Akt: 01.10.2011 11:41 Print

Murray verschwieg Medikation

von Anthony McCartney/AP - Es sieht nicht gut aus für Jacksons Leibarzt: Als weiterer Zeuge hat nun ein Rettungssanitäter gegen ihn ausgesagt. Murray soll die Verabreichung von Propofol verheimlicht haben.

Bildstrecke im Grossformat »
Das Strafmass für den bereits schuldige gesprochenen Conrad Murray beträgt vier Jahre. Am wird das Urteil gefällt. Conrad Murray, Jacksons ehemaliger Leibarzt, wird der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. : Im Prozess gegen den Leibarzt des verstorbenen Popstars Michael Jackson beraten die Geschworenen über ein Urteil. Gemäss dem Gutachter Paul White könnte Popstar Michael Jackson sich die tödliche Dosis Propofol selber verabreicht haben. Damit wird der Angeklagte Leibarzt Conrad Murray entlastet. Viele Jacko-Fans glauben jedoch fest an die Schuld des Arztes und protestierten auch am 28. Oktober vor dem Gerichtsgebäude gegen den «Dr.Death». Zuvor sprachen im Prozess viele Indizien gegen Murray: Am 21. Oktober 2011 wurden die Zeugen geladen. Die Verteidiger des wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Herzspezialisten Conrad Murray griffen die Aussage des renommierten Anästhesisten Steven Shafer (l.) an. Shafer hatte zu Protokoll gegeben, Murray habe seinem Patienten eine tödliche Menge des Narkosemittels Propofol intravenös verabreicht - etwas was, Verteidigungs-Chef Ed Chernoff (l.) freilich bestreitet. Die Aussage von Alon Steinberg am 12. Oktober belastet Murray zusätzlich: Der Herzspezialist sagte, Michael Jackson wäre noch am Leben, wenn Murray rechtzeitig die Sanitäter gerufen hätte. Am 11. Oktober 2011 wird der Jury das wohl letzte Bild des toten King of Pop vorgelegt. Der Gerichtsmediziner Dr. Christopher Rogers (mit Staatsanwalt David Walgren r.) zweifelt derweil die Version der Verteidigung an, wonach sich Jackson die tödliche Überdosis Propofol selbst verabreicht haben soll. Langsam wird es eng für den früheren Leibarzt Dr. Conrad Murray (l.) und sein Verteidiger J. Michael Flanagan. Diverse medizinische Gutachten werden präsentiert ... ... Obduktionsberichte ... ... Polizeinotizen ... ... ... Infusions-Spritzen ... ... genaue Berechnungen zum Mageninhalt Jackos ... ... und immer wieder: ... ... Fotos ... ... aus der Neverland-Ranch ... ... vom Zeitpunkt des Todes von Michael Jackson. Polizeidetektiv Scott Smith sagt aus ... ... während sich Richter Michael E. Pastor fragt ... ... weshalb das Datum auf dem Obduktionsfoto falsch sei. Der Prozess gegen Michael Jacksons früheren Leibarzt wurde in Los Angeles am 27. September eröffnet. Der Herzspezialist Conrad Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem 58-jährigen Mediziner bis zu vier Jahre Haft. Am vierten Prozesstag sagte der Rettungssanitäter Richard Senneff vor Gericht aus. Senneff wirft Jacksons Leibarzt Verschleierung vor: Murray habe nie gesagt, dass er seinem Patienten das Anästhetikum Propofol gegeben habe. Ein weiterer Sanitäter, Martin Blount, bestätigte Senneffs Einschätzung, Jackson sei kurz nach der Ankunft der Rettungskräfte gestorben. Ausserdem erklärte Blount, er habe beobachtet, wie Murray die auf dem Boden liegenden Flaschen Licodain griff und in eine schwarze Tasche warf. Am dritten Prozesstag führte Staatsanwalt David Walgren ein Fläschchen Propofol als Beweisstück vor. Eine Überdosis des Betäubungsmittels soll zum Tod von Jackson geführt haben. Jacksons Bodyguard Alberto Alvarez sagte aus, Murray habe ihn angewiesen, einen Infusionsbeutel mit einer Kochsalzlösung in einer Tüte zu verstauen. Alvarez fügte hinzu, er habe zunächst angenommen, er solle die Gegenstände verpacken, weil Jackson ins Krankenhaus gebracht werde. Auch Kai Chase, die persönliche Köchin des King of Pop musste vor Gericht aussagen. Richter Michael Pastor wird das Urteil im Prozess fällen. Im Gerichtssaal wurde ein Bild gezeigt von Micheal Jacksons Holmby Hills Schlafzimmer. Jacksons Geschwister Randy und Janet Jackson bei ihrer Ankunft am Gericht ... ... und auch La Toya Jackson verfolgt den Prozess. Auf Plakaten und mit lauten Rufen forderten Jackson-Fans «Gerechtigkeit für Michael» ... ... und wünschten Jacksons Leibarzt nichts Gutes. Am 7. Oktober wurde Murrays Aussage bei der Polizei vor Gericht erstmals öffentlich abgespielt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bereits kurz nachdem die Rettungssanitäter das Schlafzimmer von Michael Jackson betreten hatten, war ihnen klar, dass etwas nicht stimmte. Der Sänger war völlig abgemagert und lag mit offenen Augen auf dem Boden. Er trug eine OP-Haube und seine Haut verfärbte sich blau. Als Sanitäter Richard Senneff Jacksons Leibarzt fragte, was mit seinem Patienten los sei, antworte Conrad Murray nur ausweichend.

«Er sagte: Nichts. Er hat nichts», sagte Senneff im Prozess gegen Murray am Freitag den Geschworenen. «Für mich hat das alles einfach keinen Sinn ergeben», erinnerte sich Senneff bei seiner Zeugenaussage. 42 Minuten habe er den reglosen Sänger versucht wiederzubeleben, dabei seien ihm weitere Ungereimtheiten aufgefallen. Erst nach mehrmaligem Nachfragen habe Murray eingeräumt, dass er Jackson das Schlafmittel Lorazepam verabreicht habe.

«Chronisches Gesundheitsproblem»

Auf dem Nachttisch hätten weitere Flaschen mit Medikamenten gestanden, sagte Senneff. Letztendlich habe Murray erklärt, er habe Jackson wegen Dehydrierung und Erschöpfung behandelt. Er habe jedoch nie gesagt, dass er seinem Patienten das Anästhetikum Propofol gegeben habe.

Murrays Verteidiger hingegen erklärten, Jackson habe sich die tödliche Dosis selbst verabreicht, nachdem sein Arzt den Raum verlassen habe. Verteidiger Nareg Gourjian fragte Senneff am Freitag, ob Jackson auf ihn den Eindruck eines Drogensüchtigen gemacht habe. Der Sanitäter sagte, das sei schwer zu sagen, der Sänger habe jedoch «ausgesehen, als ob er ein chronisches Gesundheitsproblem hätte».

Kein Lebenszeichen von Jackson

Senneff war der erste Sanitäter, der in Jacksons Schlafzimmer eintraf. Mit drei weiteren Rettungskräften versuchte er, den Sänger wiederzubeleben. «Haben Sie während der Zeit, als sie ihn zu retten versuchten, jemals ein Lebenszeichen bei Herrn Jackson festgestellt?», fragte Staatsanwältin Deborah Brazil. «Nein, das habe ich nicht», lautete Senneffs Antwort. Ein weiterer Sanitäter, Martin Blount, bestätigte die Einschätzung. Er glaube, Jackson sei kurz nach der Ankunft der Rettungskräfte gestorben.

Ausserdem habe er drei geöffnete Flaschen des Schmerzmittels Licodain auf dem Boden des Zimmers liegen sehen, sagte Blount den Geschworenen. Murray habe nicht gesagt, dass er Jackson das Schmerzmittel verabreicht habe. Blount erklärte, er habe beobachtet, wie Murray die Flaschen griff und in eine schwarze Tasche warf.

Messgerät nach Herstellerangaben nicht für Dauereinsatz geeignet

Zuvor hatte Bob Johnson von der Firma Nonin Medical ausgesagt, eine von seinem Unternehmen hergestellte Vorrichtung zur Messung von Puls und Sauerstoffgehalt im Blut sei nicht zur dauerhaften Überwachung des Patienten geeignet gewesen. Das Messgerät war nach dem Tod des Popstars sichergestellt worden.

Nach einem Fernsehauftritt eines Anwalts untersagte Richter Michael Pastor den Staatsanwälten und Verteidigern öffentliche Äusserungen über den Fall. Er erklärte am Freitag in Los Angeles, Vertreter beider Seiten müssten sich mit ihren Äusserungen auf ihr jeweiliges juristisches Team beschränken. Einen Grund nannte er nicht.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mannomann aus Winterthur am 01.10.2011 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie tragisch

    Schauen wir doch das ganze mal von weitem an. Für mich ist Jackson ein hervorragender Musiker aber eben mit etwas Realitätsverlust. Er hat einen eigenen Arzt oder besser legalen Drogenzulieferer, der machen muss was Michael will sonst würde er einfach durch einen andern ersetzt. Und irgendwann macht dann der Körper nicht mehr mit. Und jetzt sucht man einen Schuldigen. Schaut euch andere reiche Popstars an. Nicht alle sind vernünftig. viele betreiben Raubbau an ihrer Gesundheit. Privatarzt hin oder her. Schade.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mannomann aus Winterthur am 01.10.2011 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie tragisch

    Schauen wir doch das ganze mal von weitem an. Für mich ist Jackson ein hervorragender Musiker aber eben mit etwas Realitätsverlust. Er hat einen eigenen Arzt oder besser legalen Drogenzulieferer, der machen muss was Michael will sonst würde er einfach durch einen andern ersetzt. Und irgendwann macht dann der Körper nicht mehr mit. Und jetzt sucht man einen Schuldigen. Schaut euch andere reiche Popstars an. Nicht alle sind vernünftig. viele betreiben Raubbau an ihrer Gesundheit. Privatarzt hin oder her. Schade.

    • alles wisser am 01.10.2011 18:03 Report Diesen Beitrag melden

      Tragisch aber Wahr

      Ich sag nur, ein opfer der Musik Industrie. Bei der Hautkrankheit die MJ hatte, berichtette man was falsches, danach hängte man Ihm an das er gerne mit kleinen Kindern ins Bett geht, usw. Und jetzt hatt man es geschafft, Ihn unaufällig zu töten.

    einklappen einklappen