Für «Baustellen»-Haus

13. Dezember 2011 16:43; Akt: 13.12.2011 18:32 Print

Nadja Auermann muss 90 000 Euro zahlen

Das deutsche Top-Model Nadja Auermann wurde wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe in Höhe von 90 000 Euro verurteilt. Ihr Anwalt will das Urteil anfechten.

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Nach mehrmonatigem Prozess ist das ehemalige Top-Model Nadja Auermann wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe in Höhe von 90.000 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten ist überzeugt davon, dass die 40-Jährige zwischen 1999 und 2002 ihren Wohnsitz in Deutschland hatte und zugleich keine Steuern zahlte. Auf den zeitlichen Umfang des Aufenthaltes kommt es nach Auffassung des Gerichtes nicht an. Es sei ausreichend, wenn Räume zum dauerhaften Wohnen vorhanden gewesen seien, hiess es am Dienstag in der Begründung zu dem Urteil.

Der Einkommenssteuerschaden beträgt 270 000 Euro. Auermanns Ex-Ehemann, der Schauspieler Wolfram Grandezka, wurde von den gegen ihn gerichteten Vorwürfen freigesprochen.

Auermann mit Urteil unzufrieden

In dem seit Mai laufenden Verfahren hatte Auermann stets ihre Unschuld beteuert. Sie gab an, ein Haus in Köpenick im Jahr 1998 nur als Investition erworben zu haben und erst im Sommer 2002 mit ihrer Familie von Monaco nach Deutschland gezogen zu sein. Sie habe in das Haus, das eine «ewige Baustelle» gewesen sei, nie einziehen wollen, sagte sie. «Ich bin natürlich nicht zufrieden mit dem Urteil», sagte die 40-Jährige nach dem Prozess.

«Das ist ein falsches Urteil», sagte Auermanns Verteidiger Robert Unger. Er geht davon aus, dass es «keinen Bestand haben wird». Das Gericht habe den Sachverhalt unzutreffend gewertet, die Beweisaufnahme habe genau das Gegenteil ergeben. Unger hatte einen Freispruch beantragt. Allein «der Baustellencharakter» würde einen Wohnsitz ausschliessen, hatte er argumentiert.

Gericht lässt «Baustellen-Argument» nicht gelten

Dem Gericht zufolge hatte sich Auermann häufiger in Berlin aufgehalten und in dem Köpenicker Haus bei ihren Kindern und Grandezka gewohnt. «Das war eine eingerichtete Wohnung», sagte der Richter. Im Haus habe es Grünpflanzen gegeben, zwei Kinderzimmer und ein Bad. Dass die Villa auch eine Baustelle war, würde das Wohnen nicht ausschliessen. Für den Schuldspruch reichte es dem Gericht aus, dass Auermann «einen Nebenwohnsitz in Berlin hatte» und dort auch «wohnen wollte».

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, muss Auermann nicht nur die Geldstrafe zahlen, sondern auch die hinterzogenen Steuern zuzüglich der im Laufe der Jahre angefallenen Zinsen dafür. Das Model lebt mit seinen drei Kindern in Dresden.

(lah/ap)

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