08. April 2005 07:13; Akt: 08.04.2005 07:17 Print

Neverland-Wachmann sah Jacko beim Oralsex

Ein ehemaliger Wachmann von Michael Jacksons Neverland-Ranch hat ausgesagt, er habe den Popstar Anfang der 90er Jahre beim oralen Sex mit einem Jungen beobachtet.

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Ralph Chacon wurde am Donnerstag von der Staatsanwaltschaft vor dem Gericht in Santa Maria in den Zeugenstand gerufen. Die Ankläger wollen mit mehreren Zeugenaussagen belegen, dass Jackson wiederholt unsittlichen Umgang mit Kindern gehabt habe. Jacksons versuchte Chacons Glaubwürdigkeit zu erschüttern.

Chacon sagte, er habe bei einem Rundgang während eines Nachtdienstes Ende 1992 oder Anfang 1993 gesehen, wie Jackson und der Junge, der später von ihm eine Millionenzahlung erhielt, in einem Whirlpool gewesen seien. Danach habe er beide zusammen duschen und sich dann nackt gegenüber stehen sehen. Chacon sagte aus, der Popstar habe das Haar des Jungen gestreichelt, ihn auf den Mund und anderswo geküsst und dann auch oralen Sex praktiziert. Der Wachmann sagte weiter aus, an diesem Punkt sei er gegangen. Einige Wochen später habe er gesehen, wie Jackson den Jungen «leidenschaftlich» küsste und wie Jackson dabei seine Hände in die Nähe des Schosses des Jungen gelegt habe.

Der Junge erhielt von Jackson 1994 eine Millionenzahlung und weigerte sich danach, mit den Ermittlern zusammen zu arbeiten. Damals wurde gegen Jackson keine Anklage erhoben. Mittlerweile steht der 46-Jährige wegen Vorwürfen vor Gericht, er habe 2003 einen damals 13-jährigen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und missbraucht. Der Richter hat in dem Prozess ausdrücklich Beweismaterial zugelassen, das aus früheren Anschuldigungen gegen den Popstar stammt.

Jacksons Anwalt Thomas Mesereau wies im Kreuzverhör darauf hin, dass Chacon den Popstar damals verklagt habe, er sei ungerechtfertigt gekündigt worden. Jackson hatte in einer Gegenklage Chacon des Diebstahls beschuldigt. Der Zeuge räumte ein, er sei zur Zahlung von 25.000 Dollar wegen Diebstahls verurteilt worden. Er habe nur einen Schokoriegel genommen gehabt. Chacon räumte auch ein, dass er Gerichtskosten über eine Million Dollar an Jackson hätte zahlen müssen, dies aber nicht getan habe, weil er bankrott sei.

(ap)