F-Bomb!

28. Februar 2011 12:45; Akt: 28.02.2011 14:08 Print

Nicht einmal der Skandal taugte was

Die diesjährigen Oscars gehörten zu den langweiligsten aller Zeiten, so der Konsens. So entpuppte sich auch ein vermeintlicher Skandal als Skandälchen.

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Colin Firth ist «Bester Hauptdarsteller» - «The King's Speech» räumte insgesamt vier Trophäen ab. Die schwangere Natalie Portman gewinnt den Preis als «Beste Hauptdarstellerin» für ihr Schauspiel im Film «Black Swan». Grund zur Freude: Tom Hooper nahm die Statue für den besten Film entgegen - «The King's Speech». Hooper bekam den Preis auch für die beste Regie. Christian Bale (in «Gucci») erhielt für die Rolle als Boxer in «The Fighter» das goldene Männlein in der Kategorie «Bester Nebendarsteller». Die «beste Nebendarstellerin» ist Melissa Leo («The Fighter»). Die Schauspielerin verneigt sich erst vor Laudator Kirk Douglas. Und hält dann eine bewegende Rede. Sie führten durch den Abend - und ernteten Häme und Kritik von Presse und Publikum: James Franco und Anne Hathaway. Kuss auf der Bühne: Die beiden Schauspieler Josh Brolin und Javier Bardem - eher unkonventionell, aber gut für die Schlagzeilen. Aaron Sorkin gewinnt eine Statue für das beste adaptierte Drehbuch - der erste Oscar der Nacht für «The Social Network» - am Schluss waren es deren drei. Der Oscar für die beste Kamera geht an Wally Pfister für seine Arbeit in «Inception». Der Film mit Leo di Caprio gehört zu den absoluten Gewinnern des Abends. Robert Stromberg und Karen O'Hara gewinnen den Oscar für die beste Art Direction in «Alice in Wonderland». Justin Timberlake und Mila Kunis durften gemeinsam einen Oscar vergeben. Justin sorgte für zahlreiche Lacher, als er scherzhaft verkündete: «Ich bin Banksy.» David Seidler gewinnt den Oscar für das beste Original-Drehbuch für «The King's Speech» Lee Unkrich nimmt den Oscar für «Toy Story 3» entgegen - der Film gewinnt den Oscar als bester Animationsfilm. Shaun Tan (links) and Andrew Ruhemann bedanken sich für die Statue für «The Lost Thing». Amy Adams (im Kleid von «L’Wren Scott») gewann in der Kategorie «best live action short and best documentary». Susanne Bier gewinnt für «In a Better World» den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Trent Reznor (links) und Atticus Ross kriegen das Männlein für die beste Filmmusik («The Social Network»). TV-Ikone Oprah Winfrey übergab den Preis für den besten Dokumentarfilm - an die Macher von «Inside Job». Matthew McConaughey übergibt Lora Hirschberg den Preis für «Bester Ton» (in «Inception»). Golden und glänzend: Die Statuen in voller Pracht.

Video: ITN

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Schock in Hollywood! Skandal! Befremdete Fans! Entsetzte Co-Stars! Der Grund? Melissa Leo hat in ihrer Dankesrede als erste Oscar-Gewinnerin - jetzt kommts - das F-Wort benutzt!

Die USA mag das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sein, doch was die Benutzung von Schimpfwörtern im TV-Abendprogramm betrifft, sind den Möglichkeiten enge Grenzen gesetzt. Und so gilt es selbst im Jahr 2011 als Fauxpas sondergleichen, wenn jemand im Strudel der Emotionen mal ein «fuck» über die Lippen geht.

Der Fluch der fucking Fighterin

Melissa Leo, die den Preis für ihre Performance im Film «The Fighter» gewann, setzte sich in der Kategorie Beste Nebendarstellerin gegen ihre Konkurrentinnen Helena Bonham Carter, Hailee Steinfeld, Jackie Weaver und Amy Adams durch. Klar, dass da die Emotionen überbordeten: «Als ich Kate [Winslet] dies vor zwei Jahren tun sah, liess sie es so verdammt einfach aussehen!» («When I watched Kate two years ago it looked so fucking easy!») – ein Primeur in der Geschichte der Oscars.

Entsetzt schlug sie sich gleich die Hand vor den Mund und zeigte sich kurz darauf im Backstage-Bereich peinlich berührt von ihrem verbalen Ausrutscher. Die obligatorische Entschuldigung dafür, «beleidigende» Ausdrücke gebraucht zu haben, folgte postwendend: «Ich entschuldige mich bei jedem, den diese Worte beleidigen. Es gibt einen gewaltigen Teil der englischen Sprache, der in meiner Umgangssprache liegt», so Leo.

Ein Gähnchen für ein Skandälchen

Schlussendlich taugte Leos «F-Bomb» (so nennt man in Land mit der grössten Militärmacht der Welt solch verbale Ausrutscher) trotzdem nicht, die insgesamt langweilige Oscar-Show aufzupeppen. Arme Anne Hathaway und James Franco! Sie werden wohl oder übel als langweiligste Oscar-Moderatoren aller Zeiten in die Annalen der Geschichte eingehen. Publikum wie Kritiker dissten was das Zeug hielt.

«Die Tatsache, dass keine gute Moderatoren am Start waren, machten die Oscars sogar noch langweiliger als die Emmys», so etwa der «Hollywood Reporter». Und analog zur Lauheit der Moderation und der Show als Ganzes, entpuppte sich Melissa Leos vermeintlicher Skandal bald Mal als Skandälchen.


Video: ITN

(obi)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MK am 28.02.2011 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht verdient?!

    Inception hat nicht 4 Oscars verdient? Bitte ein bisschen mitdenken Leute... Er hat die Statuen für die Visuellen Effekte, Kamera, Ton sowie Tonschnitt bekommen und die hat er DEFINITIV verdient. Viele scheinen zu vergessen, dass die Oscars für verschiedene Aspekte vergeben werden und nicht im Sinne von "je mehr Oscars desto besser der Film"...

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  • hans am 28.02.2011 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Schwache Show

    war wirklich zum einschlafen! Was dann auch passiert ist.Überhaupt kein witz, keine power, einfach so langweilig!

  • Thomas Kummer am 28.02.2011 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Moderatoren ...

    Im grossen und ganzen wurden die Oscars gerechtfertigt vergeben. Was mir ein wenig sauer aufgestossen ist: Anna Hathaway war recht unterhaltsam, wohingegen Franco so cool da stand, dass ich kaum etwas bewegte an ihm. Von mir ausgesehen, war er einfach nur langweilig ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mundspray am 01.03.2011 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Was gut

    Mich hat es so gut unterhalten, dass ich das ganze Teil fertig geschaut habe. (und das mitten in der Nacht!)

  • Walter am 01.03.2011 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fand es gut.

    Ich fand die Veranstaltung super. Auch, dass es so gut wie keine Skandale gab. Das beweist, dass es ein Abend mit Stil war. Bei sovielen Filmen ist es immer schwer den besten zu küren, das gleiche galt für die Schauspieler. Ich fand es gab schon langweiligere Oscar-Verleihungen. Die Moderatoren waren im grossen und ganzen auch sehr gut gelaunt. Es hat spass gemacht zuzuschauen.

  • Thomas Kummer am 28.02.2011 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Moderatoren ...

    Im grossen und ganzen wurden die Oscars gerechtfertigt vergeben. Was mir ein wenig sauer aufgestossen ist: Anna Hathaway war recht unterhaltsam, wohingegen Franco so cool da stand, dass ich kaum etwas bewegte an ihm. Von mir ausgesehen, war er einfach nur langweilig ...

  • Lisa Blauer am 28.02.2011 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    immer nur kritisieren

    Jaja wiedermal typisch. Der sogenannt moderne, intellektuelle Schweizer sieht sich nur noch kleine Arthouse Filme an und verpönt alles was auch nur entfernt mit Hollywood oder Star Appeal zu tun hat. Hauptsache kritisieren. Ich fand die Oscars hammer. Hathaway was unbeholfen lustig, Franco war zwar eher unauffällig, aber wenn er was gesagt hat, war es gut. Die Vergabe der Oscars ging schnell und ohne Schnickschnack über die Bühne und sie wurden auch verdient vergeben. Die Show war ein riesiges Highlight. Aber als Schweizer ist es natürlich uncool wenn man Hollywood cool findet. Schon klar.

    • Fabian Egger am 28.02.2011 21:26 Report Diesen Beitrag melden

      Kritik aus Neid

      Ich bin Schweizer und lebe in hollywood (5 minuten vom kodadk und den oscars entfernt). Kann nur zustimmen, die ganze sache is reibungslos und grossartig, wenn auch nicht all zu spektakulaer ueber die buehne gegangen. Die Schweiz ist jedoch um einiges cooler als Hollywood (Nicht zuletzt weil sie ja auch unzaehlige top Schauspieler anzubieten hat). Deshalb ist sie ja genau das richtige Land das sinnlose Kritik ueber das, aus Schweizer Sicht mit Neid betrachtete, Hollywood austeilen kann. Kann Lisa Blauer nur zustimmen. Dein Kommentar hat den Nagel auf den Kopf getroffen

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  • MR am 28.02.2011 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    The King's Speech

    The King's Speech ist grossartig und hat zurecht 4 Oscars gewonnen :) Es hätten durchaus 1-2 mehr sein können, z.b bester Nebenschauspieler...