Sheen rastet aus

27. Oktober 2010 13:22; Akt: 27.10.2010 13:44 Print

Onkel Charlie und die Koks-Allergie

Eine nackte Hure im Schrank, ein im Rausch zerstörtes Hotelzimmer: Die Zutaten des neusten Charlie-Sheen-Zwischenfalls haben es in sich.

Bildstrecke im Grossformat »
Noch am 25. Oktober 2010 publizierte der Showbiz-Blog «A Socialite's Life» einen Artikel darüber, wie die Ex-Eheleute Denise Richards und Charlie Sheen ihre «turbulente Vergangenheit» (nach Tätlichkeiten hatte Richards 2005 eine einstweilige Verfügung gegen ihren damaligen Noch-Gatten erreicht) hinter sich lassen - für das Wohl der gemeinsamen Kinder, die verständlicherweise etwas Quality Time mit beiden Eltern verbringen wollen. Einen Tag später konnte an derselben Stelle vermeldet werden, «Entwarnung: Charlie Sheen ist weiterhin ein betrunkener, nackter Depp.» Derselben Meinung ist Bloggerin Katie K: «... immer noch ein besoffener, gewalttätiger Blödmann». Die deutsche Boulevardzeitung «Bild» richtet den Fokus auf die wichtigen Details des Falls ... ... während der Newsdienst «TMZ» schockierende Bilder vom «Hotel-Gemetzel» zeigt (will heissen: ein unordentliches Bett, ein beschädigter Stuhl, ein herunterhängender Vorhang). Tja, mit einem «nackten, betrunkenen Tobsuchtsanfall» lassen sich Negativschlagzeilen eben nicht vermeiden. «Er ist wieder mal dabei», schreibt etwa Blogger Perez Hilton ... ... während Blogger Jeremy Feist äzt, «Charlie Sheen weiss, wie man stilvoll bleibt». «Charlie Sheen hatte ne gute Nacht» schreibt Bloggerin Molly, die sich übrigens nicht scheut, den Hollywoodstar geradeaus einen «drogenabhängigen Soziopathen» zu schimpfen. Aber halt, der Ärmste ist ja «emotionell gestört». «Charlie Sheens Leben hat soeben einen Mercedes geleast, der wiederholt und ständig in einen Strassengraben kracht. Er wird herausgezogen, abgestaubt ... und rast sogleich den nächsten Abhang hinunter» - «bloss ein normaler Abend für Charlie Sheen», also, so Blogger Michael K, der darauf hinweist, dass die offizielle Erklärung von Seiten Sheens eine «allergische Reaktion» war. Eine allergische Reaktion? Tsss. «Als wäre nichts passiert» titelt in der Folge der Blog «The Superficial». «The Huffington Post» recherchiert weiter und bringt in Erfahrung, dass Denise Richards, die im selben Hotel (aber in einem separaten Zimmer) zugegen war und die ihren strauchelnden Exmann ins Spital begleitete, besagter Hure über den Weg lief. Der Titel «Das Treffen mit Charlie's Hure» spielt aber bewusst mit der Zweideutigkeit. «Sehr ereignisreich» - na das ist wohl die Untertreibung des Jahres. Aber seien wir doch mal ehrlich: Schockiert uns das überhaupt noch?

Zum Thema
Fehler gesehen?

Noch am 25. Oktober 2010 fuhr der Showbiz-Blog «A Socialite's Life» eine Story mit dem Titel: «Denise Richards und Charlie Sheen lassen ihre turbulente Vergangenheit hinter sich». Zur Erinnerung: Im Jahr 2005 hatte die schwangere Schauspielerin Richards nach Drohungen eine einstweilige Verfügung gegen ihren damaligen Noch-Gatten erreicht.

Die Ehe wurde nach vielen gegenseitigen Anschuldigungen schliesslich 2006 geschieden. Doch die Zeit heilt bekanntlich auch tiefe Wunden. Und unter mündigen Erwachsenen lassen sich auch einmal Differenzen beiseite legen, wenn es um das Wohl der gemeinsamen Kinder geht. Also fanden sich die Ex-Eheleute am 24. Oktober zusammen, um mit ihren Töchtern Sam (6) und Lola (5) ein wenig «Quality Time» im naturhistorischen Museum New Yorks zu verbringen.

Einen Tag später korrigierte sich das oben genannte Portal: «Entwarnung: Charlie Sheen ist weiterhin ein betrunkener, nackter Depp.»

Zugegebenermassen ist die Quellenlage beim aktuellen Fall etwas vage. Es werden anonyme «Insider» zitiert, bestenfalls auf – ebenfalls namenlose – «Behörden» verwiesen, die fleissig gegenüber Publikationen wie «Life & Style» oder der «New York Post» Auskunft geben. Doch vor allem die komödiantische Natur der Geschehnisse verunmöglicht geradezu eine – Pardon! – nüchterne Berichterstattung.

Bewusstloser Schauspieler, eingesperrte Hure

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen darf man annehmen, dass sich Folgendes zugetragen hat: Charlie Sheen, von einem geschlagenen Tag familienbedingten braven Benehmens ermattet, wollte sich etwas Abendunterhaltung gönnen. Dazu bestellte er sich ein Callgirl aufs Hotelzimmer und erlaubte sich ein paar Nasen voll Koks. Schnell fand Sheen zu alter Form zurück und beschuldigte die Prostituierte, seine Brieftasche gestohlen zu haben, sperrte besagte Dame in den Kleiderschrank und nahm das Hotelzimmer auseinander. Die alarmierte Polizei fand den «Two and a Half Men»-Star Sheen bewusstlos auf dem Bett und die inzwischen akut klaustrophobische Prostituierte im Schrank.

Köstlich.

Köstlich auch die Erklärung von Charlie Sheens Sprecher, der Hollywoodstar sei wegen einer «allergischen Reaktion auf ein Medikament» ins Krankenhaus eingeliefert worden. «Ja, eine allergische Reaktion … auf Koks!», soll der Kommentar des Callgirls gewesen sein. Kein Wunder überschüttet die Blogosphäre den Schauspieler mit Häme, dichtet Titel wie «Sheen weiss, wie man stilvoll bleibt» oder «Bloss ein normaler Abend für Charlie Sheen».

Darunter schleicht sich auch der eine oder andere ernste Zwischengedanke – etwa die Frage, weshalb Charlie Sheen weiterhin ununterbrochenen Hollywood-Erfolg feiert, obwohl zwei seiner Exfrauen öffentlich zu Protokoll geben, er habe sie körperlich misshandelt und gedroht, sie umzubringen.

Ist der Ruf erst ruiniert ...

Ob Sheens Image durch den neusten Zwischenfall doch noch etwas Schaden nehmen könnte, wird sich noch herausstellen. Derweil fragt sich der Showbiz-Blog «Popsugar»: «Schockiert Sie Charlie Sheens Verhalten überhaupt noch?»

(obi)