Gary Glitter

22. März 2011 12:37; Akt: 22.03.2011 13:21 Print

Pädophiler Charterfolg dank Teenie-Serie

Ausgerechnet durch die Teenie-Hitserie «Glee» ist der Musiker und verurteilte Kinderschänder Gary Glitter in den USA und Australien wieder in die Charts eingestiegen.

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«Glee Gone Wild» - Dianna Agron, Corey Monteith und Lea Michele ... ... überlassen wenig der Fantasie ... ... im neuen Fotoshoot für «GQ Magazine». Nachdem der US-Kinderschutz-Rat Parents Television Council (PTC) sich über Taylor Momsens echauffierte, sehen die besorgten Eltern nun durch neue Bilder das Wohl ihrer Kinder gefährdet. «Es ist beunruhigend, dass 'GQ', die eindeutig für erwachsene Männer geschrieben wird, Schauspielerinnen, die High-School-Schülerinnen in 'Glee' spielen, in dieser Art sexualisiert. Es grenzt hart an Pädophilie ...» «... Leider ist dies nur das jüngste Beispiel der offenkundigen Sexualisierung junger Mädchen im Entertainment-Business», so PTC-Präsident Tim Winter. «Viele Kinder, die mit 'High School Musical' gross wurden, sind nun 'Glee'-Fans. Sie bekommen nun in Unterwäsche bekleidete Schauspielerinnen vorgesetzt, die sich in Schulhaus-Korridoren in verführerischen und eindeutigen Posen zur Schau stellen ...» «... In dem sie diese beinahe-pornografische Darstellungen gutheissen, legen die Show-Produzenten ihre Absichten für die zukünftige Ausrichtung des Programms offen. Und diese ist nicht gut für Familien.» Die «Glee»-Macher reagierten auf die PTC-Kritik und wiesen darauf hin, dass alle Darsteller volljährig sind (Michele und Agron sind 24, Monteith 28): «Die Parents Television Council muss anscheinend wenig zeitgenössisches TV schauen. Ausserdem sollte sie Realität von Fantasie unterscheiden können», so Drehbuchautor Jim Nelson. Bereits in der ersten «Glee»-Staffel wurden kontroverse Themen wie Teenager-Schwangerschaft thematisiert. In der jüngste Folge kam es zum ersten lustvollen Kuss zwischen Michele und Agron.

«Glee» hat nicht nur akustisch Ärger mit Pädophilie-Gegnern, auch optisch gab die Serie schon zu reden.

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Die US-Serie «Glee» ist ein Quotenhit: Die TV-Reihe, die in einer High School spielt, findet weltweit Freunde. Der Grund dafür ist die Mischung aus Musical und Comedy: Der Gesang des Schulchores und der Gaststars kommt deshalb so gut an, weil die Charaktere sich augenzwinkernd mit «modernen» Problemen herumschlagen. Und oft drehen sich diese Probleme natürlich um die Themen Sex und Liebe.

Wenn die Protagonisten singen, trällern sie altbekannte Songs in neuem Gewand – von Phil Collins bis zu Madonna. Die entsprechenden CDs sind Verkaufsschlager: Es gibt gar in Vergessenheit geratene Musiker, die bereits von sich aus bei den Produzenten um einen Gastauftritt oder eine Coverversion bitten, um wieder ins Gespräch zu kommen. Doch anstatt sich für einen Bryan Adams zu entscheiden, nahmen die Macher der Serie zuletzt ein Stück von Gary Glitter ins Programm.

Der britische Glam-Rocker hat eine unrühmliche Vergangenheit: 1997 wurde er in Grossbritannien wegen Kinderpornographie verurteilt. 2002 wies ihn Kambodscha wegen desselben Verdachts aus, bis er schliesslich 2005 in Vietnam verhaftet und 2006 verurteilt wurde. Nun ist der Kinderschänder dank «Glee» zurück in den Charts: Sein Stück «Do You Wanna Touch Me? (Oh Yeah!)» ist auf der neuen CD «Glee: The Music Volume 5 – Glee Cast». Das Lied wird von Gaststar Gwyneth Paltrow gesungen.

USA: Zehn Mal mehr Verkäufe als Australien

Der Titel des Liedes sollte im Angesicht von Glitters Vergangenheit wohl nicht unbedingt für Teenager interpretiert werden: Glitter hat ein elf- und ein zwölfjähriges Mädchen missbraucht. Jetzt wehren sich die Produzenten laut dem australischen «Daily Telegraph» gegen aufkommende Kritik: «Die Szene ist redaktionell gerechtfertigt und wir haben nicht vor, Material zu zensieren.» Ob das Glitters Gegner beruhigt, steht aber auf einem anderen Blatt.

Die können sich allerdings mit einer Tatsache trösten: Der Soundtrack stieg zwar von Null auf Platz eins der australischen Album-Charts ein, doch das erreichte die CD mit bloss 9000 Kopien. In den USA waren es zehn Mal so viel: Hier steht der Soundtrack auf Platz drei.

(phi)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.Meier am 22.03.2011 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    na und?

    Wenn das Lied in die Handlung passt, was solls? nur weil er ein Verbrecher ist, heisst es nicht das es schlechte Musik ist. Wieso sollte man das nicht weiter gebrauchen und hören? Das versteh ich nicht. Und So ganz nebenbei: Die Zielgruppe weiss mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht wer Glitter ist...

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  • gelöscht am 22.03.2011 13:46 Report Diesen Beitrag melden

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.Meier am 22.03.2011 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    na und?

    Wenn das Lied in die Handlung passt, was solls? nur weil er ein Verbrecher ist, heisst es nicht das es schlechte Musik ist. Wieso sollte man das nicht weiter gebrauchen und hören? Das versteh ich nicht. Und So ganz nebenbei: Die Zielgruppe weiss mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht wer Glitter ist...

    • markus m. am 22.03.2011 22:55 Report Diesen Beitrag melden

      geld

      aber...ich frag mich ob der glitter ueber umwege was daran verdient...

    • m.meier am 23.03.2011 20:24 Report Diesen Beitrag melden

      Re: geld

      Er hat den Song geschrieben, also wird er sehr warscheindlich daran Verdienen.

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  • gelöscht am 22.03.2011 13:46 Report Diesen Beitrag melden

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