«Blurred Lines»

17. Oktober 2019 10:57; Akt: 17.10.2019 10:57 Print

Pharrell findet seinen eigenen Hit sexistisch

Musiker Pharrell Williams sagt in einem Interview mit «GQ», dass er sich für den Inhalt einiger seiner alten Songs schämt. Auslöser: sein umstrittener Track «Blurred Lines».

Bildstrecke im Grossformat »
US-Musiker Pharrell Williams (46) gesteht in einem Interview mit dem US-Magazin «GQ», dass er sich für seinen umstrittenen Hit «Blurred Lines» schäme. Er habe erkannt, dass dieser sexistisch sei. In dem 2013 von Pharrell, Robin Thicke (42) und T.I. (39) veröffenlichten Track singen die Musiker darüber, wie sie eine Frau zum Sex überreden möchten – und deuten an, dass das Verlangen nach Intimität erst nicht auf Gegenseitigkeit beruht. In dem dazugehörigen Musikvideo tanzen die drei angezogenen Männer um drei junge, spärlich bekleidete Frauen rum. In der Originalfassung des Videos trugen die Frauen gar nichts ausser einen Slip. «Ich weiss, du willst es. Du bist ein gutes Mädchen, ich kann dich nicht einfach gehen lassen», lautet ein Teil der Lyrics. «Geh runter, geh hoch. Mach es, dass es schmerzt. Was, du magst es nicht?», lautete ein anderer Ausschnitt des Songtexts. «Dass ‹Blurred Lines› Vergewaltigungen verharmlosen soll, habe ich zuerst nicht verstanden. Schliesslich fanden auch einige Frauen den Song gut», so Pharrell im Interview mit dem US-Magazin. Doch als die Diskussion nicht abriss, habe er etwas verstanden. «Plötzlich realisierte ich, dass es wirklich Männer gibt, die das gleiche Vokabular wie wir im Song brauchen, wenn sie Frauen misshandeln.» Es spiele dabei keine Rolle, dass er selber ein solches Verhalten nicht unterstütze – es zähle nur, «wie es das Leben von Frauen beeinflusst»: «Ich begriff, was wirklich in ‹Blurred Lines› gesagt wird – und was das bei anderen anrichten kann.» «Ich habe realisiert, dass wir in einer chauvinistischen Kultur leben, in der einige Gruppierungen immer noch das Gefühl haben, sie seien anderen überlegen.» Als er erkannte habe, dass die Lyrics in seinen Songs diese Ansichten stützen, habe ihn das «umgehauen». Trotz aller Kontroversen wurde US-Model Emily Ratajkowski (28) durch ihren Auftritt im Musikvideo von «Blurred Lines» berühmt – danach folgte ihr Durchbruch als Model sowie als Schauspielerin. Zum Zeitpunkt der Videoaufnahme war sie 22 Jahre alt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

2013 veröffentlichten die US-Musiker Pharrell Williams (46), Robin Thicke (42) und T.I. (39) den Song «Blurred Lines». In dem Track singen die Musiker darüber, wie sie eine Frau zum Sex überreden möchten – und deuten an, dass das Verlangen nach Intimität erst nicht auf Gegenseitigkeit beruht.

Umfrage
Wie findest du den Song «Blurred Lines»?

«Ich weiss, du willst es. Du bist ein gutes Mädchen, ich kann dich nicht einfach gehen lassen», lautet ein Teil der Lyrics.

Der Song sorgte für Aufruhr: Kritiker gaben zu bedenken, dass das Lied sexuelle Nötigung und Gewalt an Frauen verharmlose. In einem Interview mit der «GQ» hat sich nun Pharrell zur Kritik geäussert. Er zeigt sich reuevoll – und spricht von einem grundsätzlichen Wandel in der Sicht auf seine Arbeit.

«Ich schäme mich für einige meiner alten Songs»

«Einige meiner alten Songs würde ich heute niemals so schreiben oder singen. Ich schäme mich für einige», so der 46-Jährige. Es habe einige Zeit und persönliche Entwicklung gebraucht, um das zu realisieren. Ausschlaggebend war die Kritik an «Blurred Lines».

«Dass ‹Blurred Lines› Vergewaltigungen verharmlosen soll, habe ich zunächst nicht verstanden. Schliesslich fanden auch einige Frauen den Song gut.» Doch die Diskussion riss nicht ab. «Plötzlich realisierte ich, dass es wirklich Männer gibt, die das gleiche Vokabular wie wir im Song brauchen, wenn sie Frauen misshandeln», sagt Pharrell.

Diese Erkenntnis hat ihn umgehauen

Es spiele dabei keine Rolle, dass er selber ein solches Verhalten nicht unterstütze – es zähle nur, «wie es das Leben von Frauen beeinflusst»: «Ich begriff, was wirklich in ‹Blurred Lines› gesagt wird – und was das bei anderen anrichten kann.»

Pharrell weiter: «Ich habe realisiert, dass wir in einer chauvinistischen Kultur leben, in der einige Gruppierungen immer noch das Gefühl haben, sie seien anderen überlegen.» Er habe nicht gecheckt, dass die Lyrics in seinen Songs diese Ansichten stützten: «Als ich das erkannt habe, hat es mich umgehauen.»

Das Musikvideo zu «Blurred Lines». In der ursprünglichen Version waren die drei Models bis auf den Slip völlig unbekleidet. Das Video sorgte damit ebenfalls für Aufruhr – weil es Frauen deutlich objektivierte.


(Video: Youtube/Robin Thicke)

(mim)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz am 17.10.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Taten nur fadenscheinig

    Dann sollte er alles Geld, was er mit solchen Titeln verdient hat für gute Zwecke spenden, statt nur so fadenscheinig zu tun.

    einklappen einklappen
  • Rodney McKay am 17.10.2019 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Insinuieren tun beide Geschlechter

    Die Emily hat auf alle Fälle gut davon profitiert. Generell ist ihr Geschäftsmodell einen auf Feministin zu machen während sie am sexuel insinuieren ist (wie das billige herumgesexle von Beyoncé...was sie wohl auch als modern und feministisch findet)...

  • nousebänün am 17.10.2019 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich Musiker wäre,...

    ...würde ich wie Mike Oldfield oder Vangelis nur Instrumental-Musik machen, da kann mir in 100 Jahren niemand sagen es sei sexistisch, rassistisch oder was uns bis dahin noch so alles einfallen sollte, was es sein könnte. Wobei, wäre das dann nicht egoistisch, wenn ich meine Worte für mich behalte?! Und Egoismus ist ja vielleicht in 100 Jahren ein Straftatbestand...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tell's Lady am 17.10.2019 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Junge...

    Ich finde den Schlagerhit "Junge, komm bald wieder!" auch sexistisch...

  • Ich am 17.10.2019 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gewinn dpenden

    Cool! Er soll das geld das er damit verdient hat organisationen spenden die frauenrechte stärken.

  • Daniela am 17.10.2019 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na schau Mann, Gehirn ging an

    WoW, soviel Gehirn hätte ich dem Pharrel nicht zugetraut. Chapeu, fange an ihn zu mögen.

  • D.K. am 17.10.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch so was ....

    ... von egal, wie der Text geht, die Hauptsache ist, der Sound ist super, und das ist er!!!! Und, es gibt bei weitem versautere Texte, da ist Blurred lines HARMLOS.

  • Connie am 17.10.2019 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig

    Der beste Witz den ich gehört habe. Versteht er seine eigene Sprache nicht mehr? Aber wenn das liebe Geld ruft schreibt man gerne so einen Song. Scheinheiliges Gehabe!