06. April 2005 12:06; Akt: 06.04.2005 14:30 Print

Prinz Albert von Monaco: Ein Heiratsantrag pro Woche

Der künftige Fürst von Monaco, Prinz Albert, hat in den letzten Jahren immer mehr Aufgaben von seinem Vater übernommen. Ausserdem gehört er zu den begehrstesten Junggesellen Europas.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit Donnerstag vergangener Woche führt der 47-Jährige die Regentschaft über das Fürstentum. Nach dem Tod seines Vaters wird er in absehbarer Zeit den Thron besteigen und dessen Erbe antreten.

Er werde seine Aufgaben «mit Kraft, Überzeugung und Leidenschaft» ausüben, versprach Albert den Monegassen nach der Übernahme der Regentschaft vor knapp einer Woche. Obwohl es mit der Gesundheit Rainiers schon seit Jahren bergab ging, dankte der Fürst nicht zu Gunsten seines Sohnes ab. Wie verlautete, wollte Rainier den notorischen Junggesellen erst verheiratet sehen.

Lange stand der einzige Sohn von Rainier und seiner 1982 tödlich verunglückten Frau Gracia Patricia im Schatten seiner beiden Schwestern. Er gilt als schüchtern und hat einmal eingeräumt, auf das Amt des Fürsten nicht sonderlich erpicht zu sein: «Ich habe öffentliche Angelegenheiten nicht immer als anziehend empfunden, und vielleicht ist das heute immer noch ein bisschen so», sagte der Erbprinz 1998 der Zeitschrift «Paris Match». Dennoch vertritt Albert, der fünf Sprachen beherrscht, Monaco seit Jahren auf der internationalen Bühne.

Die Zeitung «Le Journal du Dimanche» beschrieb den 47-Jährigen kürzlich in einem Porträt als pflichtbewussten Schüler, der sich schon seit seiner Kindheit gewissenhaft auf seine vorbestimmte Rolle als Monarch vorbereitet habe. Sein Vater Rainier sagte im Herbst 2000 in einem Interview mit «Le Figaro»: «Prinz Albert verfügt über alle Eigenschaften, um eines Tages Fürst zu werden. Aber erst möchte ich, dass er Nachkommen hat, weil das für die Zukunft des Fürstentums und unserer Familie essenziell ist.»

Das Problem der Erbfolge ist mittlerweile gelöst: Im April 2002 änderte das Parlament in Monte Carlo in aller Stille eine Verfassungsbestimmung, der zufolge Monaco nach dem Tod eines Fürsten ohne Nachkommen an Frankreich zurückgefallen wäre. Jetzt gilt: Falls Albert kinderlos stirbt, können auch seine Schwestern oder deren Kinder den Thron besteigen. Die Zukunft des 700 Jahre alten Grimaldi-Geschlechts scheint damit gesichert.


Jede Woche ein Heiratsantrag

Dennoch bietet Alberts Junggesellendasein immer wieder Anlass zu Spekulationen. Zeigt sich der Prinz in Begleitung einer Frau, wird sie von den Medien als mögliche First Lady gehandelt. Doch die Richtige ist bislang offenbar nicht dabei gewesen - und das, obwohl Albert einer der begehrtesten Junggesellen der Welt sein dürfte. Der Zeitschrift «Gala» sagte er vor sieben Jahren, er bekomme jede Woche mindestens ein spontanes Heiratsangebot. Und grundsätzlich abgeneigt scheint er der Ehe nicht zu sein, zumindest äusserte er damals Kinderwünsche: «Zwei Jungen und zwei Mädchen, das wäre ideal.»

Alberts offensichtlichste Leidenschaft aber gilt dem Sport. 1985 nahm der Thronfolger an der Rallye Paris-Dakar teil, musste jedoch wegen eines Motorschadens aufgeben. Mit seinem Zweierbob «Monaco I» trat der Vorsitzende und einzige Pilot des monegassischen Bob-Verbands bereits fünf Mal bei den Olympischen Winterspielen an.

Geboren wurde Albert Alexandre Louis Pierre, Marquis de Baux, am 14. März 1958. Nach einem Studium der Politikwissenschaft am amerikanischen Amherst College schiffte sich der Prinz 1981 für ein halbes Jahr auf dem Hubschrauberträger «Jeanne d'Arc» der französischen Marine ein. Erste Erfahrungen im Finanzmanagement sammelte er bei der New Yorker Wirtschaftsbank «Morgan Guaranty», anschliessend arbeitete er bei der berühmten Champagnerfirma Moet-Hennessy in Paris. Es folgten Praktika bei einer Werbeagentur und einer Anwaltskanzlei.

Auf den Erwerb von Managementwissen dürfte Fürst Rainier bestanden haben, schliesslich bezeichnete er sich selbst gern als «Aufsichtsratsvorsitzenden» des Unternehmens Monaco. Albert muss als Regent in grosse Fussstapfen treten. Und falls er doch noch heiratet, gelte das zweifellos auch für seine Frau - schliesslich müsste sie die Rolle seiner Mutter, des ehemaligen Hollywood-Stars Grace Kelly, übernehmen.

(ap)