Royals

15. Februar 2020 04:43; Akt: 15.02.2020 06:32 Print

Prinz Andrew droht neuer Ärger

Kurz vor seinem 60. Geburtstag wird es nicht ruhig um den Briten. Er wird mit einem weiteren mutmasslichen Vergewaltiger in Verbindung gebracht.

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Am 21. Februar 2020 fuhr ein gelber Schulbus mehrmals am Buckingham-Palast vorbei. An der Seite des Busses war zu lesen: «Wenn Sie diesen Mann sehen, dann bitten Sie ihn, das FBI anzurufen, um Fragen zu beantworten.» Hinter der Aktion steht die US-Anwältin Gloria Allred, die mehrere Frauen in dem Skandal vertritt. Sie wird ungeduldig: Der Prinz zeigt im Fall Epstein «null Kooperation». Auf eine Anfrage des FBI hat er nicht reagiert. November 2019: In einem Interview mit BBC hatte sich der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. erstmals zu seiner Beziehung zu Epstein und den gegen ihn selbst erhobenen Missbrauchsvorwürfen geäussert. Das Gespräch mit der Journalistin Emily Maitlis zog heftige Kritik auf sich. Doch er selbst war damit offenbar mehr als zufrieden. Zumindest kurz danach. Das verriet die BBC-Moderatorin bei Radio Times. Das erste gemeinsame Bild nach dem misslungenen TV-Interview: Am 22. November 2019 reiteten Prinz Andrew und die Queen zusammen im Windsor Park. Dabei dürfte die Königin ihrem Sohn mitgeteilt haben, dass er sein Büro im Buckingham-Palast räumen müsse. Am 20. November 2019 legte Prinz Andrew seine öffentlichen Ämter als Mitglied des britischen Königshauses nieder. Grund dafür ist ein Interview, das er zum Thema Jeffrey Epstein gegeben hat. Der Prinz wies dabei die Missbrauchsvorwürfe einer zum mutmasslichen Tatzeitpunkt minderjährigen Frau gegen ihn zurück. Er habe an jenem Tag mit seiner Tochter Pizza im Restaurant Pizza Express in Woking, England, gegessen. Er habe «Ihre Majestät gebeten, auf absehbare Zeit von öffentlichen Aufgaben zurücktreten zu dürfen», erklärte Prinz Andrew am 20. November 2019. Königin Elizabeth II., seine Mutter, habe dem Anliegen zugestimmt. Der Vorwurf: Andrew soll in den Jahren 2001 und 2002 dreimal Sex mit der damals minderjährigen Virginia Giuffre gehabt haben. «Ich bedaure weiterhin in unmissverständlicher Weise meine unbedachte Verbindung zu Jeffrey Epstein», erklärte Prinz Andrew in Bezug zum misslungenen Interview. Virginia Giuffre soll von US-Unternehmer Epstein an den Prinzen ausgeliehen worden sein. Das britische Königshaus hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Queen soll «jenseits von wütend» sein. Am 21. November 2019 wurde bekannt, dass die «entsetzte» Queen Andrew zum Rücktritt gezwungen habe. Das FBI hat die Ermittlungen aufgenommen. Prinz Andrew hat angegeben, mit allen möglichen Justizbehörden zusammenarbeiten zu wollen. Der US-Milliardär Jeffrey Epstein soll Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Michelle Licata (rechts) und Courtney Wild sind zwei seiner Opfer, die nun brisante Details bekannt geben. Epstein soll die beiden sexuell missbraucht haben, als sie noch minderjährig waren. Einige der Mädchen sollen bei den Übergriffen erst 14 Jahre alt und «höchst anfällig für Ausbeutung» gewesen sein: Opfer-Anwalt David Boies spricht vor den Medien. Die Übergriffe fanden zwischen 2002 und 2005 in Epsteins Immobilien in New York (im Bild), Palm Beach und an anderen Orten statt. Bei der Durchsuchung eines Tresors in Epsteins Anwesen in Manhattan wurden mehrere Datenträger mit Nacktfotos von augenscheinlich minderjährigen Mädchen beschlagnahmt. Epstein war am 6. Juli 2019 mit seinem Privatjet aus Frankreich kommend nach der Landung in New Jersey festgenommen worden. Epstein verstarb am 10. August 2019 in Gefangenschaft.

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Am 19. Februar wird Prinz Andrew 60 Jahre alt. Ob ihm zum Feiern zumute ist, bleibt allerdings fraglich. Der Vergewaltigungsskandal um Jeffrey Epstein (†66) ist für den Royal noch lange nicht ausgestanden - ihm selbst wird vorgeworfen, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben. Er selbst bestreitet die Vorwürfe.

Nun wird Andrew mit einem weiteren mutmasslichen Vergewaltiger in Verbindung gebracht, wie unter anderem die «Daily Mail» schreibt: Peter Nygard. Der finnisch-kanadische Mode-Unternehmer wird beschuldigt, auf seinem Anwesen auf den Bahamas zehn Frauen über mehrere Jahre vergewaltigt und Menschenhandel betrieben zu haben. Gegen ihn wurde in Miami eine Sammelklage eingereicht.

Vor Jahren zu Besuch

Manche der Opfer seien erst 14 Jahre alt gewesen. Nygard soll sie mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht und zudem zu extremen sexuellen Praktiken gezwungen haben. Der Anklageschrift sei zu entnehmen: «Nygard bot ihnen 5000 Dollar an, ehe er sie vergewaltigte, später bot er ihnen weitere 10'000 Dollar an, wenn sie ihren Darm in seinen Mund entleeren.» Nygard weist die Vorwürfe über seinen Anwalt zurück.

Prinz Andrew wird in diesem Zusammenhang zwar nicht des Missbrauchs beschuldigt, doch er kennt Peter Nygard. Der Royal und seine damalige Ehefrau Sarah Ferguson haben gemäss dem Bericht einmal ihre Ferien beim Mode-Millionär auf den Bahamas verbracht. Das soll vor knapp 20 Jahren gewesen sein. Wie gut sich Prinz Andrew und Nygard, der auch als Hugh Hefner Kanadas bezeichnet wird, kennen, ist nicht bekannt. Auch nicht, ob er etwas von Nygards mutmasslichen Praktiken wusste. Seinem ohnehin schon geschädigten Ruf ist dies allerdings nicht dienlich.

(roy)