08. April 2005 14:39; Akt: 08.04.2005 14:54 Print

Prinzessin Diana bleibt für die Briten die Nummer eins

Sie ist seit acht Jahren tot, doch in den Herzen der Briten regiert sie weiter: Prinzessin Diana, die nach ihrer unglücklichen Ehe mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles im August 1997 einen tragischen Unfalltod in Paris starb, ist unvergessen.

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Ihre treuesten Anhänger wollen am Samstag, wenn Charles im Rathaus zu Windsor seine langjährige Geliebte Camilla Parker Bowles heiratet, im Gedenken an die «Prinzessin des Volkes» Blumen vor dem Kensington-Palast, ihrem früheren Wohnsitz, niederlegen.

Dass Camilla die Briten so wenig begeistert, «liegt auch daran, dass ihr Stil so ganz anders als der von Diana ist», sagt der Herausgeber von «Majesty Magazine», Joe Little.

Märchenprinzessin

Tatsächlich hat Camilla, Charles Gefährtin seit 35 Jahren, mit der rund fünfzehn Jahre jüngeren Lady Di nicht viel gemein. Als die Briten Lady Diana 1980 im zarten Alter von 19 Jahren entdeckten, lagen sie ihr sofort zu Füssen: Schüchtern, leicht errötend, aber unglaublich fotogen, war sie die Hoffnungsträgerin für eine Monarchie, die mit dem noch jungen, aber doch schon altbacken wirkenden Charles nicht viel Sex-Appeal zu bieten hatte.

Opferrolle

Als das Scheitern der Ehe ruchbar und dann offiziell wurde, grübelte niemand lange darüber nach, wer Schuld war. Charles und vor allem Camilla, die nie voneinander gelassen hatten, werden bis heute für das Leid der Prinzessin verantwortlich gemacht.

Dass die Bevölkerung sich mit Diana in der Opferrolle so wunderbar identifizieren konnte, hat dabei nach Auffassung des BBC-Journalisten Jeremy Paxman eine wesentliche Rolle gespielt.

In Wahrheit sei Diana eine sehr viel komplexere Persönlichkeit gewesen, zwar «voller Mitgefühl» aber eben auch eine gewiefte Intrigantin, schreibt Paxman in seinem Buch «The English».

Unsterblich

Doch ihr plötzlicher Tod im Alter von 36 Jahren machte die Legende endgültig unsterblich. Drei Millionen Menschen zogen hinter ihrem Sarg durch London, fünf Millionen kauften Elton Johns für sie neu aufgelegtes Lied «Candle in the Wind». In den vier Wochen nach Dianas Unfall stieg die Selbstmordrate in Grossbritannien um 17 Prozent an.

In einer Umfrage der BBC aus dem Jahr 2002 wurde sie als Nummer drei der grossen historischen Persönlichkeiten genannt, zum Jahrestag ihres Todes am 31. August werden jährlich tausende Botschaften an das Tor des Kensington Palasts geheftet.

Das ihr gewidmete Denkmal im Hyde Park musste schon zweimal umgebaut werden, um es für die 5000 Besucher zugänglich zu machen, die dort pro Stunde gezählt werden.

Seit März gibt es auch ein Ballett mit Namen «Diana die Prinzessin», dessen künstlerischer Wert von Experten zwar nicht hoch geschätzt wird, bei dessen Uraufführung in Manchester im März jedoch bei den Auftritten der Figuren von Charles und Camilla heftig gepfiffen wurde.

(sda)