Sofortiger Rücktritt

12. März 2019 13:00; Akt: 12.03.2019 14:13 Print

Prostitutions-Skandal um K-Pop-Star Seungri

Der koreanische Pop-Star Seungri, Teil der sehr erfolgreichen Boyband Big Bang, beendet seine Musikkarriere. Er soll einen Prostitutionsring gedeckt haben. Die Chronik eines Skandals.

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Der koreanische K-Pop-Star Seungri soll in einen Prostitutionsring verstrickt sein. Er war für die Öffentlichkeitsarbeit eines Clubs in Seoul zuständig, gegen dessen Betreiber wegen Prostitution ermittelt wird. Der Club namens Burning Sun ist mittlerweile geschlossen. Prostitution ist in ... ... Südkorea illegal. Nun laufen verschiedene Verfahren gegen den Musiker. Auf Instagram verkündete er deswegen am Montag seinen Rücktritt aus der Musikindustrie. Neben dem besagten Post ... ... schrieb er: «Es ist jetzt besser, wenn ich mich aus der Unterhaltungswelt zurückziehe. Ich bin seit anderthalb Monaten von der Öffentlichkeit heftig kritisiert worden und werde von allen Behörden des Landes untersucht. Ich wurde als Verräter der Nation bezeichnet und ich kann es nicht ertragen, andere zu verletzen.» Seungri (2.v.l.) war Teil der Boyband BigBang, die zu den zu den extravagantesten K-Pop-Gruppen gehört – nicht nur, was die Frisuren betrifft. Ob, beziehungsweise wann für ihn ein neuer Sänger nachrückt, ist unklar. 2017 ... ... sahen Big Bang noch so aus. K-Pop ist, wenn auch Jungs Blumenkränze tragen. Blackpink gehören zu den modisch wichtigsten K-Pop-Influencerinnen, ihr Label YG bietet der Stylistin ein «sehr flexibles Budget», wie sie gegenüber WWD.com verrät. Red Velvet sind ebenfalls sehr erfolgreich und glänzend unterwegs. Hier eine etwas düsterere Interpretation derselben Looks. Zuvor zeigten sich die Fünf sportlicher gekleidet, mit viel Farbe und Animal-Print. Die Superstars BTS einmal bunt und einmal ... ... in gedeckteren Farben. NCT 127 machens vor: Die Haarfarbe spielt im K-Pop eine Hauptrolle. Und Got7 zeigen: Pastellfarben liegen immer drin. Twice sind bis in die Haarspitzen unterschiedlich durchgestylt – aber doch passend. Längst sind die K-Pop- auch Mode-Stars: Jennie von Blackpink ist Aushängeschild von Chanel. Taeyang von Big Bang für Fendi. Oder BTS für VT Cosmetics. Die koreanischen Musikerinnen und Musiker zählen zu den weltweit wichtigsten Fashion-Influencern.

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Kapitel 1: Die ersten Vorwürfe

Die Verstrickungen um den Burning-Sun-Nachtclub in Seoul, wo Seungri (29) für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich war, begannen im Januar. Dort sollen VIP-Kunden unter Drogen gesetzte Prostituierte zugehalten worden sein.

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Seungri, der wegen seines luxuriösen Lifestyles «Koreas Great Gatsby» genannt wird, verkündete daraufhin via Instagram, dass er nichts davon wisse. Kurz darauf wurde das Burning Sun jedoch geschlossen, wie Eonline.com berichtete.

Kapitel 2: Chatverlauf aufgetaucht

Im Februar wurden die Vorwürfe erneut laut – Seungri brach darauf seine Solo-Tour ab. Es folgte die Veröffentlichung eines privaten Chatverlaufs aus dem Jahr 2016, in dem eindeutig über Prostituierte, die «keinen Wirbel machen» würden, gesprochen wurde.

Seungri tat den Auszug als gefälscht ab. Trotzdem schaltete sich die koreanische Antikorruptions- und Zivilrechtskommission ein. Prostitution ist in Südkorea illegal.

Kapitel 3: Der Druck wächst

Doch der öffentliche Druck auf das Plattenlabel und Seungri nahm weiter zu: Anfang März wurde Big Bangs Plattenlabel YG Entertainment vorgeworfen, Beweise zu vernichten. Eine Online-Petition forderte Seungris Rücktritt. Kurze Zeit später wurden Anklagen gegen ihn und andere aus dem erwähnten Chat erhoben – wegen Verdachts auf Prostitutionsvermittlung.

Kapitel 4: Flucht ins Militär

Seungri wollte sich, nachdem die Anschuldigungen erhoben worden waren, in den obligatorischen Militärdienst, der am 25. März beginnen sollte, flüchten. Die Polizei liess verlauten, dass die Untersuchungen dadurch nicht behindert würden. Seungri darf das Land zurzeit nicht verlassen. Er wolle mit den Behörden kooperieren.

Kapitel 5: Das Ende der Musikerkarriere

Auf Instagram gab der Sänger am Abend des 11. März bekannt, dass er nach dem zweijährigen Militärdienst nicht mehr Teil von Big Bang sein werde.

In seinem Post teilt er mit, dass er sich entschlossen habe, sich aus der Entertainment-Industrie zurückzuziehen. Der Skandal «sei zu gross geworden» – und er ertrage es nicht, andere zu verletzen. Er sei als Verräter dargestellt worden – mit dem Rücktritt wolle er auch die Ehre der Band und des Labels schützen. Er dankt den Fans für zehn Jahre Treue. Und entschuldigt sich.

(jev)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mr1000faces am 12.03.2019 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hype

    Ich verstehe den Hype um diese ganzen Kpop Bands immer noch nicht... Die sehen alle austauschbar aus und dürfen nur machen was ihr Management vorschreibt. Und um noch mehr Geld mit Ihnen zu verdienen werden sie auch noch als Influencer eingesetzt. Was hat das alles denn noch mit Musik zu tun ? Kein Wunder brechen sie irgenwann aus dem Hamsterrad aus...

    einklappen einklappen
  • Bartgeier am 12.03.2019 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Anschluss verpasst

    1. Wer ist Seungri? 2. Wer/was ist Big Bang? 3. Was ist K-Pop? Ich glaube ich habe den Anschluss an die Welt tatsächlich verpasst, und dass obwohl ich erst 32 bin...

  • Heiner Birrer am 12.03.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Offiziell verboten, ja

    Aber kein Problem. Gibt Locations on Seoul, oder auch Suwon, die sehen aus wie die Schaufenster in Amsterdam. Kein Scherz! Aber: Internet wird tatsächlich extrem zensiert!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Joe Arpaio am 12.03.2019 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Einzelfall

    Alle im K-Pop sind entweder Opfer (oder werden Täter) der eigenen Agenten und werden mit unterschiedlichsten Mittel erpresst sich für die Reichen in Korea zu prostituieren. Dasselbe gilt für einen grossen Teil der Schauspieler usw. siehe Jang Ja Yeon.

  • Neumann mit Susi am 12.03.2019 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was solls

    Nie von denen gehört. Die sind die eine wie die andern, Massenware eben, wie so vieles heute. Andererseits, was soll an Prostitution anstössig sein? Das Problem sind eher die dortigen Gesetze und Behörden. Wenn ihr wüsstet, wie es in meiner Hütte hier oben an Waldrand zu und her geht...

  • Mariachi am 12.03.2019 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Boygroups, aber sicher nicht Bands

    Die meisten dieser Jungs singen und hüpfen herum. Aber Instrumente spielen sie keine. Also hört bitte endlich damit auf, sie als Bands zu bezeichnen. Denn das sind sie nicht.

  • Heiner Birrer am 12.03.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Offiziell verboten, ja

    Aber kein Problem. Gibt Locations on Seoul, oder auch Suwon, die sehen aus wie die Schaufenster in Amsterdam. Kein Scherz! Aber: Internet wird tatsächlich extrem zensiert!

  • Bartgeier am 12.03.2019 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Anschluss verpasst

    1. Wer ist Seungri? 2. Wer/was ist Big Bang? 3. Was ist K-Pop? Ich glaube ich habe den Anschluss an die Welt tatsächlich verpasst, und dass obwohl ich erst 32 bin...