Trash-TV

22. August 2010 17:27; Akt: 23.08.2010 00:03 Print

RTL II trennt sich von U-Chefin

Der Privat-Sender RTL II ergreift endlich Massnahmen gegen die abendliche Ladung Trash-TV und verkündigt in einer mysteriösen Pressemitteilung die Trennung von Unterhaltungschefin Julia Nicolas.

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Das sind also die Kandidaten für eine der drei neuen Doku-Soaps auf RTL II. Die schrille Olivia Jones wird für einige Tage für «Das Tier in mir» mit Kamelen zusammenleben. Von ihrem Kostüm muss sie sich bald trennen und ... ... in ein kamelgerechteres schlüpfen. Damit ihre neuen Freunde sie auch aufnehmen. Die selbsternannte Königin der Hamburger Reeperbahn wird die nächsten zwei Tage also mit einer Herde Kamele verbringen. Und natürlich auch wie diese ... ... leben und auch bei ihnen schlafen. Oder zumindest so lange, wie die RTL-II-Kamera läuft. Wie die Kamele trinken kann Olivia übrigens auch ganz gut. Kommen wir zum nächsten Kandidaten ... Hier schmiert sich Moderator Oliver Beerhenke gerade mit Bärenkot ein. Er muss ja auch schliesslich nach «Bär» riechen, wenn er für zwei Tage einer sein will. So sieht das gemeinsame Mittagessen von Oliver Beerhenke mit dem Bär dann aus. Das mit dem Kot müssen übrigens alle machen. Auch Schlagersänger Tim Toupet. Er hat das Glück und kriegt eine schöne Portion Krokodil-Kacke ins Gesicht. Vielleicht hätte RTL II doch lieber Häschen oder etwas anderes flauschiges aussuchen sollen ... Aber die Sicherheit der Menschen hatte ja nie grosse Priorität im RTL-II-Doku-Programm. Also weiter gehts ... Hier haben wir D-Promi Gina-Lisa, die sich gerade Erdmännchen-Exkrementen ins Gesicht reibt. Ist ja auch fast so wie eine Schönheitsmaske. Nach den zwei Tagen hat sich die Blondine wahrlich zu einem Erdmännchen gewandelt. Hat die Sendung also immerhin einen Erfolg verzeichnen können ... Wie für einen Seehund üblich, bekommt auch Jörg Krusche seine Mahlzeit in Form von Fischen angereicht. Danach muss er einen Ball auf der Nase balancieren und mit den Händen klatschen. Wenn er gut war, darf er mit seinen Freunden weiterspielen. Nico Schwanz hat das Vergnügen ein Straussen-Leben für zwei Tage zu führen. Und Ingrid van Bergen ist der Wolf im Schafspelz. Ulli Potofski versuchts mal mit den Elefanten. (Wir freuen uns besonders auf den Anpassungsteil - Sie wissen schon, da wo er nach «Elefant» riechen muss.) Charlotte Karlinde wid zum Hund und ... ... Moderator Jochen zum Känguru. Mit passendem Anzug. Und passendem Kot im Gesicht. Für Katy Karrenbauer hat man auch ein passendes Tier gefunden: Einen Esel! Und was muss man tun, wenn man wie ein Esel sein will? Genau ... Als erstes mal eine ordentliche Portion Esel-Stuhl ins Gesicht schmieren. Toll! Da freut sich der Zuschauer immer besonders. Und bei ... ... solchen Bildern freut sich der Zuschauer auch meist immer. Das ist übrigens Annina, sie suhlt sich gerne im Dreck.

Szenen aus «Das Tier in mir».

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«RTL stärkt das Qualitätsmanagement», so der Betreff der Pressemitteilung des Privatsenders RTL II, die offen und ehrlich zugibt, dass ihr momentanes Programm erbärmlich ist. Nachdem die 10. Big-Brother-Staffel sich endlich dem Ende neigte, warteten schon neue Trash-Formate in der Pipeline. Die Sendung «Das Tier in mir» (siehe Bildstrecke) verzeichnete keinen Erfolg, sondern erntete nur Kritik von allen Seiten. Der Medienwissenschaftler Alexander Kissler bezeichnete die Sendung gar als einen «Tiefpunkt».

Aber nicht nur «Das Tier in mir» floppte. Auch der Versuch, übergewichtige Menschen ins «Abenteuer Afrika» zu senden, um sie öffentlich bloss zu stellen, interessierte kaum.

Neue Formate werden nun einen «standardisierten Evaluationsprozess» durchlaufen

Nun gelobt RTL II also hochoffiziell Besserung. Neue Formate sollen künftig etwa einen «standardisierten Evaluationsprozess» durchlaufen, der den gesamten Sender, von der Redaktion über das Marketing und die Werbevermarktung bis hin zur Geschäftsführung, einbezieht. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, «dass die Programme von RTL II künftig in grösserem Masse als bisher den qualitativen Ansprüchen gerecht werden».

Julia Nicolas muss die Wange hinhalten

Den Anfang macht der Sender also mit der Trennung von der bisherigen Unterhaltungschefin Julia Nicolas. Ganz nebenbei wird erwähnt, dass Nicolas «im gegenseitigen, freundschaftlichen Einvernehmen» das Unternehmen verlässt.

Ob das wirklich im gegenseitigen, freundschaftlichen Einvernehmen geschehen ist, darf bezweifelt werden. Die Trennung von Nicolas geschieht so plötzlich, wie der Wunsch von RTL II, jetzt kontroverse Formate mit «einem Gespür für Mitgefühl und gesellschaftlicher Verantwortung» ausstrahlen zu wollen. Wir sind gespannt, was sich in den nächsten Wochen im Programm ändern wird - wenn überhaupt.

(lis)