Reaktionen auf Weinstein-Urteil

25. Februar 2020 11:55; Akt: 25.02.2020 13:06 Print

«Ein Monster auf Erden ist weg»

Mehr als 80 Frauen werfen Harvey Weinstein sexuelle Vergehen vor. In sozialen Medien teilen viele ihre Erleichterung und Genugtuung über das Urteil mit.

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Wirft Weinstein Vergewaltigung vor: US-Schauspielerin Rose McGowan. Nach dem Urteil bedankte sie sich bei den «mutigen Frauen», die im Prozess aussagten. Die Geschworenen im Prozess gegen Harvey Weinstein waren sich lange uneinig. Die Beratungen wurden sogar vertagt. (21. Februar 2020) Schuldig oder nicht schuldig? Zwölf Geschworene berieten sich täglich, um ein Urteil im Prozess gegen Ex-Hollywood-Produzent Harvey Weinstein zu fällen Der Prozess um Harvey Weinstein gilt als Meilenstein der #MeToo-Ära. Am 6. Februar 2020 hatte die Staatsanwaltschaft die Befragung ihrer Zeugen im Prozess abgeschlossen. Weinstein wird sexueller Missbrauch und Vergewaltigung vorgeworfen. Im Prozess geht es konkret um die Anschuldigungen von zwei Hauptklägerinnen. Der Angeklagte selbst hat während des Prozesses geschwiegen. Schauspielerin Jessica Mann brach im Gericht in Tränen aus, als sie eine frühere E-Mail an ihren Ex vorlesen musste. Nach einer kurzen Pause brach der Richter die Anhörung ab. Mann ist eine der beiden Hauptzeuginnen im Weinstein-Prozess und wirft dem einstigen Filmmogul Vergewaltigung vor. Vor dem Gang ins Gericht: Jessica Mann und ihre Anwältin. Harvey Weinstein muss sich vor Gericht verantworten. Im Hintergrund in den grauen Jacken: Zwei von Weinsteins Anwälten, Arthur Aidala und Donna Rotunno. (22. Januar 2020) Die Anklägerinnen schilderten zum Prozessauftakt in schockierenden Details, wie Weinstein seine mutmasslichen Opfer angegriffen habe. Der einstige Hollywood-Produzent erschien auch zum gestrigen Gerichtstag mit einer Gehhilfe. (22. Januar 2020) Er musste sich Ende 2019 nach einem Autounfall einer Rückenoperation unterziehen. (11. Dezember 2019) Model Emily Ratajkowski präsentierte im Dezember ihre Meinung zu Weinsteins 25-Millionen-Einigung auf ihrem Arm. Das deutliche Statement platzierte sie auf dem roten Teppich einer Filmpremiere in Los Angeles. Damals wurde bekannt, dass Weinstein eine Vereinbarung über Entschädigungszahlungen an dutzende Frauen geschlossen haben soll, die ihm sexuelle Gewalttaten vorwerfen. (11. Dezember) Bereits Anfang Dezember musste der Ex-Filmproduzent in New York vor Gericht erscheinen. (6. Dezember 2019) Schauspielerin Rose McGowan geht gerichtlich gegen Harvey Weinstein vor, wie Ende Oktober bekannt wurde. (Archivbild) Schauspielerin Annabella Sciorra sagte im Sommer, Weinstein habe auch sie vergewaltigt. (Archivbild) Sciorra (l.) trug durch ein Interview mit dem Magazin «New Yorker» im Oktober 2017 dazu bei, die #MeToo-Bewegung in Gang zu setzen. Darin berichtete sie, dass Weinsein sie 1993 in ihrer New Yorker Wohnung vergewaltigt habe. Plädiert auf nicht schuldig: Harvey Weinstein erscheint zum Gerichtstermin in New York. (5. Juni 2018) Wieder auf freiem Fuss: Harvey Weinstein wurde am Freitag gegen eine Kaution und mit einer elektronischen Fussfessel wieder freigelassen. (25. Mai 2018) Harvey Weinstein stellte sich im Mai 2018 in New York der Polizei. Er wurde vor dem Gebäude von dutzenden Fotografen und Fernsehteams erwartet. Liessen sich scheiden: Harvey Weinstein mit Georgina Chapman. (Archivbild) «Da war ein Teil von mir, der schrecklich naiv war – ganz klar, so naiv»: Georgina Chapman. Der Fall Weinstein hatte eine weltweite Kampagne gegen sexuelle Belästigung und Gewalt ausgelöst. Unter dem Hashtag #MeToo machten zahlreiche Missbrauchsopfer ihre Erfahrungen öffentlich. Unter den Beschuldigten sind viele Prominente. So auch Schauspieler Dustin Hoffman – mit dem sich Moderator John Oliver (links) öffentlich anlegte. Ein ehemaliger Staatsanwalt soll die Anschuldigungen gegen ihn überprüfen: Stardirigent James Levine. (Archivbild) Soll Frauen während Wahlkampfauftritten belästigt haben: Al Franken anlässlich einer Pressekonferenz in Washington. (27. November 2017) Erzählt von ihren eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung und Belästigung: Natalie Portman am Vulture-Festival in Hollywood. (19. November 2017) Rechnet mit Harvey Weinstein ab: Uma Thurman, hier bei den Filmfestspielen in Cannes. (18. Mai 2017) Wegen Vergewaltigung zu einer neunjährigen Gefängnisstrafe verurteilt: Robinho im Trikot von AC Milan. (Archiv) Wurde von Harvey Weinstein begrapscht: Ambra Battilana Gutierrez. Nicola Werdenigg, eine ehemalige Skirennfahrerin, hat über schockierende Zustände im österreichischen Skisport der 70er-Jahre berichtet: Ein Bild der Skirennfahrerin (undatierte Aufnahme). Bild: Facebook/Nicola Werdenigg Auch den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton holen Missbrauchsvorwürfe ein: Bill Clinton bei einer Rede im Jahr 2016. Foto: John Locher (Keystone) «Ich habe mich zeitweise taktlos verhalten und übernehme dafür die Verantwortung»: Charlie Rose. (Archivbild) Auch er ist mit Vorwürfen konfrontiert: Sylvester Stallone während einer Pressekonferenz für den Film «Creed». (6. November 2015) «Unangemessenes Verhalten»: Das Old Vic Theater in London hat 20 Vorwürfe gegen seinen früheren künstlerischen Leiter Kevin Spacey gemeldet. Zu Oralsex gezwungen oder masturbiert: Sechs Frauen werfen Brett Ratner vor, sie sexuell belästigt oder missbraucht zu haben. (Archivbild) Will nicht mit Filmproduzent Bret Rattner an das Set: «Wonder Woman»-Darstellerin Gal Gadot. (25. Mai 2017) Fühlte sich von Brett Ratner blossgestellt: Schauspielerin Ellen Page. Fünf Frauen haben Vorwürfe gegen den US-Republikaner erhoben: Roy Moore. (Archivbild) Sitzt wegen Besitzes von Kinderpornografie im Gefängnis: Der ehemalige Arzt der US-Kunstturn-Nationalmannschaft Larry Nassar bei einer Anhörung in Michigan. (17. Februar 2017) Beschuldigt Nassar, sie sexuell missbraucht zu haben: Die 23-jährige US-Turnerin und Goldmedaillen-Gewinnerin Aly Raisman. Gehört zu den Missbrauchs-Opfern von Larry Nassar: Turn-Olympiasiegerin Gabrielle Douglas. Verbreitet ein Erlebnis über sexuelle Nötigung auf Twitter: Pitch-Perfect-Star Rebel Wilson. Die US-Torhüterin Hope Solo sagt, Sepp Blatter habe ihr bei der Verleihung des Ballon d'Or im Januar 2013 an den Po gefasst: Solo und Blatter (rechts) verleihen Abby Wambach ihre Auszeichnung im Kongresshaus Zürich. (7. Januar 2013) Eine Schauspielerin wirft Steven Seagal sexuelle Belästigung vor – er soll bei einem Vorsprechen seine Hose geöffnet haben: Der 65-Jährige an einer Pressekonferenz. (Archiv) Wurde angeblich von einem Produzenten bedrängt: Schauspielerin Jane Seymour hier im Bett mit Roger Moore in einer Szene von «Leben und sterben lassen». Sex im Auto als Geheimnis: Gleich zwei Frauen sagen, es sei dazu gekommen; die eine sagt, es sei sehr brutal gewesen. Auch weitere Frauen werfen Tariq Ramadan sexuelle Brutalität vor. (Archivbild) Kristina Cohen sagt aus, dass sie vor drei Jahren vom britischen Schauspieler Ed Westwick zum Sex gezwungen worden sei. (Archivbild) Der prominente österreichische Grünen-Politiker Peter Pilz ist nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten. Der ehemalige Kongressabgeordnete Anthony Weiner tritt seine Haftstrafe wegen Sexting an. (6. November 2017) Zwei Frauen warfen ihm sexuelle Belästigung vor: Der Chefredaktor des renommierten Radiosenders NPR, Michael Oreskes, trat daraufhin zurück. (Archivbild) Der konservative britische Verteidigungspolitiker Michael Fallon musste Anfang November wegen ähnlicher Vorwürfe zurücktreten. (Archivbild) Der britische Labour-Politiker Clive Lewis soll eine Frau unsittlich berührt haben. Er bestreitet den Vorwurf. (Archivbild) «Ich hätte nicht mit ihm verheiratet sein wollen»: Matt Damon soll nur davon gewusst haben, dass Weinstein ein Womanizer war. (23. Oktober 2017) Als sie ihn abblitzen liess, sei er «aufgebracht» gewesen: «Game of Thrones»-Star Lena Headey. (Archivbild) Sagt, er habe in sie eindringen wollen: Die britische Schauspielerin Lysette Anthony ist die fünfte Frau, die Harvey Weinstein Vergewaltigung vorwirft. (Archivbild) Schauspielerin Rose McGowan soll von Weinstein gar Schweigegeld erhalten haben. Hat eine «schlechte Erfahrung» mit Harvey Weinstein gemacht: Schauspielerin Angelina Jolie. (Archivbild) Weinstein habe sie angefasst und wollte sie massieren: Gwyneth Paltrow. (Archivbild) Schauspielerin Ashley Judd gehört zu den Frauen, die gegen Weinstein Vorwürfe erheben. Der Filmproduzent war bereits mehrfach Gast am Zurich Film Festival, hier 2013.

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Mit Spannung wurde das Urteil gegen den früheren Filmmogul Harvey Weinstein (67) erwartet. Am Montagabend wurden zahlreiche Opfer erlöst: Weinstein wurde in zwei von fünf Anklagepunkten – Vergewaltigung und schwere sexuelle Nötigung – schuldig gesprochen.

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Weinstein drohen nun bis zu 25 Jahre hinter Gittern. Das Strafmass soll am 11. März verkündet werden. Ein freier Mann ist er schon jetzt nicht mehr: Noch aus dem Gerichtssaal wurde er in Handschellen abgeführt.

Das wegweisende Urteil löste eine Welle der Erleichterung in den sozialen Medien aus. Zahlreiche Schauspielerinnen oder TV-Schaffende meldeten sich auf Twitter und teilten ihre Genugtuung mit.

Ashley Judd

Schauspielerin Ashley Judd (51) hatte selbst erfolglos versucht, gerichtlich gegen Weinstein vorzugehen. Im Januar 2019 hatte ein Richter in Los Angeles ihre Klage aus rechtlichen Gründen zurückgewiesen. Judd wirft Weinstein vor, er habe sie 1998 diffamiert, nachdem sie seinen sexuellen Annäherungsversuchen ein Jahr lang nicht nachgegeben hatte. Wegen seiner Verleumdungen habe sie eine Rolle in «Der Herr der Ringe» nicht erhalten.

Nach dem Urteil gegen den früheren Filmmogul bedankte sich Judd nun bei den Zeuginnen, die ausgesagt hatten. «Für die Frauen, die in diesem Fall aussagten und durch die traumatische Hölle gingen, ihr habt allen Frauen und Mädchen einen Dienst erwiesen, vielen Dank», twitterte Judd.

Rose McGowan

Sie gehört zu den zentralen Figuren, die die weltweite #MeToo-Debatte ins Rollen brachte. Rose McGowan (46) wirft Weinstein vor, er habe sie 1997 vergewaltigt. Das Urteil sei ein «grosser Schritt in Richtung unserer kollektiven Heilung», twitterte die Schauspielerin nach der Schuldigsprechung.

Und in einem zweiten Tweet: «Ich bin stolz auf die tapferen Frauen, die aussagten, dass sie ein Monster auf Erden aus dem Verkehr gezogen haben.»

Gretchen Carlson

Die ehemalige Miss America und US-Fernsehmoderatorin Gretchen Carlson (53) hofft, dass «die Handschellen fest sitzen», wie sie twitterte. Sie ist ausserdem überzeugt: Noch vor drei Jahren wäre ein Urteil gegen Weinstein niemals gefallen.

Carlsons persönliche Story wurde gerade mit «Bombshell» verfilmt. Die ehemalige «Fox News»-Moderatorin hatte ihren früheren Chef, den Fernsehproduzenten Roger Ailes, wegen sexueller Belästigung verklagt.

Ellen Barkin

Weinstein sei jetzt «ein verurteilter Vergewaltiger», twitterte Schauspielerin Ellen Barkin (65). «Egal, wie sehr sich die Verteidigung bemüht, er wird bis zu seinem Tod ein verurteilter Vergewaltiger bleiben.» Barkin gab aber auch zu bedenken, dass gerade mal «0,7 Prozent der Sexualverbrecher» verurteilt würden.

Die Schauspielerin hatte 2017 gegenüber «The New Yorker» gesagt, dass sie von Weinstein zwar nie körperlich angegangen worden sei, dass sie aber Opfer seines verbalen Missbrauchs gewesen sei.

(kfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • cjv am 25.02.2020 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beweise?

    ich hoffe doch sehr man stüzt sich bei diesem urteil auf beweise und nicht nur auf aussagen...

    einklappen einklappen
  • TomTom am 25.02.2020 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich

    Ich verurteile Gewalt generell und im besonderen an Frauen. Es ist jedoch bedenklich, dass Frauen diese Art von Karrieresprungbrett bewusst ausgenutzt haben und dann 20 Jahre später als ihre Karriere im Trockenen war, scheinheilig mit dem Finger auf den Mann zeigen der ihre Karriere vorangetrieben hat. Ich verstehe, dass eine missbrauchte Person eine gewisse Zeit benötigt um sich zu wehren. Aber über 10 Jahre? Da wurde Profit aus der Situation geschlagen und das ist noch richtig! Eine Vergewaltigung kann nie gutgeredet werden und gehört verurteilt. Aber hier scheint es eine Mode zu sein.

  • Jakob Weilenmann am 25.02.2020 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Metoo

    Mag nicht alles korrekt gewesen sein. Die Damen haben sich trotzdem zum Erfolg geschlafen. Das wird ausgeblendet. Auch das war sehr falsch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Manu J. am 25.02.2020 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Meldung..!!! D8)

    1 ist raus! XXX bleiben weiter auf freiem Fuss und leben ihr Treiben weiter aus!

  • J.B am 25.02.2020 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vitamin B

    Finde es etwas unverständlich das sich diese Frauen 20 Jahre Zeit lassen und jetzt auf einmal wollen doch noch alle Schadensersatz. Vermutlich hofften auch viele, mit etwas Vitamin B, berühmt zu werden. Es gab sicher auch zahlreiche Damen die dieses Angebot angenommen haben. Man wird es nie genau wissen.

  • weinstein am 25.02.2020 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    profitiert?

    würde mich nur mal so interessieren, wie viele der frauen massiv von dem typen profitiert haben und jetzt einen auf monster machen...

  • §OMBOON §ALEOFF §AMUI am 25.02.2020 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Female Publici first!

    Sexuelle Belästigung ist nicht Vergewaltigung allerdings ist beides abdolut verwerflich! Harvey Weinstein wird in den USA von der #metoo bewegung als nicht bewiesener Vergewaltiger hingestellt, obschon es ganz offensichtlich einvernehmlicher Sexhandlungen waren! Es geht doch in den USA immet um das größtmögliche aufsehen und die öffentliche Aufmerksamkeit für NutzniessrInnen und RichterInnen. Eben um Publici für die US-amerikanische Kuscheljustiz und 5 ausrangierte und unter dem Aufmerksamkeitssyndrom leidenden, mediengeilen Hollywood-Filmdiven welche sich plötzlich wie von Geistergestalt unisono an Oral-Vergewaltigung zu erinnern glauben. Ein Ding der Unmöglichkeit außen Frau machts aus Spaß oder für Entgelt. Diese feminine Argumentation ist in etwa das gleiche, wie wenn ein Mann behaubtet, er werde wegen Vergewaltigung durch eine Frau schwanger.

  • ton ton am 25.02.2020 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute beziehungen?

    der präsident wird ihn begnadigen! wetten?