Fahrlässige Tötung

01. Oktober 2011 19:34; Akt: 01.10.2011 19:34 Print

Redeverbot für Anwälte im Jackson-Prozess

Im Fernsehen hatte der Verteidiger von Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray darauf hingewiesen, dass sich die Zeugen widersprochen hatte. Der Richter reagierte mit einem Redeverbot für alle beteiligten Anwälte.

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Das Strafmass für den bereits schuldige gesprochenen Conrad Murray beträgt vier Jahre. Am wird das Urteil gefällt. Conrad Murray, Jacksons ehemaliger Leibarzt, wird der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. : Im Prozess gegen den Leibarzt des verstorbenen Popstars Michael Jackson beraten die Geschworenen über ein Urteil. Gemäss dem Gutachter Paul White könnte Popstar Michael Jackson sich die tödliche Dosis Propofol selber verabreicht haben. Damit wird der Angeklagte Leibarzt Conrad Murray entlastet. Viele Jacko-Fans glauben jedoch fest an die Schuld des Arztes und protestierten auch am 28. Oktober vor dem Gerichtsgebäude gegen den «Dr.Death». Zuvor sprachen im Prozess viele Indizien gegen Murray: Am 21. Oktober 2011 wurden die Zeugen geladen. Die Verteidiger des wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Herzspezialisten Conrad Murray griffen die Aussage des renommierten Anästhesisten Steven Shafer (l.) an. Shafer hatte zu Protokoll gegeben, Murray habe seinem Patienten eine tödliche Menge des Narkosemittels Propofol intravenös verabreicht - etwas was, Verteidigungs-Chef Ed Chernoff (l.) freilich bestreitet. Die Aussage von Alon Steinberg am 12. Oktober belastet Murray zusätzlich: Der Herzspezialist sagte, Michael Jackson wäre noch am Leben, wenn Murray rechtzeitig die Sanitäter gerufen hätte. Am 11. Oktober 2011 wird der Jury das wohl letzte Bild des toten King of Pop vorgelegt. Der Gerichtsmediziner Dr. Christopher Rogers (mit Staatsanwalt David Walgren r.) zweifelt derweil die Version der Verteidigung an, wonach sich Jackson die tödliche Überdosis Propofol selbst verabreicht haben soll. Langsam wird es eng für den früheren Leibarzt Dr. Conrad Murray (l.) und sein Verteidiger J. Michael Flanagan. Diverse medizinische Gutachten werden präsentiert ... ... Obduktionsberichte ... ... Polizeinotizen ... ... ... Infusions-Spritzen ... ... genaue Berechnungen zum Mageninhalt Jackos ... ... und immer wieder: ... ... Fotos ... ... aus der Neverland-Ranch ... ... vom Zeitpunkt des Todes von Michael Jackson. Polizeidetektiv Scott Smith sagt aus ... ... während sich Richter Michael E. Pastor fragt ... ... weshalb das Datum auf dem Obduktionsfoto falsch sei. Der Prozess gegen Michael Jacksons früheren Leibarzt wurde in Los Angeles am 27. September eröffnet. Der Herzspezialist Conrad Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem 58-jährigen Mediziner bis zu vier Jahre Haft. Am vierten Prozesstag sagte der Rettungssanitäter Richard Senneff vor Gericht aus. Senneff wirft Jacksons Leibarzt Verschleierung vor: Murray habe nie gesagt, dass er seinem Patienten das Anästhetikum Propofol gegeben habe. Ein weiterer Sanitäter, Martin Blount, bestätigte Senneffs Einschätzung, Jackson sei kurz nach der Ankunft der Rettungskräfte gestorben. Ausserdem erklärte Blount, er habe beobachtet, wie Murray die auf dem Boden liegenden Flaschen Licodain griff und in eine schwarze Tasche warf. Am dritten Prozesstag führte Staatsanwalt David Walgren ein Fläschchen Propofol als Beweisstück vor. Eine Überdosis des Betäubungsmittels soll zum Tod von Jackson geführt haben. Jacksons Bodyguard Alberto Alvarez sagte aus, Murray habe ihn angewiesen, einen Infusionsbeutel mit einer Kochsalzlösung in einer Tüte zu verstauen. Alvarez fügte hinzu, er habe zunächst angenommen, er solle die Gegenstände verpacken, weil Jackson ins Krankenhaus gebracht werde. Auch Kai Chase, die persönliche Köchin des King of Pop musste vor Gericht aussagen. Richter Michael Pastor wird das Urteil im Prozess fällen. Im Gerichtssaal wurde ein Bild gezeigt von Micheal Jacksons Holmby Hills Schlafzimmer. Jacksons Geschwister Randy und Janet Jackson bei ihrer Ankunft am Gericht ... ... und auch La Toya Jackson verfolgt den Prozess. Auf Plakaten und mit lauten Rufen forderten Jackson-Fans «Gerechtigkeit für Michael» ... ... und wünschten Jacksons Leibarzt nichts Gutes. Am 7. Oktober wurde Murrays Aussage bei der Polizei vor Gericht erstmals öffentlich abgespielt.

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Der Richter im Prozess um Michael Jacksons Tod hat allen beteiligten Anwälten ein Redeverbot erteilt. Nach einem Bericht der «Los Angeles Times» vom Samstag reagierte der Richter mit dieser Anordnung auf den Fernsehauftritt eines Verteidigers von Jacksons ehemaligen Leibarzt Dr. Conrad Murray.

Murrays Anwalt Matthew Alford hatte am Freitag in einem Interview des US-Senders NBC darauf hingewiesen, dass einer der Zeugen sich bei seiner Aussage mehrfach widersprochen habe.

Vier Jahre Haft drohen

Der Kardiologe ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Jackson war 2009 an einer «akuten Vergiftung» mit dem Narkosemittel Propofol gestorben. Laut Anklage hat Murray «grob fahrlässig» gehandelt und den Tod durch das Verabreichen starker Medikamente herbeigeführt.

Die Verteidigung will beweisen, dass der Sänger am Todestag etliche Medikamente ohne Wissen seines Arztes eingenommen und sich damit versehentlich selbst umgebracht hatte. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Murray vier Jahre Haft.

(sda)