«PR-Desaster»

09. August 2013 10:45; Akt: 09.08.2013 12:26 Print

Riesen-Empörung nach Oprahs Zürich-Frust

Weltweit berichten Medien über die schäbige Behandlung der US-Talkmasterin Oprah Winfrey in einer Zürcher Luxusboutique. Schweiz Tourismus tobt – der Imageschaden ist immens.

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Negative Schlagzeilen für die Schweiz: Dass der dunkelhäutigen Talkmasterin Oprah Winfrey (59) in einer Zürcher Boutique verwehrt wurde, eine teure Tasche zu kaufen, sorgt weltweit für Schlagzeilen. Der Vorfall wird in den Berichten verknüpft mit dem Freibad-Verbot für Asylsuchende in Bremgarten (AG), unter anderem im britischen «Independent».

Von der britischen BBC bis zur somalischen Nachrichtenplattform Wararka berichten Zeitungen und Websites am Freitag über den Vorfall in der Zürcher Luxus-Boutique (siehe Bildstrecke).

«Diese Tasche können Sie sich nicht leisten»

Die amerikanische Milliardärin, die vor drei Wochen wegen Tina Turners Hochzeitsfest in Zürich weilte, wollte sich eine 35'000 Franken teure Handtasche anschauen – die Verkäuferin soll sich gemäss Winfreys Aussagen aber geweigert haben, ihr das Modell zu zeigen.

«Sie wollen diese Tasche nicht sehen. Die ist zu teuer. Die können Sie sich nicht leisten», zitierte Winfrey die Aussagen der Verkäuferin in der Sendung «Entertainment Tonight» auf dem amerikanischen Sender CBS.

(Video: Youtube.com/CBS)

«Ein PR-Desaster für die Schweiz»

Im «Blick» vom Freitag entschuldigt sich die Luxusboutiquen-Besitzerin Trudie Götz, die in der Zürcher Altstadt mehrere Läden betreibt, bei Winfrey. Es sei ein Missverständnis gewesen. «Bei uns gibt es keine Gesichtskontrolle.»

In den Berichten wird der Vorfall als «PR-Desaster für die Schweiz» bezeichnet, da das Land wegen seiner restriktiven Asylgesetzgebung ohnehin bereits unter Beobachtung stehe. Erwähnt werden die Rayonverbote im aargauischen Bremgarten und die Zentren, in denen die Asylsuchenden untergebracht werden.

Schweiz Tourismus entschuldigt sich bei Oprah

Schweiz Tourismus versuchte nach Bekanntwerden der Affäre, auf Twitter die Wogen zu glätten und entschuldigte sich. «Wir schäumen vor Wut - diese Person (die Verkäuferin, Anmerkung der Redaktion) hat sich dermassen falsch verhalten. Es tut uns leid, dass Oprah dies passiert ist», schreibt die Organisation.


(jam/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Käufer am 10.08.2013 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Qualität im Verkauf

    Hätten gewisse Verkäuferinnen bei uns einen oder zwei IQ-Punkte mehr, wären sie Coiffeusen geworden. Leider sind immer mehr Verkäuferinnen und Verkäufer Leute aus dem Ausland, häufig ohne adäquate Schulbildung oder Lehre, die gebrochen Deutsch sprechen (und offenbar auch nur wenig Englisch), sogar in Läden an der Bahnhofstrasse. Jung und vor allem günstig müssen sie sein, damit für Trudie und ihre Kolleginnen genügend Geld für die nächste Botoxspritze übrig bleibt.

  • Tausender am 10.08.2013 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unprofessionell

    Wer in dieser Branche arbeitet, sollte eigentlich wissen, dass nicht jeder Millionär seinen Reichtum offen zur Schau stellt. Manche haben dieses Theater nicht mehr nötig und machen sich womöglich sogar einen Spass daraus, in Jeans und T-Shirt aufzutreten und Reaktionen zu beobachten. Anspruchsvolle Kunden haben aber eines gemeinsam: Man verärgert sie meist nur einmal. Aber Rassismus als Ursache? Da denkt wohl jemand selbst noch in Kriterien der Vergangenheit...

  • Dr. Bob am 10.08.2013 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    oPRah

    Die meisten sind nun auf die PR-Aktion der Madame Winfrey hereingefallen, und gut ist's. Echt bedenklich diese nieveaulosen Kommentare punkto Schweiz oder Zürich ist rassistisch. Und heute dürfen natürlich auch nur Zürcher mit CH-Pass an der Street Parade teilnehmen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wally Facer am 11.08.2013 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Megalomanie mit schwarzer Karte

    Die Oprah muss ja eine schöne Megalomanie (auch GW beziehungsweise Grössenwahn) haben, wenn sie meint, hier in der Schweiz müsste sie auch jeder kennen! Tatsache ist, dass andere grosse und kleine Stars gerade deswegen unser Land schätzen, weil sie hier noch unerkannt ein anonymes Privatleben geniessen können (wenn sie das wollen). Auch ihre schwarze Karte hätte ihr wahrscheinlich nicht viel genützt, man kennt das bei uns ja sozusagen nicht! PS : Auch ich habe eine schwarze Karte, es steht sogar noch SUPER-Card darauf! Ha,Ha!...

  • Morgan Schwab am 10.08.2013 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    @Donz

    @Donz : Im Speisewagen sitzt auch mal jemand mit geistiger Behinderung. Nur : Auch diese haben Geld. Und auch diese kaufen sich etwas zu trinken. Da wäre so eine Feststellung wie : Das können Sie sich nicht leisten, absolut daneben. Genauso daneben, wie den Begleiter fragen : Was will die Dame denn trinken ? Menschen mit Behinderung möchten selber entscheiden, was sie haben möchten. Und : In der Regel können sie auch sehr gut einschätzen, was für sie geht oder eben nicht geht. Es gibt viele Websites, in denen Behinderte über sich selbst, ihre Gedanken oder ihre Wünsche schreiben.

  • Morgan Schwab am 10.08.2013 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Körp.Behinderung=geistige Behinderung?

    @ich : Ich bin körperlich behindert, aber nicht geistig behindert. Trotzdem : Viele Leute mit geistiger Behinderung sind genauso empört. Denn sie wollen etwas bestellen, also ein Café, und wenn man den Begleiter fragt, so ist das sehr unhöflich. Körperliche Behinderung bedeutet nicht per se automatisch, dass die betreffende Person auch geistig behindert ist. Wenn einer langsam spricht, oder Mühe mit Worte finden hat, so heisst das nicht, dass der Betroffene geistig behindert ist. Im Kopf geht alles sehr schnell, aber der Körper tut nicht so, wie der Betroffene will.

  • Johannes Pullus am 10.08.2013 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Trost

    Zum Trost gibt es einen Gratiseintritt in die Badi Bremgarten und dann ist aber mal gut.

  • Souichi Sugano am 10.08.2013 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst in Deutschland erfahren...

    In Deutschland wurde ich ebenfalls schon entsprechend diskriminierent behandelt, da ich mit meinem Schweizer Dialekt offenbar unwillkommen war. Ich hatte da auch folglich kein Einkauf getaetigt. Sogar mal in Karlsruhe am DB Schalter, wo die Situation eskaliert war, als die Mitarbeiterin offen diskriminiertend wurde, und mich wie ein stueck dreck behandelte. Leider gibt es dies ueberall, und solche Leute sollten fristlos Entlassen werden, ich habe fuer diese kein Respekt mehr...