Ein Tag mit Jessica Alba

05. Dezember 2008 13:11; Akt: 05.12.2008 14:48 Print

Rotwein, Verweis und drohende Prügel

von David Cappellini - Wie ist so ein Megastar wie Jessica Alba eigentlich, wenn sie leibhaftig vor einem steht? 20 Minuten Online machte den menschlichen Härtetest - und schickte der Schauspielerin Promi-Reporter David Cappellini auf den Hals. Der fragte gleich nach einem Date und musste dann Angst haben, von ihrem Gatten Cash Warren verprügelt zu werden...

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Sie zählt zu den schönsten Frauen der Welt und verdient Millionen von Dollar im Jahr: Jessica Alba gehört zu den bedeutendsten Hollywood-Sternchen überhaupt. Anlässlich der Präsentation ihres Campari-Kalenders im italienischen Mailand (ja, das ist der Ort mit den halsbrecherischen Taxifahrten und der grossen Kirche) sollte ich nun erleben, wie die Schauspielerin tatsächlich tickt. Im Rahmen der Campari-Kalender-Präsentation sollte ich Madame gleich zweimal treffen – zum einen zum Interview, zum andern an der abendlichen Premieren-Party ihres Campari-Kalenders.

Mittags um zwölf der erste Termin: Sie und ich - nur wir zwei. Und die anderen fünf Journalisten von Magazinen wie Vogue und Cosmopolitan halt - wäre ja auch zu schön gewesen. Gespannt – und ein bisschen nervös – sitzen wir Otto-Normalredaktoren in einem kleinen Raum und warten auf das Erscheinen des Mega-Stars. Endlich öffnet sich die Tür und die Schöne tritt ein - mit Pony-Frisur, einem endteuren Dolce&Gabbana-Kleid, Glitzer-Schmuck von Bulgari und einem blendend weissen Lächeln. Dennoch bin ich ein bisschen enttäuscht: Sie ist hübsch, klar, aber längst nicht so glamourös, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Irgendwie sieht sie fast aus wie Murat Yakins Freundin Anja Müller, bloss ein bisschen betörender.

Prügel vom Ehemann?

Klingt nach einem unspektakulären Treffen - und das sollte es dann auch werden. Dennoch bin ich guter Dinge und beginne mit dem munteren Frage-Antwort-Spiel, doch das Interview haut mich nicht wirklich vom Hocker. Die Schöne weiss mit schlafwandlerischer Sicherheit, welche Antwort sie auf welche Frage geben muss. Munter erzählt sie vom Campari-Shooting, ihrer Karriere, Lieblingsgetränken, ihrem fünf Monate alten Baby, das sie «so sehr» vermisst, und und und... Alles mehr oder weniger banal, zumindest bis ich dann meinen ganzen Mut zusammen nehme und frage: «Was meinst du, trinken wir heute Abend etwas zusammen?»

Alba kommt ins Stocken. Nicht, dass sie solche Dinge privat nie gefragt würde. Das Problem ist wohl vielmehr, dass ihr PR-Mensch sie auf solch eine Frage wohl nicht vorbereitet hat. Während ich mich noch einmal wiederholen muss, fängt sich die Schauspielerin dann doch noch und antwortet cool: «Klar. Aber wenn du mir zu nahe kommst, gibt’s Haue von meinem Freund. Der ist nämlich auch hier.» Hab' ich's doch gewusst – am Ende dreht sich eben doch alles nur um Cash. Cash Garner Warren, 29 Jahre alt, ist Filmproduzent und eigentlich recht sympathisch - aber eben auch der Göttergatte der Schauspielerin und somit ein Zerstörer diverser Männerträume.

Nun denn, Prügel vom Freund will ich nicht in Kauf nehmen und bleibe also brav stumm. Schliesslich gibt es nach dem Interview schon genug Ärger mit der Campari-Dame, weil ich Miss Alba um ein gemeinsames Foto bitte - trotz ausdrücklichem Verbot vom Management. Die «Fantastic Four»-Flamme schenkt mir dann auch tatsächlich ein Lächeln für die Kamera, die PR-Frau dagegen einen sehr bösen Blick und einen Verweis.

Plaudern mit Versaces Tochter

Am Abend dann der zweite Teil des netten Rencontres mit der attraktiven, wenn auch noch immer ziemlich ausdruckslosen Jessica. Zur Vorbereitung trinke ich eine halbe Flasche Rotwein mit dem Namen Dolcetto d’Alba, was mir alleine wegen des Names mehr als angebracht erscheint. Dann heisst es ausharren auf dem Roten Teppich: Alba kommt mit einer Stunde Verspätung. Diesmal ganz in rot, ein bisschen überschminkt zwar, aber noch immer mit dem gleichen, blendenden Lächeln. Gespräche hier, Gespräche da, und dann der grosse Moment: Sie erkennt mich wieder - und haucht mir beim Vorbeigehen sogar ein süssliches «Hiiii!» zu. Ihr Freund Cash ist gleich dahinter, doch ich und meine Physis haben Glück: Es scheint ihn äusserst wenig zu kümmern. Wir schiessen in einer ruhigeren Minute zwar noch ein zweites Foto, doch den Rest des Abends verbringt Alba weder mit mir noch mit Cash. Sie wendet sich Donatella Versaces ultradünner Tochter Allegra zu: Die beiden scheinen sich blendend zu verstehen, derweil Mamma Versace, nicht gerade ein optisches Highlight, der Rockband ihres Sohnes zujubelt.

So geht der Abend dann zu Ende, wie der Tag begonnen hatte: Ziemlich unspektakulär - trotz oder gerade wegen der Alba. Tief in mir nehme ich sie aber doch mit aufs Hotelzimmer - in Form der halben Flasche Dolcetto d’Alba.