Shwane Fielding

23. Juni 2010 15:59; Akt: 24.06.2010 11:20 Print

Schweizer Biedermänner und Buhmann Borer

von Philipp Dahm - Ein Interview mit Shawne Fielding zeigt nicht nur, wie eine Ex-Ehe medial instrumentalisiert werden kann, sondern auch, was deutsche Medien und texanische Ex-Missen über die Schweiz denken.

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Die Borers - kein Schweizer Promi-Paar war je glamouröser. Ex-Task Force Chef Thomas Borer und die ehemalige Miss Texas Shawne Fielding heirateten am 5. Juni 1999 in Solothurn. Die frisch Getrauten verlassen die St. Ursen Kathedrale unter einem Spalier der US Marines. 1999 wurde Borer zum Botschafter der Schweiz in Deutschland ernannt. Aus dieser Zeit sind er und seine Frau auch einem breiten Kreis der Öffentlichkeit bekannt. Bald gehörten Borer - und vor allem auch seine Gattin - zur Showbiz-Prominenz Deutschlands. Hier die Borers zu Gast bei Gottschalk am 9. Dezember 2000. Die bunteste Botschafter-Gattin Berlins: Shawne beim Tag der offenen Tür der Schweizer Botschaft in Berlin am 12. Mai 2001. Zum Medienauftritt gehörten mehrere Garderobenwechsel. Shawne blieb aber stets patriotisch in rot-weiss. Die Frau für alle Fälle: Am 12. August 2001 wurde Shawne in Saignelégier, wo sie als Botschafterin der Expo.02 anwesend war, von der jurassischen Separatisten der Béliers der Unspunnenstein übergeben, der 1984 gestohlen worden war. Beim Aachener Karneval 2002 erhielt Botschafter Borer die traditionelle Auszeichnung 'wider den tierischen Ernst'. Gattin Shawne gab einen Song zum Besten. Shawne Borer-Fielding bei der Eröffnung ihres Berliner Wellness-Clubs 2002. Nach einem auf Falschaussagen basierenden Artikel des «SonntagsBlick» im März 2002, der Borer eine Affäre mit dem Model Djamila Rowe nachsagte, wurde er nach Bern zurückgerufen. Hier der Abschied von Bürgermeister Klaus Wowereit am 24.4. Die Medienwirksamkeit von Shawne Fielding Borer hält nahezu ungebrochen bis heute an. Im Bild Shawne beim Opernball der Alten Oper in Frankfurt 2005. Als Ehrengast dem Eishockey Nationalliga A beim Meisterschaftspiel zwischen dem EV Zug und den ZSC Lions am 6. Januar 2006 in Zug. Mit Kurt Aeschbacher am Neujahrsball 2006 im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL). Mit Sir Bob Geldof beim Frankfurter Opernball 2008. November 2008: Bei der Schweizer Premiere des Marc-Forster-Bonds «Quantum of Solace». Shawne bleibt bis heute ein gern gesehener Gast an Promi-Anlässen in Deutschland - wie hier im Bild am 7. November 2009 an der AIDS-Gala an der deutschen Oper in Berlin. Küsschen für FDP-Chef Guido Westerwelle. Schampus mit No-Angels-Sängerin Lucy Diakovska.

Fehler gesehen?

Shawne Fielding lässt an ihrer Beziehung mit Thomas Borer kein gutes Haar. Nachdem sie ihre Ehe in der «Weltwoche» bereits als «Krebsgeschwür» bezeichnet hat (20 Minuten Online berichtete), legt sie nun in dem auflagenstarken deutschen Hochglanzmagazin «Bunte» nach und macht ihren Rosenkrieg mit dem Ex-Diplomaten gnadenlos öffentlich. Die Rollen in diesem Spiel sind zumindest in der «Bunten» ganz klar verteilt.

«Aufgedreht, schrill, gern provozierend, verbindet sie Defilee mit Dekolleté. Innerhalb weniger Jahre schaffte sie es, der Schweiz zumindest in Deutschland ein neues, weniger spiessiges Image zu verschaffen», erklären die Autoren dort den Deutschen die Alpen-Welt. Wenige Zeilen später heisst es mit Blick auf rauschende Partys in Berlin: «Für die Schweiz, geradezu Inbegriff diplomatischer Zurückhaltung, sind die Auftritte eine Zumutung.» Drei Sätze später analysiert «Bunte»: «Die Schweiz musste um ihr sauberes Image fürchten.»

Wie die «Trophy-Frau» auch der Schweiz half

Die Rolle des Spiessers ist von den Autoren also klar vergeben worden. Hier die Langeweiler aus der Schweiz mit ihrem Saubermann-Image, da die frühere Botschafter-Gattin, die als ehemalige Miss Texas Schwung ins sonst anscheinend so fade Berlin gebracht hat. Und nicht nur die deutsche Hauptstadt habe von der Fielding profitiert, sondern auch ihr Mann, für den sie bloss eine «Trophy-Frau» und ein «Karriere-Booster» gewesen sei.

«Ich brachte aus meiner ersten Ehe viel Geld mit in unsere Ehe. Und durch meine Familienbeziehungen habe ich ihm Türen zur amerikanischen Politik und Wirtschaft geöffnet. Das hat schliesslich auch der Schweiz geholfen», verkündet die 40-Jährige in der «Bunten». Dann das: «In erster Linie habe ich ihn geheiratet, um meinem Ex-Mann eins auszuwischen. Nach dem Motto: `Hey, schau her, ich bin jetzt mit einem Europäer zusammen. Einem Botschafter.»´

Widerspruch über Widerspruch

Sprach’s und wundert sich dann auch noch, dass Thomas Borer nun nicht mehr allzu gut auf seine Gattin zu sprechen ist. Es sei ihr ein Rätsel, warum der Unternehmensberater nun alleine für die gemeinsamen Kinder sorgen wolle. Unter Tränen berichtet sie dem «Bunte»-Gespann, sie dürfe ihren Sohn und ihre Tochter nur von mittwochs, 15 Uhr bis donnerstags, 8.15 Uhr sehen. Und jedes zweite Wochenende von Freitag, 16.30 Uhr, bis Montagmorgen, 8.15 Uhr. Nicht einmal das Haus dürfe sie noch betreten.

Und wenn es einen Rosenkrieg gebe gehe der nicht von ihr aus, versichert sie. «Ich erkenne ihn einfach nicht wieder», sagt sie einerseits – und andererseits im nächsten Satz: «Seit Jahren geht das so.» Auf die Frage, warum sie dann überhaupt Kinder mit ihm bekommen habe, antwortet sie: «Ich dachte, so haben wir wenigstens noch etwas, was uns verbindet.» Zuvor hatte sie aber analysiert: «Wir haben einfach nicht zusammengepasst. Ich habe das Gefühl. Das Einzige, was uns verband, war Golf.» Golf verbindet sie jetzt mit dem Briten James Johnson, der den Sport lehrt und ihr neuer Lover ist.

Plaudertasche vs. Privatmann

Ob sie den wohl auch bloss liebt, um ihrem Ex-Mann eins auszuwischen? Wer weiss... Thomas Borer selbst macht bei dem Aushängen der dreckigen Wäsche nicht mit. Er wolle sein Privatleben privat halten, antwortete er auf eine «Bunte»-Anfrage. Einerseits verständlich, anderersits wohl auch vergebens, solange die Verflossene in Deutschland Klischees bedient. Oder sehen wir Schweizer das jetzt wieder zu bieder?


Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joe Brown am 23.06.2010 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Thomas Borer macht's richtig!

    Sie provoziert ihn doch nur, sie hat alle Register gezogen, um ihn abzuzocken, aber er war schlauer, das ist gar nicht so einfach für einen Mann heutzutage, aber er ist eben kein Ami, und weiss wie es läuft. Sie ist ein völlig unselbständiges und verwahrlostes Lieschen. Arme Frau, Buhuuu... Scheidungen sind nie einfach, sie kommt drüber weg. Dass sie nicht einmal das Sorgerecht bekommen hat spricht Bände...

  • Nicole Mantel am 23.06.2010 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Borer taugt beruflich nichts

    den hätte ich eh niemals geheiratet. Wie konnte sie mit diesem Mann zusammenbleiben? Ausgenutzt hat er sie. Und jetzt sind auch noch die Kinder weg und die Affäire Rowling, ist weiss gewaschen - schliesslich hat er ein Baueropfer. Pfui Deibel. Borer - whääääääää

  • Hang M. Heier am 23.06.2010 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Analyse

    . . . mehr Hintergrund von Ihnen, Ph. Dahm, bitte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • silvi am 28.06.2010 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    ts ts

    was frustrierte Frauen und möchtegern Ladys alles vom stappel lassen!Jetzt wird schmutzige Wäsche gewaschen die niemehr sauber wird

  • Michel Wehner am 25.06.2010 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Ami

    Viel Schein und nichts Sein! Dass das die nördlichen Nachbarn beindruckt ist nicht neu. Und auch der Neid auf die CH ist nicht neu. Alles wie immer.Sollen die D das Maul vollnehmen. Verschluckt haben Sie sich schon lange! Liberte et Patrie! Es lebe die (bidere) Schweiz!!

  • Joker am 25.06.2010 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    News die die Welt nicht braucht...

    ....und wieder einmal versucht sich die "ach so schöne" möchtegern Promi in Scene zu setzten. Verschont uns doch bitte mit solchen News, Danke!

  • Hans Muckli am 24.06.2010 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    Borer kriegt das was er verdient!

    Borer ist kein Saubermann und hat der Schweiz geschadet. Er erntet nun was er gesäht hat. Borer und Fielding sind beide Lachnummern.

  • Chuck am 24.06.2010 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nun ja...

    ...bezüglich der Biederkeit welche die prunkvollen Auftritte der Borers trotz Erfolg nicht honorierte hat sie Recht. Spiessiger als Joseph Deiss (CVP) gehts nimmer und prompt hat er mit Borer einen der Fähigsten unseres Landes abgewürgt. Shawne ist aber kein Unschuldslamm - aufmerksamkeitsgeil und schlicht peinlich.