Sexuelle Nötigung

25. Dezember 2018 00:50; Akt: 26.12.2018 17:03 Print

Spacey reagiert auf Anklage mit bizarrem Video

Der US-Schauspieler Kevin Spacey schlüpft kurz nachdem eine Anklage wegen sexueller Nötigung bekannt geworden war, erneut in die Rolle von US-Präsident Frank Underwood.

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Der mutmasslich missbrauchte 18-Jährige schickte seiner Freundin ein Video vom Übergriff: Kevin Spacey. (Archivbild) Wird im Januar zu Vorwürfen wegen unsittlichen Verhaltens und Körperverletzung angehört: Kevin Spacey bei der Premiere der 4. Staffel der Netflix-Serie «House of Cards» in Washington. (Archiv) Sein Untergang begann am 29. Oktober 2017, als «Star Trek»-Schauspieler Anthony Rapp (47, Bild) Spacey vorwarf, ihn 1986 in seiner New Yorker Wohnung sexuell missbraucht zu haben. Damals war Rapp erst 14 Jahre alt. Diese Klage löste eine Reihe ähnlicher Beschwerden aus. Insgesamt haben 30 Männer Vorwürfe gegen Spacey an die Öffentlichkeit gebracht. Diese Umstände haben dazu geführt, dass Netflix Spaceys Rolle in der Erfolgsserie «House of Cards» strich. Spacey entschuldigte sich damals öffentlich für sein «unangemessenes, betrunkenes Verhalten» und outete sich im gleichen Zug als homosexuell. «Ich habe mein ganzes Leben über romantische Beziehungen mit Männer gehabt. Ich habe mich entschieden, von nun an als Schwuler zu leben.» Im November 2017 checkte er in die Rehaklinik in Arizona ein, in der sich auch der gefallene und mehrfach beschuldigte Hollywood-Produzent Harvey Weinstein (66, Bild) gemäss offiziellen Statements gegen Sexsucht therapieren liess. Aber im Gegensatz zu Weinstein, der von Paparazzi immer wieder in seinem Alltag oder vor Gericht fotografiert wurde, wurde Spacey seither nirgendwo gesichtet. Das letzte Bild von ihm ist laut «The Mail on Sunday» vor seinem Aufenthalt in der Klinik in Arizona im November entstanden. Spacey hätte eigentlich eine 45-tägige Kur machen müssen, ist aber laut einem Insider der Zeitung schon nach 21 Tagen gegangen. «The Mail on Sunday» hat mit vielen weiteren von Spaceys Freunden, Kollegen und Bekannten in Grossbritannien und den USA gesprochen, um herauszufinden, wo sich der Schauspieler aufhalten könnte. Folgende Antworten haben sie bekommen. Ein mit Spacey gut befreundeter Prominenter besteht gemäss der britischen Zeitung darauf, dass er auf den Cook-Inseln im Südpazifik in totaler Abgeschiedenheit lebe. «Er lebt als Einsiedler», sagt der Freund. «Er hält seinen Kopf unten, bis alles vorbei ist. Er hat immer noch viele reiche Freunde von damals und er hat auch genug Geld versteckt, dass ihm dabei hilft.» Ein anderer Insider meint, dass der Schauspieler sich unter seinem bürgerlichen Namen Kevin Fowler irgendwo in Frankreich verstecke.«Er ist in Südfrankreich und lebt auf einem grossen Landgut», so die Quelle. «Er trainiert wie verrückt, malt Ölgemälde und bleibt unauffällig.» Der Insider ist auch davon überzeugt, dass Spacey sein Schauspieltalent nutzt, um unentdeckt zu bleiben: «Ich bin nicht überrascht, dass er nirgends gesichtet wird, denn er geht bestimmt nur verkleidet in die Öffentlichkeit. Er hat sein ganzes Leben damit verbracht, sich in andere Charaktere zu verwandeln – warum jetzt nicht auch?» Theorie Nummer drei eines weiteren Insiders: «Er lebt auf einer Ranch in einem Vorort von Los Angeles, kürzlich gab es Schiessereien dort.» Sicher ist, er wurde in keinem seiner bekannten Anwesen gesichtet. Sein älterer Bruder Randall Fowler (62) ist über das Verschwinden nicht überrascht: «Mein Bruder war schon immer ein arrogantes Weichei und jetzt beisst ihm das Karma endlich einmal in den Arsch.» Spaceys Missetaten waren angeblich in seinem Umkreis bekannt: «Natürlich wussten Leute, die ihm nahestanden, darüber Bescheid. Doch wegen des Geldes entschieden alle, darüber hinwegzusehen.» Randy meint, sein Bruder verstecke sich, bis sich alles beruhigt habe. Er denkt, Spacey lebe auf einer Insel im ... ... «nirgendwo». Er führt weiter aus: «Mein Bruder ist ein Narzisst. Ich glaube wirklich, dass er keine Scham für seine Vergehen empfindet. Wo immer er auch ist, er führt bestimmt gerade ein schönes Leben. Ich glaube nicht, dass Kevin leidet.» Wieso er das macht, ist Randy auch klar: «Er konnte die bösesten Charaktere spielen, aber trotzdem Sympathien gewinnen. Er kann die Zuschauer glauben lassen, dass es immer eine Chance auf Erlösung gibt. Darauf hofft er jetzt im wirklichen Leben.» Eine Frau, die 40 Jahre mit Spacey gearbeitet haben soll, erklärt: «Gegen Kevin wurde nach einem Jahr immer noch kein Strafverfahren eingeleitet.» Sein Comeback werde deshalb bereits diskutiert. Sie sei davon überzeugt, dass die Welt Kevin verzeihen wird. Ein anderer Freund des Schauspielers ist weniger zuversichtlich und meint: «Nur die Zeit wird zeigen, ob Kevin ein Comeback schaffen kann.» Zur Südfrankreich-Theorie, in der auch die Malerei eine Rolle spielt, würde passen, dass auf der Website des Schauspielers seit einigen Tagen ein Gemälde von Spacey zu sehen ist. Die Signatur im rechten unteren Eck könnte KS bedeuten. Auf der Website ist einzig das Bild zu sehen sowie ein Kontakt-Link, der auf eine E-Mail-Adresse weiterleitet.

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US-Schauspieler und Oscar-Gewinner Kevin Spacey droht eine Anklage wegen sexueller Nötigung. Er soll einen 18-Jährigen betrunken gemacht und begrapscht haben.

Spacey werde am 7. Januar vor dem Bezirksgericht Nantucket im US-Bundesstaat Massachusetts zu Vorwürfen wegen unsittlichen Verhaltens und Körperverletzung angehört, erklärte der zuständige Staatsanwalt am Montag. Dabei handle es sich um die mutmassliche sexuelle Nötigung eines 18-Jährigen in einem Restaurant im Jahr 2016.

Die Staatsanwaltschaft nannte zwar nicht den Namen des angeblichen Opfers. Die ehemalige Nachrichtensprecherin Heather Unruh hatte im vergangenen Jahr jedoch erklärt, dass die Polizei gegen Spacey ermittle, weil dieser ihrem Sohn auf der Ferieninsel Nantucket vor zwei Jahren Alkohol angeblich aufgedrängt habe und dann sexuell übergriffig geworden sei.

Der Schauspieler habe ihrem Sohn einen Drink nach dem nächsten gekauft. Dann habe er «seine Hand in die Hose meines Sohnes gesteckt und nach seinen Genitalien gegriffen». Als Spacey später auf die Toilette gegangen sei, habe ihr Sohn die Gelegenheit zur Flucht genutzt und seiner Schwester später alles erzählt.

Spacey reagiert mit bizarrem Video

Kurz nachdem die Anklage bekannt geworden war, veröffentlichte Spacey auf Youtube ein Video mit dem Titel «Let Me Be Frank» und twitterte einen Link dazu. Damit meldete er sich nach über einem Jahr öffentlichen Schweigens in den sozialen Medien zurück.


Spaceys dreiminütiges Video mit dramatischer Musik. (Quelle: Youtube/Kevin Spacey)

In dem bizarren dramatischen Monolog, den er mit der Stimme seiner Rolle Frank Underwood aus der Netflix-Serie «House of Cards» spricht, sagte Spacey: «Ich weiss, was du willst. Du willst mich zurück.» Nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen war Spacey aus der Hitserie entlassen worden.

«Natürlich haben einige alles geglaubt und nur mit angehaltenem Atem darauf gewartet, dass ich alles gestehe», sagte Spacey weiter. «Sie wollen nur, dass ich erkläre, dass alles, was sie gesagt haben, wahr ist, und ich habe bekommen, was ich verdient habe. ... Ich werde sicherlich nicht für das bezahlen, was ich nicht getan habe.»

Es ist unklar, ob Spacey sich im Video auf die drohende Klage bezieht. Später fügt er hinzu: «Bald wirst du die ganze Wahrheit erfahren.» Dann endet das dreiminütige Video mit dramatischer Musik.

Andere Vorwürfe verjährt

Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles hatte Anfang September eine andere Klage gegen den 59-jährigen Spacey wegen mutmasslichen sexuellen Missbrauchs zu den Akten gelegt, weil die Vorwürfe aus dem Jahr 1992 inzwischen als verjährt gelten. Zudem gibt es noch weitere Vorwürfe in den USA und in London.

Der Erste, der mit Missbrauchsvorwürfen gegen Spacey an die Öffentlichkeit gegangen war, war der Schauspieler Anthony Rapp. Er soll 1986 als 14-Jähriger von Spacey sexuell bedrängt worden sein. Spacey hatte sich bei Rapp entschuldigt, aber gesagt, er könne sich nicht an den Vorfall erinnern.

Der Schauspieler hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, seine Karriere liegt auf Eis. Unter anderem verlor er seine Hauptrolle in der Netflix-Serie «House of Cards».

(nag/afp)