Sexuelle Nötigung

17. Juli 2019 23:23; Akt: 17.07.2019 23:40 Print

Strafverfahren gegen Kevin Spacey eingestellt

Zuerst verschwand das Handy des Opfers, dann zog der Mann auch noch die Zivilklage zurück. Nun lässt die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen Kevin Spacey ganz fallen.

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Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Massachusetts teilte am 17. Juli 2019 mit, sie habe die Vorwürfe gegen US-Schauspieler Kevin Spacey fallengelassen. Sein Anwalt hatte Tage zuvor gefordert, dass das Verfahren eingestellt wird. Der Hollywoodstar Kevin Spacey war am 7. Januar 2019 bei einem Gerichtstermin formell des sexuellen Übergriffs beschuldigt worden. Seither durfte er keinen Kontakt zu seinem mutmasslichen Opfer unterhalten. Der Vorwurf: Der zweifache Oscar-Preisträger Spacey soll den damals 18-Jährigen im Sommer 2016 auf Nantucket betrunken gemacht und ihm in den Schritt gefasst haben. Spacey drohte eine fünfjährige Haftstrafe. Sein Untergang begann am 29. Oktober 2017, als «Star Trek»-Schauspieler Anthony Rapp (47, Bild) Spacey vorwarf, ihn 1986 in seiner New Yorker Wohnung sexuell missbraucht zu haben. Damals war Rapp erst 14 Jahre alt. Diese Klage löste eine Reihe ähnlicher Beschwerden aus. Insgesamt haben 30 Männer Vorwürfe gegen Spacey an die Öffentlichkeit gebracht. Diese Umstände haben dazu geführt, dass Netflix Spaceys Rolle in der Erfolgsserie «House of Cards» strich. Spacey entschuldigte sich damals öffentlich für sein «unangemessenes, betrunkenes Verhalten» und outete sich im gleichen Zug als homosexuell. «Ich habe mein ganzes Leben über romantische Beziehungen mit Männer gehabt. Ich habe mich entschieden, von nun an als Schwuler zu leben.» Im November 2017 checkte er in die Rehaklinik in Arizona ein, in der sich auch der gefallene und mehrfach beschuldigte Hollywood-Produzent Harvey Weinstein (66, Bild) gemäss offiziellen Statements gegen Sexsucht therapieren liess. Aber im Gegensatz zu Weinstein, der von Paparazzi immer wieder in seinem Alltag oder vor Gericht fotografiert wurde, wurde Spacey seither nirgendwo gesichtet. Das letzte Bild von ihm ist laut «The Mail on Sunday» vor seinem Aufenthalt in der Klinik in Arizona im November entstanden. Spacey hätte eigentlich eine 45-tägige Kur machen müssen, ist aber laut einem Insider der Zeitung schon nach 21 Tagen gegangen. «The Mail on Sunday» hat mit vielen weiteren von Spaceys Freunden, Kollegen und Bekannten in Grossbritannien und den USA gesprochen, um herauszufinden, wo sich der Schauspieler aufhalten könnte. Folgende Antworten haben sie bekommen. Ein mit Spacey gut befreundeter Prominenter besteht gemäss der britischen Zeitung darauf, dass er auf den Cook-Inseln im Südpazifik in totaler Abgeschiedenheit lebe. «Er lebt als Einsiedler», sagt der Freund. «Er hält seinen Kopf unten, bis alles vorbei ist. Er hat immer noch viele reiche Freunde von damals und er hat auch genug Geld versteckt, dass ihm dabei hilft.» Ein anderer Insider meint, dass der Schauspieler sich unter seinem bürgerlichen Namen Kevin Fowler irgendwo in Frankreich verstecke.«Er ist in Südfrankreich und lebt auf einem grossen Landgut», so die Quelle. «Er trainiert wie verrückt, malt Ölgemälde und bleibt unauffällig.» Der Insider ist auch davon überzeugt, dass Spacey sein Schauspieltalent nutzt, um unentdeckt zu bleiben: «Ich bin nicht überrascht, dass er nirgends gesichtet wird. Er hat sein ganzes Leben damit verbracht, sich in andere Charaktere zu verwandeln – warum jetzt nicht auch?» Theorie Nummer drei eines weiteren Insiders: «Er lebt auf einer Ranch in einem Vorort von Los Angeles, kürzlich gab es Schiessereien dort.» Sicher ist, er wurde in keinem seiner bekannten Anwesen gesichtet. Sein älterer Bruder Randall Fowler (62) ist über das Verschwinden nicht überrascht: «Mein Bruder war schon immer ein arrogantes Weichei und jetzt beisst ihm das Karma endlich einmal in den Arsch.» Spaceys Missetaten waren angeblich in seinem Umkreis bekannt: «Natürlich wussten Leute, die ihm nahestanden, darüber Bescheid. Doch wegen des Geldes entschieden alle, darüber hinwegzusehen.» Randy meint, sein Bruder verstecke sich, bis sich alles beruhigt habe. Er denkt, Spacey lebe auf einer Insel im ... ... «nirgendwo». Er führt weiter aus: «Mein Bruder ist ein Narzisst. Ich glaube wirklich, dass er keine Scham für seine Vergehen empfindet. Wo immer er auch ist, er führt bestimmt gerade ein schönes Leben. Ich glaube nicht, dass Kevin leidet.» Wieso er das macht, ist Randy auch klar: «Er konnte die bösesten Charaktere spielen, aber trotzdem Sympathien gewinnen. Er kann die Zuschauer glauben lassen, dass es immer eine Chance auf Erlösung gibt. Darauf hofft er jetzt im wirklichen Leben.» Eine Frau, die 40 Jahre mit Spacey gearbeitet haben soll, erklärt: «Gegen Kevin wurde nach einem Jahr immer noch kein Strafverfahren eingeleitet.» Sein Comeback werde deshalb bereits diskutiert. Sie sei davon überzeugt, dass die Welt Kevin verzeihen wird. Ein anderer Freund des Schauspielers ist weniger zuversichtlich und meint: «Nur die Zeit wird zeigen, ob Kevin ein Comeback schaffen kann.» Zur Südfrankreich-Theorie, in der auch die Malerei eine Rolle spielt, würde passen, dass auf der Website des Schauspielers seit einigen Tagen ein Gemälde von Spacey zu sehen ist. Die Signatur im rechten unteren Eck könnte KS bedeuten. Auf der Website ist einzig das Bild zu sehen sowie ein Kontakt-Link, der auf eine E-Mail-Adresse weiterleitet.

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Das Strafverfahren gegen den US-Schauspieler Kevin Spacey wegen eines mutmasslichen sexuellen Übergriffs wird eingestellt. Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Massachusetts teilte am Mittwoch mit, sie habe die Vorwürfe gegen den 59-Jährigen fallengelassen, da das mutmassliche Opfer die Aussage verweigere.

William Little hatte am 8. Juli bei einer Gerichtsanhörung auf der Insel Nantucket von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Hintergrund ist das Verschwinden des Handys, mit dem der junge Mann den mutmasslichen Übergriff gefilmt hatte.

Wo ist das Handy?

Der zweifache Oscar-Preisträger Spacey soll den damals 18-Jährigen im Sommer 2016 auf Nantucket betrunken gemacht und ihm in den Schritt gefasst haben. Little arbeitete als Aushilfskellner in einem Restaurant auf der beliebten Ferieninsel. Der Hollywood-Star («American Beauty», «House of Cards») bestreitet die Vorwürfe.

Bei dem Gerichtstermin Anfang Juli hatten Little und seine Eltern am Montag eingeräumt, dass das Handy des jungen Mannes verschwunden ist. Ein Polizist hat angegeben, der Familie das Handy nach Auswertung der Daten zurückgegeben, aber keine Empfangsbestätigung verlangt zu haben. Die Familie gibt an, das Handy nicht zurückbekommen zu haben.

Zivilklage schon vorher zurückgezogen

Little bestritt vor Gericht, Daten von dem Telefon gelöscht zu haben. Auf die Warnung, dass jegliche Manipulation des Handys strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte, machte der junge Mann von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Erst vor Kurzem hatte Little seine parallel zu dem Strafverfahren angestrengte Zivilklage zurückgezogen.

Die Vorwürfe gegen Spacey waren im Zuge der #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt laut geworden. Mehrere Männer werfen dem Schauspielstar sexuelle Übergriffe vor. Die Vorwürfe hatten für Spacey schwerwiegende Folgen: Er fiel in der Branche in Ungnade und erlebte einen dramatischen Karriere-Absturz. Unter anderem verlor er seine Hauptrolle in der Netflix-Kultserie «House of Cards».

(kle/afp)