Interview

30. März 2005 23:20; Akt: 30.03.2005 23:20 Print

Til Schweiger: «Auf den Film bin ich stolz»

Heute kommt die zweite Regiearbeit Til Schweigers ins Kino: In der tragikomischen Lovestory «Barfuss» verliebt sich Taugenichts Schweiger in eine weltfremde Frau.

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Worin unterscheidet sich «Barfuss» von «Knockin’ on Heaven’s Door»?

Til Schweiger: Der Film war albern. «Barfuss» dagegen ist mein erwachsenster Film, der alles ausdrückt, worum es mir gegenwärtig als Filmemacher, Schauspieler und Mensch geht. Für mich ist es ein Liebesfilm, der Emotionen anspricht, wie es gutes Kino tun sollte.

Also ist Schluss mit Gangsterkomödien?

Schweiger: Das hängt mit meinem persönlichen Reifeprozess zusammen. Ich bin älter geworden und sehe das Leben mit den Augen eines Vaters von vier Kindern. Das lässt sich nur schon daran ablesen, wie sich mein eigener Filmgeschmack verändert hat.

Inwiefern denn?

Schweiger: Ich verehre Quentin Tarantino und halte «Pulp Fiction» für unerreicht. Oder «From Dusk Till Dawn», in dem er einem Kind eine Pistole an den Kopf hält. So etwas würde ich nicht mehr in einem Film machen. Meine Frau sagte zu mir: «Til, du musst andere Filme drehen.» «Barfuss» ist der Versuch eines Films, der anders ist, aber doch unverkennbar ein Film von mir bleibt.

Warum hast du den Film deinem Vater gewidmet?

Schweiger: Mein Vater hat mir die entscheidende Idee für die letzte Drehbuch-Fassung gegeben. Dank ihm ist «Barfuss» zum Film über eine Liebe geworden, die so pur ist, dass man den ganzen Film über nicht einmal einen Kuss zeigen muss. Ein Film, auf den ich sehr stolz bin.


Interview: Mohan Mani