Werbung für Luxusparty

16. Februar 2019 10:51; Akt: 16.02.2019 10:57 Print

Topmodels müssen wegen Chaos-Festival vor Gericht

Das Fyre-Festival war ein gigantischer Flop - trotz der Unterstützung diverser Topmodel. Diese müssen nun vor Gericht aussagen.

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Kendall Jenner, Hailey Bieber oder Emily Ratajkowski – mit einem Promovideo voller Top-Models wurde für das Fyre Festival geworben. Die Realität im April 2017 sah dann aber anders aus. Das Festival wurde zu einem Desaster. Nun müssen Emily Ratajkowski, Hailey Bieber und Topmodel... Bella Hadid vor Gericht aussagen. Für ihre Werbung erhielten sie alle eine hohe Gage. Vor Gericht sollen die Details klargestellt werden. Organisiert wurde das Festival von Billy McFarland (rechts) und Rapper Ja Rule. McFarland sitzt aktuell eine sechsjährige Gefängnisstrafe ab. Der gebürtige Zürcher Martin Howell war ebenfalls beim Fyre Festival involviert. Gehört zu den Hauptprotagonisten der Netflix-Doku. Laut Howell war der grösste Fehler, dass McFarland und das Marketingteam eine Scheinwelt mit Models und Luxusvillas erfunden haben. «Man hätte es einfach als kleines Burning-Man-Festival am Meer verkaufen können – die grundlegende Infrastruktur gab es ja auf der Insel.» «Mir ging es bei der Doku in erster Linie darum, den Leuten die wahre Geschichte zu zeigen, dass wir effektiv hart gearbeitet haben, dass ein Festival entsteht», so Howell. Er werde aber nie vergessen, wie chaotisch die Zustände schlussendlich waren. «Es haben sich am Anfang alle so mit Alkohol zugeschüttet, dass die Reaktionen noch viel heftiger waren, als sie am Abend zum Festivalort kamen und realisierten, dass ihre Erwartungen nicht erfüllt worden waren.» Für die Fyre-Festival-Tickets zahlten Besucher bis zu mehreren Tausend Dollars.

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Im April 2017 hätte auf einer Bahamas Insel eines der spektakulärsten und luxuriösesten Festivals stattfinden sollen – das Fyre Festival. Der Hype war gigantisch, doch es kam alles anders als erwartet. Das Festival wurde zu einem Desaster. Statt den versprochenen Luxusvillen, gab es durchnässte Zelte, zu wenige Toiletten und grauenhaftes Essen. Netflix veröffentlichte erst vor wenigen Wochen eine Dokumentation über das Desaster.

Am Hype beteiligt waren auch diverse Topmodels wie Hailey Bieber, Kendall Jenner, Bella Hadid oder auch Emily Ratajkowski. Die Models warben in einem Promo-Video im knappen Bikini, um viele Gäste anzulocken. Auch auf Instagram verbreiteten Bieber und Co. diverse Werbeposts.

Zahlungsdetails sollen bekannt werden

Für diese Werbung erhielten die Models eine hohe Gage von Veranstalter Billy McFarland. Wie es in der Netflix-Doku heisst soll Kendal Jenner am meisten kassiert haben. Für einen einzigen Werbepost soll sie rund 250'000 Dollar erhalten haben.

Nun erhielten die Models gerichtlich Vorladungen. Sie sollen vor Gericht aussagen. Damit sollen Einzelheiten zu den Zahlungen, die sie erhielten, bekannt werden.

Veranstalter sitzt im Gefängnis

Immerhin: Nicht alle Models behielten die Gage des Fyre Festivals. Wie Hailey Bieber in einem Interview sagte, spendete sie die Gage nach der Veröffentlichung der Netflix-Doku.

Mittlerweile belaufen sich die Schadensersatz-Klagen in der Höhe von bis zu 100 Millionen Dollar. Veranstalter Billy McFarland drohen sechs Jahre Gefängnis.

Auch ein Schweizer war am Festival beteiligt. Im Interview mit 20 Minuten erzählt er seine Sichtweise.

(fss)