Vaterschaftsklage

30. Juli 2009 09:08; Akt: 30.07.2009 11:34 Print

US-Sänger schwängerte 14-jährige Zürcherin

Unter seinem Pseudonym «Sisqo» macht der Amerikaner Mark Andrews erfolgreich Musik. Und bei einem jungen Fan hinterliess er nach einem Konzert in Zürich nicht nur bleibenden Eindruck, sondern auch einen Jungen, der nun um die Anerkennung seines Vaters kämpft.

Wäre das Thema nicht so ernst, wäre der Titel des Sisqo-Liedes «Who's Your Daddy?» im Zusammenhang mit der Vaterschaftsklage noch ironisch. Quelle: YouTube
Fehler gesehen?

Es ist zehn Jahre her: Die Band Dru Hill, in der Mark Andrews Mitglied alias «Sisqo» war, gibt es gar nicht mehr. Ebenso wenig wie den Zürcher Club «El Cubanito», in dem die US-Combo 1999 auftrat. Im Anschluss an den Auftritt vergnügten sich die Musiker im VIP-Bereich der Lokalität. Mit dabei: die gerade mal 14 Jahre alte Jasmina (Name geändert), die afrikanische Wurzeln hat.

Im VIP-Bereich «kennen gelernt»

«Nach dem Konzert standen Sisqo und die anderen Band-Mitglieder an der Bar. Und wir gingen hin und sprachen sie an. Danach ging alles ganz schnell», erinnert sich Jasmina laut «Tages-Anzeiger» an jenen Abend. Das junge Mädchen wurde schwanger und war sich von Anfang an sicher, dass der Amerikaner der Vater des Kindes ist. Als ihr Baby da war, musste die heute 25-Jährige noch mehrere Jahre bei ihren Eltern bleiben. Sie musste sich um ihren Jungen kümmern, obwohl sie selbst gerade erst am Heranwachsen war: «Ich war jung, wollte das Leben geniessen.»

Anfangs wollte Jasmina den Vater ihres Sohnes nicht belangen, der ihm laut der Mutter sehr ähnelt. Doch dann besann sie sich eines Besseren – auch wegen einer möglichen US-Staatsbürgerschaft für ihren Sohn. Da der ohnehin wusste, von wem er abstammt, kontaktierte sie Sisqo schliesslich über die E-Mail-Adresse seiner Homepage. Scheinbar war Jasmina aber nicht die erste Frau, die auf diese Art an den Sänger herantrat.

«Er erinnerte sich an mich»

«Er erinnerte sich an mich. Aber zu seinem Sohn wollte er sich nicht äussern», erklärte die Mutter im «Tages-Anzeiger». Sie wandte sich an die Vormundschaftsbehörde, die einen Beistand ernannte. Der wiederum klagte Sisqo im Namen seines Sohnes an, doch der Amerikaner war für die Schweizer Behörden nicht greifbar, bis er wieder zu einem Auftritt ins «El Cubanito» kam. Einen vom Gericht angeordneten Vaterschaftstest ignorierte Sisqo jedoch – und verliess das Land.

Schliesslich wandten sich die eidgenössischen Beamten an ihre US-Kollegen, fanden so die Adresse des Vaters wider Willen heraus, informierten ihn über die Klage und setzten 2004 eine Gerichtsverhandlung in Zürich an. Allein: Der Sänger kam nicht. Ein Behörden-Marathon begann, an dessen Ende das Bezirksgericht erst jetzt die Vaterschafts- und Unterhaltsklage guthiess: Jetzt hat das zehnjährige Kind Anspruch auf Unterhalt.

Dass der Herr Papa von den neuesten Entwicklungen weiss, darf aber bezweifelt werden. Weil die hiesigen Richter den aktuellen Aufenthaltsort Sisqos nicht kennen, konnte er nicht informiert werden. Seinen Sohn scheint das Ganze aber (noch) nicht zu stören. «Der Kleine hat seinen Vater öfter im Fernsehen gesehen. Er ist sehr stolz auf ihn. Es liegt nun an seinem Vater, diesen Stolz aufrechtzuerhalten», sagte Mama Jasmina dem «Tages-Anzeiger».


Sie haben Sisqo gewiss schon gehört: Er ist die Background-Stimme in Will Smiths Lied «Wild Wild West». Quelle: YouTube

(phi)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hugo Sokrat am 30.07.2009 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    sofortige ANZEIGE wegen Kindsmissbrauch!

    Hallo, wo leben wir??? Der Typ hat eine Minderjährige missbraucht, sind unsere Gesetze nur für uns Einheimische gültig? Wo wären ein 35 jähriger Schweizer, wenn er in Amerika eine 14 Jährige missbraucht und geschwängert hätte? STIMMT! 10 Jahre KNAST! Aufwachen... ab in die Kiste mit ihm!

  • Hipp und Hopp am 30.07.2009 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Hoppla

    Da wurde ja echt gehoppelt.... Ich bin der Meinung, wer`s kriegt darfs behalten. Die USA hatt noch nie viel schlaues in die Schweiz gebracht!!! Einiges an Säuchen Finanzkriese und Organisierten Lärm den "Mann" nicht hören kann!!!!

  • Fridolin Meisterhans am 30.07.2009 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Jenseits von Eden

    Das darf ja wohl nicht wahr sein. 14 Jahre alt und lässt sich von einem Sänger schwängern ....., die Erziehungsberechtigten haben offensichtlich geschlafen und ein Schweizer würde wegen Unzucht mit Minderjährigen jahrelang in der Kiste schmoren !!! Ich lobe die Schweizer Justiz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • AkA am 04.08.2009 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung in welcher Welt ihr lebt

    Man kann sein Kind nicht einsperren oder ihm verbieten etwas zu tun, dann tut es das trotzdem. Hier haben einige wohl keine Ahnung wies heute abläuft! PS: Der Club war ab 18, sisqo trifft keine Schuld sondern eher den Club, oder hat von euch schon mal einer nach der ID gefragt??

  • Helenka Meier am 01.08.2009 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    mit 14 Sex zu haben ist zu früh

    Das Mädchen sollte mit 14 noch gar nicht an Sex denken, aber wenn schon, dann hätten beide an Verhütung denken müssen. Man sollte diesen Mann noch wegen sexuellen Handlungen mit einer Minderjährigen anklagen. Und was ist das überhaupt für ein Club, in dem 14 jährige in den VIP Club dürfen. ?

    • Selina Hefftler am 14.03.2011 00:23 Report Diesen Beitrag melden

      Selbstentscheidung

      Wann ein Mädchen Sex hat, ist gan ihm überlassen. Mit dem VIP Club hast du allerdings recht.

    einklappen einklappen
  • Willy Willen am 01.08.2009 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    haarstraubend

    Es ist wirklich haarstraubend dass jemand auf einen solchen Vater "stolz" sein kann.

  • Dina Teste am 01.08.2009 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    DNA-Test

    Wurde eigentlich schon ein DNA-Test gemacht??? Oder ist das eine Sommerloch-Story??? Oder zahlen wir einfach mal so Geld und am Schluss wars doch der Gärtner???

  • habs vergessen am 30.07.2009 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    ungerecht

    hier sehn wirs mal wider, wenn uns die USA unsere banken verklagen, unser schweizerisch wichtigster besitz!!! so sollten wir doch woll auch einen amerikanischen hip hopper verklagen können. wir SCHWEIZER solten zusammen halten.