Yale, Stanford, Georgtown

12. März 2019 19:31; Akt: 12.03.2019 21:13 Print

TV-Stars sollen Elite-Unis bestochen haben

In den USA ist ein massiver Bestechungsskandal an US-Elite-Universitäten aufgeflogen. Involviert sind auch «Desperate Housewives»- sowie «Full House»-Schauspielerinnen.

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Wegen mutmasslicher Bestechung bei Hochschulzulassungen sind in den USA mehr als 30 wohlhabende Eltern unter Anklage gestellt worden, darunter die bekannten US-Schauspielerinnen Lori Loughlin und Felicity Huffman. (Bild: Lori Loughlin mit Tochter Olivia Jade Giannulli) Die 56-jährige Huffman ist bekannt aus der TV-Serie «Desperate Housewives»... ...Loughlin aus den TV-Serien «Full House» und «Fuller House», wobei Letztere derzeit auf Netflix zu sehen ist. Beide Schauspielerinnen wurden Berichten zufolge festgenommen und sollten am Dienstag vor Gericht erschienen. Über das Korruptionsnetzwerk soll den Angaben zufolge im Laufe der Jahre eine Summe von insgesamt etwa 25 Millionen Dollar geflossen sein. 50 mutmassliche Täterinnen und Täter sollen involviert sein. Durch «Bestechung und andere Formen des Betrugs» hätten die Betroffenen versucht, die Annahme ihre Kinder zu erwirken, heisst es in der Anklage. Betroffen seien unter anderem die Universitäten Stanford... ...Georgetown in Washington... ...UCLA in Kalifornien... ...Yale in Connecticut, die University of Texas sowie die University of Southern California. Teils sollten die Kinder der Angeklagten unabhängig von ihren sportlichen Leistungen als Sport-Stipendiaten angenommen werden, in anderen Fällen sollte es Hilfe bei Aufnahmeprüfungen geben. Schauspielerin Huffman soll laut Anklage 15'000 Dollar Schmiergeld gezahlt haben, um zu erreichen, dass Antworten ihrer ältesten Tochter beim landesweiten Einstufungstest SAT nachträglich aufgebessert werden.

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Wegen mutmasslicher Bestechung bei Hochschulzulassungen sind in den USA mehr als 30 wohlhabende Eltern unter Anklage gestellt worden, darunter auch die Schauspielerin Felicity Huffman, bekannt unter anderem aus der TV-Serie «Desperate Housewives». Auch ihre Kollegin Lori Loughlin, die in den Sitcoms «Full House» und «Fuller House» mitspielt, ist auf der Liste.

Den Verdächtigen wird vorgeworfen, mit den Zahlungen ihren Kindern den Zugang zu Elite-Universitäten ermöglicht zu haben, wie die US-Bundesanwaltschaft am Dienstag im Ostküstenstaat Massachusetts mitteilte.

25 Millionen Dollar Bestechungsgeld

Über das Korruptionsnetzwerk soll den Angaben zufolge im Laufe der Jahre eine Summe von insgesamt etwa 25 Millionen Dollar (22 Millionen Euro) geflossen sein. Die Gelder seien verwendet worden, um Zulassungsprüfungen zu fälschen und Hochschulbeschäftigte zu bestechen.

Auch Sportlehrer hätten Bestechungssummen kassiert, um Sprösslinge reicher Familien zu rekrutieren und damit die Uni-Zulassung zu beschaffen – ohne dass diese die Qualifikationen für die Sportteams gehabt hätten.

Universitäten Yale, Georgetown, Stanford und USC betroffen

Zu den beschuldigten Eltern gehören nebst den zwei TV-Stars Huffman und Loughlin auch Unternehmensmanager und Investoren, ein Winzer sowie ein Modedesigner. Die Bestechungsvorgänge betrafen unter anderem die Eliteschmieden Yale in Neuengland, Georgetown University in Washington sowie Stanford und USC in Kalifornien.

Insgesamt wurden im Rahmen des Bestechungsskandals nach Angaben von Bundesanwalt Andrew Lelling rund 50 Verdächtige angeklagt. Unter ihnen sind 33 Eltern, etwa ein Dutzend Hochschulbeschäftigte und vier Verdächtige, welche die Bestechungen und Manipulationen eingefädelt haben sollen.

Nach Angaben der Ermittler zahlten die Eltern an eine von einem Hochschulberater gegründete Pseudo-Wohltätigkeitsorganisationen. Der Mann fädelte dann mit den Geldern die Uni-Aufnahmen ein. Huffman wird etwa beschuldigt, 15'000 Dollar dafür bezahlt zu haben, dass die Testresultate ihrer älteren Tochter aufgebessert wurden.

Loughlin und ihr Ehemann, der Modedesigner Mossimo Giannulli, sollen wiederum mit Hilfe der illegalen Tricksereien bewerkstelligt haben, dass ihre zwei Töchter in das USC-Ruderinnenteam und damit an die Uni aufgenommen wurden – obwohl beide Töchter gar keine Ruderinnen sind.

Nur an Uni wegen der Parties

Brisant: Wie people.com berichtet, soll Lori Loughlins 19-jährige Tochter Olivia Jade Giannulli im vergangen Jahr in einem Youtube-Video behauptet haben, dass sie an der Uni nicht etwa die Vorlesungen, sondern einzig und allein die Parties interessieren würden.

In den Kommentaren erntete sie daraufhin prompt Kritik. Ihr wurde vorgeworfen, sie sei «undankbar»: «Wenn du die Schule so sehr hasst, wieso gehst du dann überhaupt hin?», frage etwa ein User. Ein anderer meinte sarkastisch: «Es muss schön sein, nur wegen der Parties an die Uni zu gehen.»

Die junge Frau krebste daraufhin zurück und entschuldigte sich, sie habe es nicht so gemeint.

Auch auf Twitter liessen die Reaktionen nach dem Bekanntwerden des Bestechungsskandals nicht lange auf sich warten.





(rab/afp)