19. April 2005 04:54; Akt: 18.04.2005 22:44 Print

Vogelwarte Sempach überflügelt Marquard

Zwiespältige Bilanz der ersten Ausgabe des SF DRS-Formats «Traumjob»: Die One-Man-Show des selbstverliebten Jürg Marquard erreichte zwar viele Zuschauer, wirft aber einige Fragen auf.

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Am Sonntag flimmerte «Traumjob» zum ersten Mal in die Schweizer Stuben. Das eingekaufte TV-Format, welches im Ausland floppte, erreichte eine ansprechende Quote: 540 000 Zuschauer – was einem Marktanteil von 23,3 Prozent entspricht – wollten wissen, wer von Jürg Marquard als Erstes gefeuert wurde. Pech für den 59-jährigen Selbstdarsteller: Die Vogelwarte Sempach überflügelte «Traumjob» in der Sendung «Mitenand» noch um 44 000 Zuschauer.

Trotz guter Quote: Inhaltlich wirft «Traumjob» Fragen auf. Für den renommierten, international tätigen Zürcher Headhunter Dr. Hubertus G. Tschopp hält die Sendung dem Vergleich mit der Realität nicht stand. «Ob jemand führen kann, lässt sich durch so eine Spielshow nicht feststellen», ist der Fachmann überzeugt. Ein Top-Shot liesse sich kaum via Fernsehen finden.

Jeder Manager müsse heute etwas vom Geschäft verstehen. Gerade dies ist bei den «Traumjob»-Finalisten zu bezweifeln. Sie gaben sich am Sonntag mit ihren dilettantischen Blumenverkäufen der Lächerlichkeit preis, was kaum karrierefördernd ist. Zum Gaudi der TV-Zuschauer zeigte sich klar, wer bei «Traumjob» im Mittelpunkt steht. «Der Star der Geschichte ist Jürg Marquard selbst», so Tschopp treffend.

Ralph Hennecke