Vom DSDS-Star zum Unternehmer

11. September 2018 10:55; Akt: 11.09.2018 12:35 Print

Das verrückte Leben von Daniel Küblböck

Er hatte eine schwere Kindheit, wurde dank DSDS zum TV-Liebling und investierte sein Geld clever. Daniel Küblböcks Leben ist alles – ausser gewöhnlich.

Eine kleine Daniel-Küblböck-Retrospektive. (Video: Tamedia/Glomex)

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Wer ist Daniel Küblböck, der am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) von Bord eines Kreuzfahrtschiffes in den Atlantik gesprungen sein soll? Wir rollen das schrille Leben des 33-jährigen Ex-Castingshow-Stars auf.

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Die Herkunft:
Am 27. August 1985 wird Daniel Küblböck in Hutthurm bei Passau in Bayern geboren.

Die Kindheit:
In seiner 2003 veröffentlichten Autobiografie «Ich lebe meine Töne» beschreibt Küblböck sein Heranwachsen als traumatisch. Seine Mutter Bianca (58) habe sich ein Mädchen statt eines Jungen gewünscht und ihm unter anderem Folgendes an den Kopf geworfen: «Du bist nicht mein Kind! Du sollst nicht mein Kind sein!» Ausserdem habe sie ihm stets eingeredet: «Du bist nichts und du wirst auch nichts werden.»

Die Ausbildung:
2001 beginnt er eine Lehre als Kinderpfleger in Pfarrkirchen in Bayern.

Der Durchbruch:
Ende 2002 startet die erste Staffel von «Deutschland sucht den Superstar» und dank seines schrägen Casting-Auftritts wird der 17-jährige Küblböck praktisch über Nacht berühmt.

Die Debüt-Single:
Kurz vor dem Final ist Schluss für den Bayern, er wird Dritter. Seinem Erfolg tut das keinen Abbruch: Ende März 2003 veröffentlicht er seine erste Single «You Drive Me Crazy» und landet damit einen Nummer-eins-Hit in Deutschland – und in Thailand. In den nächsten Monaten ist Daniel Küblböck nicht mehr von Bildschirm und aus Klatschspalten wegzudenken.


«You Drive Me Crazy» ist 2003 ein Nummer-eins-Hit. (Quelle: Youtube/Jan Knudsen)

Der Dschungel:
Ein Jahr nach DSDS geht mit «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» ein weiterer RTL-Quotengarant an den Start. Auch im australischen Dschungel muss sich Küblböck mit Platz drei begnügen.

Der Unfall:
Einen Monat nach dem Dschungelcamp, im Februar 2004, rast Küblböck ohne Fahrausweis in einen mit Gurkengläsern beladenen Lastwagen und verletzt sich schwer. Später wird er zu einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 40'000 Franken verurteilt.

Der Imagewandel:
Im gleichen Jahr lässt sich der Sänger operativ die Ohren anlegen und trägt statt farbenfrohen Kleidern plötzlich sehr viel Schwarz. Seine Musik widerspiegelt das: Die nächste Tournee trägt den Titel «Ich hasse mich».

Die Reality-Rückkehr:
Nach dem Dschungelcamp im Jahr zuvor zieht Küblböck 2005 für eine Woche in den «Big Brother»-Container, der in dieser sechsten Staffel ein bisschen wie ein Dorf hergerichtet wurde.

Der Bruch:
2005 entlässt er seinen Vater Günther (55), der ihn bis dahin gemanagt hatte. «Ich möchte Privates und Berufliches trennen. Gerade wenn man zusammen arbeitet, gibt es viele Reibungspunkte. Bei uns auch», sagte Küblböck der Berliner «B.Z.».

Der Unternehmer:
Ebenfalls 2005 gründet Küblböck die Firma Positive Energie GmbH, investiert das mit seiner Musik und Werbeverträgen verdiente Geld in eine Solaranlage bei Passau. Dadurch wird er nach eigenen Angaben innert kurzer Zeit zum Millionär.


Küblböck betrieb auch eine Event- und Künstlervermittlungs-Agentur. (Video: Tamedia/Glomex)

Der Stilwechsel:
2007 versucht er sich in den Genres Jazz und Chanson und tritt nur noch sehr selten auf. Die meiste Zeit verbringt er auf Mallorca und muss dank seines angeblichen Vermögens nicht wirklich arbeiten.

Die Erwachsenen-Adoption:
Das Verhältnis zu seiner Mutter ist seit jeher zerrüttet, das zu seinem Vater erkaltet. 2011 lässt sich Küblböck darum von Immobilien-Millionärin Kerstin Elisabeth Kaiser (75) adoptieren, die ihn als Allein-Erbe ihres Vermögens einsetzt. Er nennt sie stets «Omi».

Der tote Bruder:
2013 stirbt sein Bruder Michael im Alter von 28 Jahren an den Folgen von Drogenmissbrauch. Die beiden hatten seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr zueinander.

Das Firmen-Aus:
Im selben Jahr wird Küblböcks Unternehmen Positive Energie GmbH im Handelsregister gelöscht.

Die ESC-Pleite:
2014 will er für Deutschland am Eurovision Song Contest in Dänemark teilnehmen, wird aber abgelehnt.


Mit diesem Song wollte Daniel Küblböck alias Daniel Kaiser am ESC 2014 antreten. (Quelle: Youtube / Daniel Kaiser-Küblböck)

Das TV-Comeback:
Wieder positiver ins Gespräch bringt sich Küblböck mit seiner Teilnahme an der Tanzshow-Schrägstrich-C-Promi-Rehabilitations-Maschine «Let's Dance». Zusammen mit Profitänzerin Oti Mabuse (28) schafft er es 2015 auf Rang sechs.

Die Zweitausbildung:
Später in diesem Jahr beginnt er sein Studium am Europäischen Theaterinstitut in Berlin. Im September 2018 hätte er sein Diplom bekommen sollen.

Das Verschwinden:
Am Morgen (Ortszeit) des 9. September 2018 ist Daniel Küblböck angeblich 185 Kilometer vor der Küste Neufundlands (Kanada) von einem Kreuzfahrtschiff ins Meer gesprungen. Seither gilt er als vermisst.


Was über die letzten Stunden, Tage und Wochen vor Küblböcks angeblichem Sprung in den Atlantik bekannt ist. (Video: Tamedia/Glomex)

(shy)