Rihanna, Sheeran, Radiohead

06. Mai 2016 05:45; Akt: 06.05.2016 08:24 Print

Warum Stars bei Social Media aussteigen

von Martin Fischer - Radiohead sind längst nicht die Einzigen – vor ihnen haben sich auch schon andere Stars von Social Media zurückgezogen. Experten erklären, warum.

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Anfang Woche machte die britische Band Radiohead von sich reden, als sie sämtliche Twitter- und Facebook-Einträge löschte. Für 48 Stunden waren die Social-Media-Profile der Kultband blank. Hier die Facebook-Seite. Und auch auf Twitter war alles weg. Ausser die Follower, die sind geblieben. Und die kriegten dann auch mit, dass Radiohead eine neue Single veröffentlichen. Das Ganze war ein geschickter PR-Stunt. Social-Media-Experte Manuel P. Nappo von der HWZ Hochschule für Wirtschaft sagt: «Wenn du in der heutigen Zeit, in der alle auf Social Media sind, plötzlich von dort verschwindest, reden alle drüber.» Mission geglückt. Radiohead sind längst nicht die Einzigen, die sich von Social Media - zumindest temporär - zurückziehen. Ed Sheeran etwa ist seit Januar offline. «Ich nehme eine Auszeit von meinem Telefon und allen sozialen Medien. Ich hab in den letzten fünf Jahren die Welt durch einen Bildschirm gesehen. Wir sehen uns im Herbst», schreibt Sheeran. Auch Rihanna legte eine mehrmonatige Instagram-Pause ein. PR-Profi Ferris Bühler sieht darin einen Sinn: «Durch Social Media haben die Stars viel von ihrer Exklusivität verloren. Sie sind jederzeit greifbar. Wenn sie da nicht mehr mitmachen, holen sie sich einen Teil ihrer Exklusivität zurück.» Die Instagram-Zensurbehörde löschte dieses Bild von Rihanna, das sie gepostet hatte, worauf sie sich von der Plattform gleich ganz abwendete. Auch Jaden Smith, bekannt für seine tiefsinnigen beziehungsweise schwer nachvollziehbaren Twitter-Posts, verabschiedete sich vor einem Jahr für eine Weile vom Kurznachrichtendienst. Genauso wie Autorin und Schauspielerin Lena Dunham. Ihr wurden die negativen Kommentare zu viel. «Stars sind heute keine Privatpersonen mehr. Sobald sie sich entscheiden, Social Media zu nutzen, ist es vorbei damit.» Letztlich müsse jeder Mensch - ob prominent oder nicht - selber entscheiden, wo er die Grenze ziehe, sagt Manuel P. Nappo. Das australische Model Essena O'Neill zog sich vor einem halben Jahr ebenfalls sehr effektvoll von Instagram zurück - es bilde nicht «das echte Leben» ab, war ihre Begründung. Erst durch diesen Schritt wurde sie richtig berühmt. Heute betreibt sie einen Blog.

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Radiohead hatten Anfang Woche ihre Social-Media-Profile auf null gestellt: Keine Profilbilder mehr, alle Einträge gelöscht. Nur die Follower, die waren noch da.

Alle Welt werweisste für 48 Stunden: Was steckt dahinter? Genau diese Aufmerksamkeit nutzte die Band, um eine neue Single zu platzieren. Social-Media-Experte Manuel P. Nappo von der HWZ Hochschule für Wirtschaft sieht darin einen gelungenen Schachzug. «Wenn du in der heutigen Zeit, in der alle auf Social Media sind, plötzlich von dort verschwindest, reden alle drüber.» Genau diesen Effekt hat die Band um Mastermind Thom Yorke erreicht.

Auch Rihanna und Ed Sheeran gingen offline

Vor Radiohead haben sich auch schon andere Künstler aus ihren Social-Media-Kanälen verabschiedet: Rihanna hatte keinen Bock mehr auf Instagram, nachdem ein Oben-ohne-Bild von ihr von der Zensurbehörde der Plattform gelöscht wurde. Twitter-Philosoph Jaden Smith überrumpelte seine Fans, als er vor einem Jahr den Account löschte. Beide kehrten später wieder zurück. Ed Sheeran ist seit Januar in Social-Media-Pause. Und das australische Model Essena O'Neill sorgte für Aufsehen, als sie sämtliche Fotos von Instagram löschte, weil das nicht «das echte Leben» sei.

Was bringt es den Stars, wenn sie sich von den Plattformen zurückziehen? «Es ist wie eine Bio-Bewegung im Social-Media-Zeitalter. Man macht etwas anders als alle anderen. Man kann sich mit einem Rückzug von der Masse abheben», sagt PR-Profi Ferris Bühler.

«Stars sind keine Privatpersonen mehr»

Er sieht noch einen zusätzlichen Effekt: «Durch Social Media haben die Stars viel von ihrer Exklusivität verloren. Sie sind jederzeit greifbar. Wenn sie da nicht mehr mitmachen, holen sie sich einen Teil ihrer Exklusivität zurück.» Genau das haben Rihanna, Ed Sheeran und Essena O'Neill (zwischenzeitlich) erreicht. Bühler ist überzeugt, dass in nächster Zeit noch viele weitere Künstler und Prominente auf diese Strategie setzen und sich rar machen werden.

Trotzdem: Nicht mitzumachen können sich die wenigsten leisten. Social Media ist schlicht der günstigste und direkteste Weg, sich selbst und neue Produkte zu promoten, sagt Manuel P. Nappo. Er verstehe, dass Prominente zwischendurch eine Auszeit bräuchten, schliesslich gäben sie viel preis von sich. «Stars sind heute keine Privatpersonen mehr. Sobald sie sich entscheiden, Social Media zu nutzen, ist es vorbei damit. Gerade Snapchat hat das noch weiter zugespitzt.» Letztlich müsse jeder Mensch – ob prominent oder nicht – selber entscheiden, wo er die Grenze ziehe.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Minu am 06.05.2016 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht auch ohne

    Ich war noch nie bei Facebook dabei.Ich verbringe meine Freizeit lieber ruhig und entspannt.Habe bis jetzt nichts verpasst.

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  • Cooli Sou am 06.05.2016 06:06 Report Diesen Beitrag melden

    Trendsetter

    OK. dann war ich also mal wieder Trendsetter als ich vor 3 Jahren mein Facebook Profil gelöscht habe. So cool! ;-)

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  • Kevin Keller am 06.05.2016 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich hab gar nix

    Dan gehör ich endlich mal zu den coolen habe kein facebook instagram oder twitter nicht mal whatsapp mit 27 jahren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 06.05.2016 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    knigge

    als internet anfing geil zu werden war das coole daran dass man tun konnte was man will. jetzt gibts sogar im internet knigge. man muss zu followern schauen und neues bringen. früher ging es um ein affenvideo XD

  • Armandoo am 06.05.2016 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rihanna liebe mich!!!

    Rihanna find ich sexy. Ich hoffe sie heiratet mich. Bin zwar nicht reich, aber sehe mittelgut aus.

    • Chris am 07.05.2016 07:17 Report Diesen Beitrag melden

      Rhianna?

      Naja wem breite Hüften und Nasen gefallen...

    • breitihüftfrou am 07.05.2016 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chris

      ein problem mit breiten Hüften? Hoffe bekommst nie eine Frau ab

    • Menschen sind so am 07.05.2016 19:51 Report Diesen Beitrag melden

      Mittelgut

      aussehen reicht nicht. Sie muss sich in der öffentlichkeit nur mit Beaus zeigen, sonst ist Ihre Karriere dahin.

    • ghost am 07.05.2016 19:53 Report Diesen Beitrag melden

      Rihanna

      irgendwie sind Ihre Bilder retouchiert. Sieht 2x völlig anders aus.

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  • Antrol am 06.05.2016 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Rihanna? Wer ist das?

    Rihanna... wen interessiert es was Ms. "Princess of the illuminati" macht?

  • Lea am 06.05.2016 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handys machen alles kaput

    Who cares! Ich hatte noch nie Facebook, Twitter, Instagram oder Snapchat und ich bin glücklich. Ich muss mich nicht zur Schau stelle um mich gut zu fühlen. Handys nehmen schon so viel Zeit in anspruch. Es geht kaum mehr ohne! Früher war alles besser.

  • MadChengi am 06.05.2016 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Freiwillige Fiche

    Habe noch nie freiwillig meine eigene Fiche angelegt - das überlasse ich dem Staat...