Prinz William

23. Januar 2019 18:44; Akt: 23.01.2019 19:05 Print

«Es fällt mir schwer, darüber zu sprechen»

von Katrin Ofner - An seinem zweiten Tag am WEF nahm Prinz William an einer Panel-Diskussion über geistige Gesundheit teil. Ein Thema, das ihm sehr am Herzen liegt.

Prinz William hatte als Rettungspilot schwierige Situationen zu verarbeiten. (Video: WEF)
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Gemeinsam mit seiner Frau, Herzogin Kate (37), und seinem Bruder, Prinz Harry (34), setzt sich Prinz William mit der «Heads Together»-Stiftung seit Jahren für Menschen mit psychischen Problemen und der damit einhergehenden negativen Wahrnehmung in der Gesellschaft ein. Hinter dem Engagement des 36-Jährigen stecken seine eigenen Erfahrungen, wie er in der Podiumsdiskussion am Mittwochnachmittag am Weltwirtschaftsforum in Davos verriet.

Während seines Jobs als Rettungspilot habe er zahlreiche Traumata miterlebt. Insbesondere ein Fall habe ihn sehr belastet. «Es ist immer noch schwer und emotional für mich, darüber zu sprechen, weil ich dabei an meine Kinder denken muss», sagte William. «Man fühlt bei den Einsätzen den Schmerz der Person und man lebt damit.» Es sei normal, solche Gefühle zu haben, denn «wenn man nichts spürt, sollte man sich untersuchen lassen», erklärte William.

Promis wollten William nicht unterstützen

Was genau damals passiert ist, verriet der Prinz nicht. Nur: «Ich habe viel mit meinen Kollegen darüber gesprochen und bin froh, dass ich das gemacht habe. Sonst würde ich mit psychischen Problemen auf einem anderen Level kämpfen.»

Nun möchte er mit seiner Stiftung namens Heads Together anderen Menschen helfen und gegen das Stigma von psychischen Erkankungen kämpfen. Der Anfang war allerdings schwer. «Als die Stiftung noch in den Kinderschuhen steckte, wollte uns niemand – auch keine Promis – unterstützen», sagte er. Erst als die Menschen sahen, was sie mit der Organisation bewirken, interessierten sie sich dafür.

William scherzt erneut

Trotz des ernsten Themas konnte sich William einen Witz nicht verkneifen. «Briten sind besonders schlecht darin, ihre Gefühle auszudrücken», sagte der 36-Jährige. Schuld daran sei die Generation der Kriegszeit, die dies ihren Kindern weitergegeben habe. Erst jetzt würden die Enkelkinder einen anderen Weg gehen.

Mittlerweile würden dem Herzog von Cambridge Menschen auf der ganzen Welt für seine Arbeit danken – entweder weil sie betroffen waren oder jemanden kennen, der betroffen ist. Doch: «Es gibt in Bezug auf die psychische Gesundheit immer noch dieses Stigma, das wir völlig eliminieren müssen, bevor wir weiterkommen können.»

Privates Meeting mit Al Gore

Vor seinem zweiten Auftritt auf der WEF-Bühne fand am Mittwochvormittag ein Treffen mit dem früheren US-Vizepräsidenten Al Gore (70) statt. Der 70-Jährige setzt sich seit Jahren für den Klimawandel ein.


Ferientage in Davos?

Zum Durchschnaufen hatte der Prinz in den letzten Tagen nicht viel Zeit, wie Emily Andrews, Royal-Korrespondentin der «Sun», auf Twitter schreibt. William traf sich am Dienstag mit WEF-Gründer Klaus Schwab und der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern und nahm an einem Meeting zum Thema Global Governance teil.

Kurz nach 14 Uhr stand der Prinz dann erstmals auf der WEF-Bühne, um den Naturforscher Sir David Attenborough (92) zu interviewen.


Den ersten Tag am WEF liess der Prinz mit seiner Entourage von zehn Personen im Restaurant Alte Post ausklingen, wie der «Blick» berichtet. «Prinz William war sehr freundlich und entspannt, ohne jegliche Allüren», sagte Nathalie Hoffmann (28), Geschäftsführerin des Restaurants, zur Zeitung.

Der Brite liebt italienisches Essen

Der Royal soll eine Pizza Prosciutto e Funghi mit extra viel Oliven gegessen und eine Flasche Rioja bestellt haben. Drei Stunden lang sollen sich William und seine Begleitpersonen angeregt unterhalten haben, so die Wirtin. Sie schwärmt: «Er war ein sehr angenehmer Gast.»

Ob der 36-Jährige seinen Aufenthalt in der Schweiz verlängert und in Davos oder Klosters noch Skifahren geht, wurde vom Kensington-Palast (aus Sicherheitsgründen) nicht kommuniziert. Nach den stressigen Tagen würde man es William aber durchaus gönnen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Penelope am 23.01.2019 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glücksfall

    Prinz William ist ein kluger und überlegter junger Mann. Er mag vielleicht durch Zufall der Geburt zu seiner Position gekommen sein, seine Aufgabe macht er vorbildlich.

  • Typhoeus am 23.01.2019 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WEF und der global basket.

    Menschen und Staaten werden nur als Inhalt eines Anlage basket betrachtet, den es zu Managen gilt. Nur die Manager sind genau9so der Natur unterworfen und keinen Gewinn in die Ewigkeit mitnehmen.

  • njb48 am 23.01.2019 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn nicht jetzt, wann dann?

    Ich höre Deine Worte - allein der Glaube fehlt mir. [Johann Klopostock, Poet + aktiver Teilnehmer an der sagenumwobenen Schlacht am Morgarten]

Die neusten Leser-Kommentare

  • payassli am 24.01.2019 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber aber Mister Gore

    Al Gore steht sich seit Jahren für den Klimawandel ein, heißt es im Bericht. Er würde sich besser gegen ihn einsetzen.

  • Hafebeggi am 24.01.2019 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go william!

    Es wird ein grosser tag für Grossbritannien wenn William dereinst König wird! Er wird seinem Land grosse Ehre erweisen!

  • Georgios am 24.01.2019 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Davos

    Prinz William ist ein sehr feinfühliger Mensch wie seine Mutter ,ein Herz für Menschen denen es nicht gut geht,ich wünsch ihn einen schönen Aufenthalt in Davos,

  • Esperanza am 23.01.2019 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Prinz Williams Erbe=Empathie

    HEADS TOGETHER ! Prinz William setzt die Arbeit seiner geliebten Mutter fort. Sie wäre sehr erfreut, wie ernst er diese Aufgaben nimmt. Er sah sie leiden und weiss aus eigener Erfahrung wie wichtig es ist, dass bei psychischen Erkrankungen Empathie und erfahrene Fachkräfte nebst der Familie die wichtigsten Faktoren sind.

  • Jüge am 23.01.2019 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn der sich mit Gote trifft

    Dann sind Zweifel an seiner Geistigen Gesuchtheit mehr als angebracht.