Kleidergrössen

30. Oktober 2014 05:57; Akt: 12.11.2014 15:08 Print

Wo fängt eigentlich Plus-Size an?

von Monika Rufener - Wollte die Modeindustrie mit dem Plus-Size-Mode-Trend dem Konfektionsdrill entgegenwirken, erhitzt nun auch dieser in Blogs und Foren die Gemüter.

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Obwohl man in der Modeindustrie gerne dem Trend voraus ist, hat man die grosse Nachfrage nach einer breiteren Auswahl von Konfektionsgrössen und entsprechenden Models erst in den letzten paar Jahren als Marketinginstrument entdeckt. Doch die Modebranche tut sich schwer damit, den richtigen Umgang mit dem Thema Plus-Size zu finden. Es entbrannten Debatten darüber, welche Konfektionsgrösse ein Plus-Size-Model denn haben sollte und ab welcher Grösse Plus-Size beginnt. Die Gretchenfrage lautet also: Was ist Plus-Size und was nicht?

Fakt ist, dass gemäss einer von «Die Welt» zitierten Studie 15 Prozent aller deutschen Frauen die Kleidergrösse 36 und kleiner tragen, ein Fünftel 40 und die meistgetragene Kleidergrösse ist die 38. Für Übergrössen-Linien werden bereits Models mit Kleidergrösse 36 gebucht. Wie das Model Madeline Hill in einem Erfahrungsbericht auf Fashionista.com schreibt, wurde sie nach einer leichten Gewichtszunahme bei einem Casting dazu angehalten, in der Übergrössen-Kategorie Fuss zu fassen. Obwohl sie dies zuerst als Beleidigung empfand, wagte sie den Schritt ins sogenannte Übergrössen-Segment, und das sehr erfolgreich – mit Kleidergrösse 36 wohlgemerkt.

Eines der prominentesten Plus-Size-Models und das aktuelle Gesicht der Mango-Übergrössen-Kampagne, Robyn Lawley, trägt Konfektionsgrösse 40. Gut, dass die Kollektion von Mango bereits bei 40 anfängt, sonst könnte sie die Übergrössen-Teile gar nicht tragen – und genau hier fängt das nächste Problem an.

Konfektionsgrösse 40 in der Übergrössen-Abteilung

Offenbar versteht jeder und jede etwas anderes unter Plus-Size. Dass Mango bereits die Konfektionsgrösse 40, also die Grösse M/L, als Übergrösse verkauft, sorgte in vielen Foren und Blogs für Aufregung. In Spanien gab es gemäss «Die Welt» gar eine Petition gegen die Linie von Mango, da sie ein «völlig verzerrtes Bild der Wirklichkeit transportiere», wenn bereits die Konfektionsgrösse 40 als Übergrösse verkauft werde. Die italienische Modemarke Brandy&Melville, die besonders beim sehr jungen Publikum überaus beliebt ist, verzichtet derweil ganz auf ein grösseres Konfektionsgrössen-Spektrum. Brandy&Melville hat lediglich S und eine «One size fits most»-Grösse im Angebot, die nur leicht weiter geschnitten ist. In einer Stellungnahme gegenüber «USA Today» erklärt das Modehaus, dass trotzdem jeder Kunde etwas in seinen Filialen finden könne, und «wenn es nur eine Tasche ist».

Auch H&M musste sich mit Kritik im Umgang mit grösseren Grössen auseinandersetzen. Bemängelt wurde unter anderem, dass das schwedische Modelabel, statt die reguläre Kollektion einfach in grösseren Grössen anzubieten, eine eigene Linie zusammenstellt, die bedeutend kleiner und unmodischer daherkommt. Doch warum sorgen Übergrössenlinien für so viel Aufregung? Eine Erklärung dazu könnte eine Studie des «Journal of Consumer Research» liefern. Demnach ist das Bedürfnis, eine Durchschnittsgrösse zu haben und von der Stange zu kaufen, von grosser Bedeutung. Laut der Studie löst der Ausschluss vom «Mainstream-Modemarkt» bei den Kunden grosse Frustration aus. Man möchte eben gern zur Norm gehören.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Not A Model am 30.10.2014 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normal

    Ich erachte mich als schlank, treibe Sport und ernähre mich bewusst, aber mit Genuss. "Leider" bin ich gross, gegen 1.80m, sowie habe ich normale, frauliche Hüften, welche nicht durch Fett, sondern aufgrund der Hüftknochen so gebaut sind und trage deshalb Grösse 40/42. Wollen diese Modeleute echt behaupten, dass man mollig/dick ist, wenn man 40/42 trägt? Einfach unglaublich, denn ich könnte mich noch so runterhungern, 32/34 würde niemals passen!

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  • Ylenia am 30.10.2014 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spannend...

    Ok, ich bin 1.80m gross und gehöre bei Mango also zu den plus-size-Kundinnen (Grösse 40, M/L), na dann... Ok, für einen spanische Modekette sind wohl Frauen um 1.80m einfach nicht "normal"!

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  • Andrea am 30.10.2014 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Magerwahn

    Dieser Magerwahn bringt mich auf die Palme!ich finde es auch nicht schön wenn sich die Menschen gehen lassen und immer dicker werden,ich habe bis jetzt auch 13kilo abgenommen und trage jetzt Kleidergrösse 38!Aber diese spindeldürren Frauen sind doch nicht mehr schön,ich frage mich manchmal ob das der Männerwelt wirklich gefällt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Free am 31.10.2014 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rezept für Alle

    Wie war das mit den 40 Tagen in der Wüste? Jeder der das Gefühl hat er sei zu dick....Bittschön. Jeder der das Gefühl hat er sei zu dünn.....fastfood.

  • Gia am 31.10.2014 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausstrahlung

    also mich nimmts mal wunder wie die aussehen, welche hier schreiben eine 36/38 ist schon mollig oder fest... man kann die beste figur haben, nützt leider auch nichts wenn die ausstrahlung für denn keller ist..

  • Donna am 31.10.2014 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Kategorie ist egal

    Ich hätte auch gesagt, dass "Plus Size" bei der Grösse 40 anfängt. Aber eigentlich ist das ja total egal. Am Ende muss es einfach passen, egal in welcher Kategorie man das Kleidungsstück findet.

  • AuWeia am 31.10.2014 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, wenn das so ist

    wundert es mich nicht, warum sich viele eher weiblichere Frauen verzweifelt in Grösse 36 quetschen, bis die Nähte krachen. Bloss keine 38 oder gar 40, ui nei! Ich kenne solche Frauen. Konsequent wird die 36 gekauft, sich verzweifelt reingequetscht, überall quillt es über, die Nähte krachen, der Reissverschluss geht kaum zu. Bringts das? Bis Grösse 38 ist frau eindeutig schön schlank. Die mit den etwas weiblicheren Hüften brauchen meist eine 38. Als Übergrösse würde ich das noch lange nicht bezeichnen. Die Big is Beautyful Linien fangen doch erst ab 46 an?

  • Inanna am 31.10.2014 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Mal ein anderer Blickwinkel

    Vorsicht, hier werden Äpfel und Birnen miteinander verglichen! Eine Grösse 36 ist nicht überall gleich 36, in manchen Läden kann es auch eine 38 sein, kommt immer drauf an, wo produziert wurde. Auch ist dünn nicht gleich dünn. Also bitte nicht alle in einen Topf werfen, sondern differenzieren zwischen abgehungerter und genetisch bedingter Figur. Fakt ist, dass die meisten Models abgehungert sind, demnach keine Vorbilder. Aber die Norm in der Modewelt. Dort gelten normalgewichtige Frauen als "fett", Grösse 32 als ideal. Entspricht das der Realität? Nein. Also ruhig zugreifen bei Plus Size ;)