DSDS

17. April 2011 11:51; Akt: 17.04.2011 16:16 Print

Youngster Sebastian ist raus

von Philipp Dahm - Der 16-jährige Sebastian Wurth ist bei «Deutschland sucht den Superstar» als Fünfter ausgeschieden. Sein Imagewandel ging offenbar nicht schnell genug.

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Fernanda Brandao begrüsst am 16. April das Publikum vor den Bildschirmen und in Köln im Studio: «Das Beste der 80er, 90er und von heute» sollte mottotechnisch ausgeboten werden. Mit dürftigem Special-Effect wurde Dieter Bohlen beim Einlauf in die Arena zum Riesen gemacht. Was glauben Sie, wer in ihm den «blondesten King Kong aller Zeiten» sah? Natürlich kam dieser Spruch von … … Moderator Marco Schreyl, der hier von Juror Patrick Nuo umarmt wird. Dieter Bohlen erzählt kurz darauf, dass die Songs der Kandidaten in der Folgewoche in den Charts «liften»: Wieso singt eigentlich keiner ein Lied des Schweizers? Doch um Nuo geht es ja auch nicht, sondern um dieses Kandidaten-Quintett, das mit «I Gotta Feeling» von den Black Eyed Peas den Abend einläutet. Sebastian Wurth kann nicht nur singen, sondern spielt auch Gitarre. In Kombination gibt er Milows «Ayo Technology» zum Besten. Nuo meint: «Wie ein Superstar!» Auch Bohlen lobt: «Der hat das toll gemacht.» Ardian Bujupi etschied sich für «We Got It Going On» von den Backstreet Boys, weil das sein erstes Album war (Kommentar Schreyl: «Schööööön!»). Die Songauswahl irritiert auch die Jury. «Du hast eine Traumstimme, warst aber schwächer als letzte Woche», so Nuo. Auch Bohlen meint: «Letztes Mal hat es mich mehr getroffen.» «Heute ist er gross und man sagt, er sei stubenrein.» Vielleicht war dieses dumme Gefasel Marco Schreyls schuld, dass Marco Angelini aus Österreich der Anfang von «Hollywood Hills» von Sunrise Avenue misslingt. Der 26-Jährige trifft die Töne nicht. «Auch insgesamt warst du letzte Woche echt besser. Ich fand es so lala», kritiserte Juror Nuo. Fernanda Brandao fehlte «Coolness» und Bohlen fragte: «Würde ich dich erkennen, wenn ich dich im Radio hören würde?» Marco Schreyl gibt zum Besten, man müsse Marco vielleicht «zurück in die Berge» schicken. «Meine Ohren sagen mir, sie singt schön», kündigt Marco Schreyl den Auftrit von Sarah Engels an, die Tina Turners «Simply the Best» trällert. Die Augen sagten dem Zuschauer: Knapper hätte das Kleid nicht sein dürfen. Von der Jury gab es dafür Lob: «Du hast was Persönliches reingelegt», befand Patrick Nuo. «Du hast die Kritik von letzter Woche gut umgesetzt.» «Du warst die Beste bisher», sagte Brandao über die einzige Frau im Rennen. «Ich will, dass die Leute für dich anrufen.» Bohlen forderte mehr Bewegung: «Du stehst da wie eine Bügelstation!» «Lobardicus Maximus, hat Du die Texte gut drauf?», fragt Moderator Minimus Marco. Der Kölner ist ein einfaches Gemüt, aber dass er sich von einem Typen wie Schreyl wie ein Depp behandeln lassen muss, geht irgendwo zu weit. Er singt Lionel Richies «I Just Call to Say I Love You». «Grandiosi» nennt Nuo den Auftritt, während Bohlen fragte: «Du hast den Hörer gehalten wie 'ne Strippe auf'm Klo. Hast du schon mal mit sowas telefoniert?» Antwort Pietros: «In einer Telefonzelle halt.» Wieder ist Sebastian Wurth dran, denn für ihn wird die Zeit knapp. Weil er erst 16 Jahre alt ist, darf er laut deutschem Jugendschutzgesetz nach 22 Uhr nicht mehr auftreten. Er singt «I Promise Myself». «Das hat was von Glee», befand Moderator Schreyl im Anschluss. Qualifizierter dagegen Nuos Kommentar: «Man kann von Woche zu Woche sehen, wie du erwachsen wirst. Das merkt man auch beim Performen.» Bohlen lobt: «Wenn wir das morgen im Studio aufnehmen, wird das ein Hit.» Sein letztes Stück ist Barry Manilows Ballade «Mandy». «Gänsehautmässig! Du hast echt einen hingelegt heute Abend», so Nuo. «Das war wunderschön», bekundete Brandao und sagte mit Blick auf die Jacke, die Klaviatur darauf sei ... ... «auch ganz sweet». Bohlen blökte: «Absolut gefühlsecht. Ich steh' auf gefühlsecht - nur echt mit dem Sebastian-Siegel.» Schreyls Kommentar zum Anzug: «Wie schön!» Vor Ardians zweitem Stück spricht Marco Schreyl mit dessen Vater («Wie süss sie mich über die Brille angucken!»), der naturgemäss sehr stolz auf seinen Sohnemann ist. Der singt Ushers «More». «Deine Power war da», befindet Juror Nuo. «Das war nach vorne, das ist dein Segment», schliesst sich Brandao an. Bohlen sah «showmässig den besten Auftritt». Marco Angelini blieb seiner Rock-Schiene treu und interpretierte «Fly Away» von Lenny Kravitz. «Viel besser als der erste Auftritt! Das Rockige steht dir», lobte Nuo. Brandao meinte: «Ich finde, du siehst optisch am besten aus. Bohlen wollte ein bisschen kritisieren, hielt sich aber zurück: «Sehr viel Power, guter Auftritt. Ein paar Töne waren nicht da, aber perfekt war hier keiner.» Pietro Lombardis zweites Stück war «To Make You Feel My Love» von Kris Allen. «Ich bin geflasht! Traumhaft», urteilte Nuo im Abschluss. «Du zauberst ein Gefühl in die Herzen der Leute», schloss sich Brandao an. Bohlen holte aus: «Ich bin echt stolz auf dich. Am Anfang hat dir keiner was zugetraut, aber du hast Riesenschritte gemacht.» Ardians nächstes Stück ist Cutting Crews «I Just Died in your Arms Tonight». «Ich fand, dass du an den hohen Stellen zu sehr gelitten hast. Insgesamt war es gut, aber ich hatte mehr erwartet», kritisierte Nuo. «Die Playboy-Inszenierung steht dir gut, aber es kommt nicht an letzte Woche ran», so Brandao. Bohlen hörte «krass falsche Töne. Das war Käse!» Marcos letztes Lied ist Major Toms «Völlig losgelöst». «Gesanglich völlig schwerelos! Das war nichts», rügte Nuo. Brandao findet den Ösi-Arzt positiv ansteckend, sah aber «zu viele Grimassen». «Mir hats persönlich nicht gefallen. Ich weiss nicht, ob dich die Zuschauer nicht zum Mond schiessen.» Mit ihrem Leona-Lewis-Lied kann Sarah nochmal richtig punkten. «Du bist eine klassisch talentierte Sängerin. Weltweit ist es Zeit für so eine grosse Sängerin», so Nuo fast überschwänglich. «Du warst heute mein Liebling», gestand Brandao und Bohlen ergänzte: «Heute Abend warst du die Beste!» Bevor Pietro sein drittes Stück singt, berichtet seine Grossmutter, sie habe auch Poster von anderen Kandidaten aufgehängt (Zwischenruf Pietro: «Ehj, Oma!). Sein «I'm Gonna Make You Sweat» kommt an: ... ... «Das war 1000 Prozent Pietro-Style. Wir lieben dich», sagte Brandao. Bohlen lobte: «Toller Auftritt!» In der Entscheidungsshow kann er sich als Erster entspannen und in das Viertelfinale einziehen. Als Zweite erfuhr Sarah Engels, dass sie weiter ist. Aridan oder Marco? Wer wird mit Sebastian zittern müssen, der schon als Wackelkandidat feststand? Der Österreicher bekam grünes Licht von den Zuschauern. Es musste sich also zwischen Ardian und dem Youngster entscheiden - und ... ... Sebastian unterlag, doch er zeigte sich als sehr fairer Verlierer.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nun, liebes Deutschland, wer soll denn nun dein Superstar sein? Ein Quintett stand noch zur Auswahl – oder wie es Marco Schreyl mit seinen ihm ganz eigenen Worten sagte: «die Boyband mit dem Girl dabei». Das besagte Mädchen hat wohl die erstaunlichste Wendung während der Castingshow vollzogen. Am Anfang zeigte sich Sarah Engels noch als ehrgeizige Wadenbeisserin, schied dann aus und rückte nach, als eine andere Kandidatin aufgeben musste.

Nun ist sie so was von geläutert, dass Saulus wie Paulus eifersüchtig werden könnten. «Lieber Gott, lass mich nur noch eine Woche weiterkommen», bete sie nach eigener Aussage bei jeder Entscheidungsshow. Und sie sagt: «Ich weiss ja nicht, was Deutschland will.» Später flötet sie, sie habe immer vergessen, ihren kleinen Bruder zu grüssen: «Ich hab dich ganz, ganz lieb», haucht sie in die Kamera. Ein Schelm, wer Kalkül dahinter vermutet.

«Mit wem hast du telefoniert?»

Das komplette Gegenteil davon ist Pietro Lombardi, der eine eher einfach gestrickte Seele und wenig berechnend ist. Link ist, wie sein teilweise naives Gemüt zum Gespött gemacht werden soll. Etwa wenn er an einem Fernsprecher stehend «I Just Call to Say I Love You» singt und Marco Schreyl ihn anschliessend fragt: «Mit wem hast du telefoniert?» Denn Pietro ist jemand, der auf so eine dämliche Frage antwortet: «Mit niemandem.» Pietro ist ein Kandidat, in dessen erstem Einspielfilm der Satz fällt: «Ich bin kein Verlierer!»

Im nächsten Einspielfilm campiert Pietro mit Kandidat Ardian in einem Zelt im Garten und ängstigt sich vor Grashüpfern im Zelt, bevor der Kölner Strassenfeger sein nächstes Stück inmitten seiner Fanpost singt. Schreyl gibt ihm nach dem Song ein solches Fan-Paket und sagt: «Das ist kein Schulranzen, das ist ein Paket!» Und Bohlen sagt ihm nach Lied drei: «Aus dir wäre auch ein guter Bademeister geworden.»

Jedem sein Klischee

Der teuflische Engel, der tollpatschige Junge von nebenan: Die letzten Rollen sind schnell verteilt. «Ardian steht auf schnelle Sachen. Schnelle Frauen, schnelle Autos», dürfen dessen Kumpels in die Kamera sagen und legen so sein Image fest. Der Österreicher Marco ist der Mann der grossen Gesten, der sich beim Singen gerne mal gegen das Herz schlägt und auch sonst gerne grosse Show macht. Die Jury würde ihn wohl gerne loswerden, doch die Zuschauer haben etwas dagegen. Vielleicht musste deshalb Youngster Sebastian gehen, obwohl auch der das Zeug zum Star hat – nur offenbar nicht genug Anrufer. Sein Image war am Anfang dasselbe wie zuletzt und vielleicht wurde ihm gerade das zum Verhängnis.

Nicht unerwähnt bleiben soll noch ein Vorfall von 0.07 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt durfte noch abgestimmt werden – und Marco Schreyl eröffnete den RTL-Zuschauern, sowohl der Viert- als auch der Fünftplatzierte würden exakt bei 15,8 Prozent liegen. «Late Night by RTL. Das ist das ganz grosse Drama. Es ist unglaublich eng. An ihrer Stelle würde ich für ihren Schatz noch mal anrufen», tönte Schreyl. Ein bemerkenswerter Zufall, der tatsächlich noch den einen oder anderen Euro in die RTL-Kasse gespült haben dürfte.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich bins auch am 17.04.2011 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ungerecht

    Ein Beweis mehr, dass es bei DSDS nicht um Musik geht... Und eine Erkenntnis mehr, dass man solch einen Schmarren nicht schauen sollte!!

  • moja am 18.04.2011 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    stellt euch vor...

    ...es läuft DSDS und keiner würde schauen! da es aber leichte unterhaltungskost ist, schauen viele und bestätigen dadurch den machern den erfolg. wenn die kandidaten wissen, worum es eigentlich geht, ist es ok. wenn nicht, tun sie mir leid...

  • besserwisser am 17.04.2011 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Abgekartetes Spiel von RTL

    er war doch der talentiertester Kandidat - mit 16 Jahren gab es doch Auflagen, die immer schwieriger umzusetzen waren. er wird schon sein Ding machen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • moja am 18.04.2011 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    stellt euch vor...

    ...es läuft DSDS und keiner würde schauen! da es aber leichte unterhaltungskost ist, schauen viele und bestätigen dadurch den machern den erfolg. wenn die kandidaten wissen, worum es eigentlich geht, ist es ok. wenn nicht, tun sie mir leid...

  • Sandra am 18.04.2011 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    @Fred

    Das ist nicht wahr! Der Autor dieses Artikel beschreibt bloss wie es ist. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und das ist gut so. Zazou war meiner Meinung nach auch nicht gut und ist zu recht rausgeflogen. Aber dass Marco Schreyl nervt und die Jury ein peinliches Trio ist, ist Fact.

  • fred am 17.04.2011 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Schade...

    Zum Glück ist dieser Justin Bieber Verschnitt draussen! Die ganze Sendung ist ein Mist!

  • Lena am 17.04.2011 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ohjeh wieder so ein Müll

    Immer diese Kritik - Spürt man fast noch den schlechten Verlierer raus.... Alle doof außer Zazou

  • Ich bins auch am 17.04.2011 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ungerecht

    Ein Beweis mehr, dass es bei DSDS nicht um Musik geht... Und eine Erkenntnis mehr, dass man solch einen Schmarren nicht schauen sollte!!