Geheimes Begräbnis

23. Mai 2018 03:34; Akt: 23.05.2018 05:18 Print

Fans können sich nicht von Avicii verabschieden

Die Beerdigung des letzten Monat verstorbenen Star-DJs findet im kleinsten Kreis statt.

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Es werde eine «private» Beerdigung geben, «in Gegenwart der Leute, die Tim am nächsten waren»: Avicii bei einem Auftritt in San Francisco. (7. Februar 2016) Der schwedische Star-DJ Avicii wurde am 20. April 2018 im Oman tot aufgefunden. Tim Bergling, wie Avicii mit bürgerlichem Namen hiess, wurde 28 Jahre alt. Seine Pressebeauftragte bestätigte den Tod. «Die Familie ist am Boden zerstört, und wir bitten alle, ihr Bedürfnis nach Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit zu respektieren», heisst es seitens des Managements. Laut mehreren Quellen soll Avicii Suizid begangen haben. Auch das Statement seiner Eltern liess darauf schliessen. Bekannt wurde der Schwede mit Hits wie "Wake me up" und "Levels". Der Dj und Produzent gehörte zu den weltweit erfolgreichsten Künstlern der elektronischen Musikszene. 2016 kündigte er das Ende seiner Bühnenkarriere an. Das Partyleben werde giftig, er habe etwas für seine Gesundheit tun müssen, begründete er den Rücktritt von der Bühne. «Das Live-Ende bedeutete nie das Ende von Avicii oder meiner Musik. Stattdessen ging ich zurück zu dem Ort, an dem alles einen Sinn ergab - das Studio.» Von prestigeträchtigen Fachmagazinen wurde er während seiner rund zehnjährigen Karriere regelmässig unter die Top 10 der wichtigsten und einflussreichsten Djs der Welt gewählt. Trotz Bühnenabstinenz arbeitete er noch kurz vor seinem Tod an neuen Musikproduktionen, die 2018 erscheinen sollten. Wie seine Familie mitteilte, hatte er sich das Leben genommen. Avicii hinterlässt ein geschätztes Vermögen von umgerechnet rund 86 Millionen Franken. 20 Minuten Friday hat Avicii vor seinem Durchbruch interviewt. Tim Bergling ist am 8. September 1989 in Stockholm auf die Welt gekommen. «Der Name Avicii wird abgeleitet von der tiefsten buddhistischen Hölle, die den Namen ‹Avici› trägt. Da ‹Avici› als Name bei Myspace schon vergeben war, setzte er ein zweites ‹i› hinten an», heisst es auf Wikipedia. Avicii hatte 2013 mit «Wake me Up» einen Sommerhit gelandet. 2014 räumte Avicii zwei Trophäen beim wichtigsten deutschen Musikpreis Echo ab: für «Wake Me Up» als «Hit des Jahres», ausserdem gewann er in der Kategorie «Künstler Electronic Dance Music». Einige Monate später sagte er seine Tour wegen gesundheitlicher Probleme ab.

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Nach seinem tragischen Tod im vergangenen Monat findet das Begräbnis des schwedischen Star-DJs Avicii im kleinsten Kreis statt. Es werde eine «private» Beerdigung geben, «in Gegenwart der Leute, die Tim am nächsten waren», teilte die Familie von Avicii, der mit bürgerlichem Namen Tim Bergling hiess, am Dienstag in einer Erklärung mit. Termin und Ort der Zeremonie wurden in der Mitteilung nicht genannt.

Avicii war am 20. April im Alter von 28 Jahren in einem Hotelzimmer im Oman gestorben, wo er einen Urlaub mit Freunden verbrachte. Von Seiten der Polizei in dem Golfstaat hiess es, der Tod werde nicht als Kriminalfall eingestuft. Es sei aber der Wunsch der Familie, keine Angaben zur Todesursache zu machen.

Familie deutet Suizid an

Ein paar Tage nach Berglings Tod deutete seine Familie in einem offenen Brief einen Suizid des 28-Jährigen an. «Er konnte nicht mehr. Er wollte Frieden finden», schrieben die Angehörigen. Der Musiker habe «mit Gedanken über den Sinn, das Leben, das Glück» gekämpft und sei «nicht geschaffen» gewesen «für die Business-Maschinerie, in der er sich wiederfand».

Der Schwede zählte zu den erfolgreichsten Elektromusikern der Welt. Er arbeitete unter anderem mit Madonna, der britischen Rockband Coldplay und dem französischen DJ und Musikproduzenten David Guetta zusammen. Zu seinen grössten Hits zählt «Wake Me Up» aus dem Jahr 2013. 2016 kündigte Avicii mit gerade einmal 26 Jahren seinen Abschied aus dem Musikgeschäft an. «Diese Szene ist nichts für mich», sagte er damals dem Magazin «Billboard».

In den vergangenen Jahren hatte Avicii offen über seine Gesundheitsprobleme gesprochen – unter anderem über eine zum Teil durch exzessiven Alkoholkonsum verursachte Entzündung der Bauchspeicheldrüse. 2014 hatte er einige Live-Auftritte abgesagt, weil er sich die Gallenblase und den Blinddarm entfernen liess.

(chk/afp)