Rettungsleiter

11. September 2018 17:30; Akt: 11.09.2018 18:30 Print

«Daniels Eltern haben sich bei uns bedankt»

Daniel Küblböck konnte auch nach einer grossen Suchaktion im Atlantik nicht gefunden werden. Der Einsatzleiter erklärt, warum er die Suche abgebrochen hat.

Bildstrecke im Grossformat »
Sänger Daniel Küblböck ist am Sonntagmorgen von Bord des Kreuzfahrtschiffs Aidaluna verschwunden. Der ehemalige DSDS-Kandidat soll vom Schiff in den kalten Atlantik gesprungen sein. Das Schiff, das von Hamburg nach New York unterwegs gewesen ist, stoppte und suchte zusammen mit drei weiteren Schiffen sowie Luftunterstützung nach dem Deutschen. Nach 30 Stunden wurde die Suche aufgrund der geringen Überlebenschance abgebrochen. Küblböcks letzter Instagram-Post stammt vom 28. Juli. Damals klagte er über die Hitze. «Zu heiss. Wann kommt der Regen», kommentierte er dieses Bild. Diese Route hätte das Schiff fahren sollen. Am Sonntag wäre das Schiff in St. John's eingetroffen. Bekannt wurde der mittlerweile 33-Jährige 2003 durch seine Teilnahme bei der RTL-Show «Deutschland sucht den Superstar». Er schied in der vorletzten Sendung aus und belegte hinter Alexander Klaws und Juliette Schoppmann den dritten Platz. Es folgten mehrere ... ... TV-Auftritte, Chart-Hits, Werbespots und die Autobiografie «Ich lebe meine Töne». Das Buch, das er für eine Hörbuchversion auch selbst einsprach, erreichte Platz drei in der Spiegel-Bestsellerliste. 2004 ging Daniel dann ins RTL-Dschungelcamp und musste sich unter anderem mit 30'000 Kakerlaken in einer Glaskiste ... ... auseinandersetzen. Im selben Jahr hatte Küblböck auch einen Autounfall. Er prallte gegen einen Lastwagen, der voll mit Gurken war, und überlebte schwer verletzt. Direkt danach machte er seinen Führerschein. Anschliessend wurde es ruhig um den Paradiesvogel. Grund: Küblböck ... ... wurde zum Geschäftsmann, gründete ein eigenes Unternehmen und investierte in Ökostrom. 2012 machte er Schlagzeilen, als er sich von einer 70-jährigen Milliardärin adoptieren liess. 2015 zog es Daniel kurzzeitig wieder ins Rampenlicht. Der Sänger nahm bei der achten Staffel von «Let's Dance» teil. Anschliessend wurde es erneut ruhig um ihn. Gegenüber VIP.de sagte er 2017: «Ich habe mich seit drei Jahren aus dem Verkehr gezogen, weil ich in Berlin Schauspiel studiere. Ich bin ... ... Student, man lernt nie aus. Darauf will ich mich konzentrieren. Ich bin dort bis September 2018, danach will ich mich am Theater bewerben. Und dann mal schauen, was kommt.» Sein Studium macht Daniel ... In den letzten Jahren machte Daniel nicht nur beruflich, sondern auch optisch eine Verwandlung durch. Während er 2003 bei DSDS noch mit seinem schrillen Aussehen auffiel, präsentierte sich der 33-Jährige 2014 mit einer modernen Kurzhaarfrisur, Bart und jeder Menge Tattoos. Vor seiner Karriere im Rampenlicht machte er übrigens eine Ausbildung zum Kinderpfleger und absolvierte ein Praktikum in einem Kindergarten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

30 Stunden dauerte die Suche nach dem DSDS-Kultstar Daniel Küblböck (33). Der Deutsche soll vergangenen Sonntag vom Bord eines Kreuzfahrtschiffs in den kalten Atlantik gesprungen sein.

Die Rettungskräfte suchten einen Bereich von über 4000 Quadratkilometern ab – ohne Erfolg. Vier Schiffe, darunter zwei Kreuzer, ein Helikopter und ein Suchflugzeug wurden eingesetzt. Die kanadische Küstenwache stand im Dauereinsatz.

Am Montagabend kam die Ernüchterung. Major Mark Norris, Einsatzleiter der Rettungsaktion, traf die Entscheidung: Die Suche wird abgebrochen. Im Gespräch mit der «Bild» erklärt er diese Massnahme: «Wir mussten zu dem Schluss kommen, dass aufgrund der Umstände kein Überleben mehr möglich war.» Dazu ergänzt der Kanadier: «Die Suche wird um eine vielfach längere Zeit durchgeführt, als realistische Überlebenschancen bestehen.»

«Hinterbliebene klammern sich an den kleinsten Funken»

Trotzdem war es für ihn keine leichte Entscheidung: «Es ist die schwerste Entscheidung, die man sich vorstellen kann.» Natürlich auch aufgrund der Angehörigen. Norris: «Hinterbliebene klammern sich an den kleinsten Funken Hoffnung.»

Mit den Eltern des Paradiesvogels hatte der Kanadier, der in Deutschland geboren wurde, sogar Kontakt: «Daniels Eltern haben sich bei uns bedankt, das war sehr bewegend.»

Das Suchgebiet wurde explizit ausgerechnet, da der Aida-Cruiser genaue Angaben liefern konnte. Den Kapitän der Aidaluna schliesst der Major von allen Vorwürfen aus: «Das Protokoll für solche Fälle wurde eingehalten. Die Suche wurde eingeleitet und wir haben die Operation präzisiert mit der Zuordnung von Suchzonen.»

(fss)