Trennung von Borer

17. Juni 2010 14:53; Akt: 17.06.2010 16:35 Print

«Als hätte ich Krebs gehabt»

Shawne Fielding redet zum ersten Mal über die Trennung von ihrem Ehemann Thomas Borer. Sie fühle sich jetzt wie geheilt. Vorher seien ihre Kinder die einzige Freude in ihrem Leben gewesen.

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Die Borers - kein Schweizer Promi-Paar war je glamouröser. Ex-Task Force Chef Thomas Borer und die ehemalige Miss Texas Shawne Fielding heirateten am 5. Juni 1999 in Solothurn. Die frisch Getrauten verlassen die St. Ursen Kathedrale unter einem Spalier der US Marines. 1999 wurde Borer zum Botschafter der Schweiz in Deutschland ernannt. Aus dieser Zeit sind er und seine Frau auch einem breiten Kreis der Öffentlichkeit bekannt. Bald gehörten Borer - und vor allem auch seine Gattin - zur Showbiz-Prominenz Deutschlands. Hier die Borers zu Gast bei Gottschalk am 9. Dezember 2000. Die bunteste Botschafter-Gattin Berlins: Shawne beim Tag der offenen Tür der Schweizer Botschaft in Berlin am 12. Mai 2001. Zum Medienauftritt gehörten mehrere Garderobenwechsel. Shawne blieb aber stets patriotisch in rot-weiss. Die Frau für alle Fälle: Am 12. August 2001 wurde Shawne in Saignelégier, wo sie als Botschafterin der Expo.02 anwesend war, von der jurassischen Separatisten der Béliers der Unspunnenstein übergeben, der 1984 gestohlen worden war. Beim Aachener Karneval 2002 erhielt Botschafter Borer die traditionelle Auszeichnung 'wider den tierischen Ernst'. Gattin Shawne gab einen Song zum Besten. Shawne Borer-Fielding bei der Eröffnung ihres Berliner Wellness-Clubs 2002. Nach einem auf Falschaussagen basierenden Artikel des «SonntagsBlick» im März 2002, der Borer eine Affäre mit dem Model Djamila Rowe nachsagte, wurde er nach Bern zurückgerufen. Hier der Abschied von Bürgermeister Klaus Wowereit am 24.4. Die Medienwirksamkeit von Shawne Fielding Borer hält nahezu ungebrochen bis heute an. Im Bild Shawne beim Opernball der Alten Oper in Frankfurt 2005. Als Ehrengast dem Eishockey Nationalliga A beim Meisterschaftspiel zwischen dem EV Zug und den ZSC Lions am 6. Januar 2006 in Zug. Mit Kurt Aeschbacher am Neujahrsball 2006 im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL). Mit Sir Bob Geldof beim Frankfurter Opernball 2008. November 2008: Bei der Schweizer Premiere des Marc-Forster-Bonds «Quantum of Solace». Shawne bleibt bis heute ein gern gesehener Gast an Promi-Anlässen in Deutschland - wie hier im Bild am 7. November 2009 an der AIDS-Gala an der deutschen Oper in Berlin. Küsschen für FDP-Chef Guido Westerwelle. Schampus mit No-Angels-Sängerin Lucy Diakovska.

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Eben musste Shawne Borer-Fielding aus der gemeinsamen Villa in Thalwil am Zürichsee ausziehen. Die Obhut über ihre Kinder hat sie an ihren Noch-Ehemann Thomas Borer verloren. Doch die Ex-Botschafter-Gattin und Miss Texas hat ihren Humor behalten und plaudert gegenüber der «Weltwoche» aus dem Nähkästchen: «Ich bin so glücklich, das ganze Leben begegnet mir momentan neu.» Die letzten fünf Jahre hätten sich angefühlt, als hätte sie Krebs. «Jetzt bin ich geheilt», frohlockt sie. Für die Trennung von ihrem Mann gebe es nicht einen Grund, sondern mindestens fünf. Erzählen wolle sie diese aber nicht. Doch sie habe gleich nach der Hochzeit im Jahr 1996 gemerkt, dass Thomas sie nicht liebte. «Über Details sollte ich wohl aus juristischen Gründen schweigen», fügt sie aber an.

«Eine Tragödie ohne Ende»

Darum könne man nicht sagen, die Liebe zwischen ihnen sei verschwunden. «Es ist schwierig etwas zu verlieren oder zu bedauern, das gar nie da war, finden Sie nicht?», sagt sie. Sie habe dennoch versucht, das Beste aus der Ehe zu machen. «Aber es wurde immer schlimmer und schlimmer. Es war eine Tragödie ohne Ende.» Mit ihrer eigenen Rolle geht sie nicht unkritisch um. An Thomas habe sie seine Macht geliebt. Sie habe ihn aber nicht aus strategischen Gründen geheiratet, sondern weil sie damals glaubte, in ihn verliebt zu sein. «Das war das Gefühl, das er mir vermittelte.»

Staatsempfänge wurden von Fielding vorfinanziert

Die Frage, warum der Ex-Botschafter sie geheiratet habe, kann sie selbst nicht beantworten: «Vielleicht wegen meines Aussehens, meines Glamours, meines Geldes?» Denn eins macht die schöne Texanerin im Interview klar: Sie brachte einen dicken Geldbeutel mit in die Ehe mit Borer. Drei Millionen Dollar hatte sie nach der Scheidung von einem Kabel-TV-Milliardär in den USA erhalten. Mit dem Geld ging sie offenbar grosszügig um. So habe sie in der Schweizer Botschaft in Berlin die grossen Empfänge vorfinanziert. «Den Wein, die Büffets, die Dekoration (…) Sie können sich vorstellen, dass das ziemlich viel gekostet hat», sagt sie.

Wie war das mit Borers angeblicher Affäre?

Auch den Mercedes, in dem im unheilvollen Jahr 2002 die angebliche Geliebte ihres Mannes bei der Einfahrt in die Tiefgarage der Berliner Botschaft fotografiert worden war, hatte Shawne Fielding bezahlt. Die angebliche Affäre führte schliesslich zur Absetzung des Botschafterpaars in Berlin. Die Äusserungen von Shawne Fielding zu diesem Kapitel ihres Lebens sind undurchsichtig. So bedauert sie den Wegzug aus Berlin. «Das war sehr schade.» Auf die Journalisten, die diese Affäre ans Licht gezerrt haben, ist sie aber nicht wütend. «Das waren Reporter, die angeblich Rauch gesehen haben. Und wo Rauch ist, ist normalerweise auch Feuer», sagt Fielding geheimnisvoll. Laut «Weltwoche» mussten diese Interview-Passagen sorgfältig juristisch abgeschliffen werden.

«Sorgerechtsstreit ein Schock»

Auch Fieldings Aussagen über den Sorgerechtsstreit um die zwei gemeinsamen Kinder wurde juristisch nachbearbeitet. Die Enttäuschung der schönen Texanerin über die Übertragung des Obhutsrechts ihrer Tochter (2) und ihres Sohns (6) an ihren Ehemann Thomas ist dennoch spürbar: «Das ist mehr als aussergewöhnlich. Ich weiss nicht, wie es dazu kommen konnte. Natürlich werde ich dagegen rekurrieren», sagt sie.

Seit Ende Mai darf die Ex-Miss-Texas ihre Kinder nur noch jeden Mittwoch und jedes zweite Wochenende sehen. «It’s a shock!», meint sie. Vor allem ihre zweijährige Tochter sei Tag und Nacht mit ihr zusammen gewesen. Den Entscheid des Gerichts kann sie nicht verstehen. «Für eine Mutter, die sich ihr Leben lang um die Kinder gekümmert hat, die sie immer zur Schule, zum Doktor oder auf den Spielplatz gebracht hat, ist das der reine Horror.»

(ann)