Wemakeit.com-Chefin

22. Juli 2016 20:31; Akt: 22.07.2016 20:31 Print

«Belohnungs-Joints sind ironisch gemeint»

Wemakeit.com sei kein Drogenumschlagplatz, erklärt die Geschäftsführerin der Plattform. Die «Joints», die Lara Stoll ihren Gönnern in Aussicht stellt, seien mit Augenzwinkern zu verstehen.

Bildstrecke im Grossformat »
Lara Stoll ist eine bekannte Schweizer Slam-Poetin. Sie kam 1987 in Schaffhausen zur Welt. Seit 2013 produziert und moderiert sie eine Fernseh- und Internetsendung mit dem Titel «Bild mit Ton». Ihr neuestes Projekt heisst «128 Hours», eine Parodie auf den biografischen Abenteuerfilm «127 Hours». Um das Geld dafür zusammenzubekommen, setzen Stoll und ihr Team auf Crowdfunding via Wemakeit.com. Als Belohnung für Gönner winkt unter anderem ein Minipic - angeknabbert von Stoll höchstpersönlich. Oder eine Dankes-E-Mail mit «erotischem Fotoanhang» für alle, die mindestens neun Franken spenden. Das billigste Angebot: ein Karmapunkt vom Universum für drei Stutz. Und für 42 Franken dreht Lara Stoll den Gönnern einen Joint. Das ist darum heikel, weil Joints per Definition Haschisch oder Marihuana enthalten und die Initiantin damit gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen würde, wie Anwalt Martin Steiger im Gespräch mit 20 Minuten erklärt. «Sämtliche Rewards sind ganz offensichtlich ironisch gemeint und müssen im Gesamtzusammenhang eines künstlerischen Werks gesehen werden», erwidert Wemakeit.com-Geschäftsführerin Melina Roshard gegenüber 20 Minuten. Weil Ironie und Kunst aber nicht jedermanns Sache seien, haben die Verantwortlichen nach Absprache mit ihrer Anwältin die Bezeichnung der Belohnung auf Wemakeit.com entsprechend ergänzt. Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis zum 17. August. Stand später Freitagnachmittag waren knapp 3000 von 7500 Franken gesammelt. Für 20 Minuten war Lara Stoll auch am Freitag nicht zu erreichen. Via Facebook bedankt sich die Slam-Poetin und Schauspielerin aber für die Promo für ihre Crowdfunding-Kampagne.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Donnerstag berichtete 20 Minuten über die Crowdfunding-Kampagne von Lara Stolls nächstem Filmprojekt «128 Hours». Wer via Wemakeit.com bei der Finanzierung des Vorhabens hilft, wird entsprechend der bezahlten Summe belohnt – unter anderem mit selbstgedrehten Joints der Slam-Poetin und Schauspielerin.

Umfrage
Die «Joints» werden nun also ohne Haschisch oder Marihuana gedreht. Ist das trotzdem noch lustig?
33 %
28 %
39 %
Insgesamt 727 Teilnehmer

Weil dies gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen würde, wäre das «ein strafbares Vergehen», wie Rechtsanwalt Martin Steiger am Freitag gegenüber 20 Minuten erklärte. Er meinte weiter: «Wemakeit.com wird faktisch als ‹Drogenumschlagplatz› verwendet» – besonders brisant wegen der Tatsache, dass die Crowdfunding-Plattform bei ausreichend finanzierten Projekten zehn Prozent des zusammengetragenen Betrages einstreicht.

«Joints» ganz ohne illegale Substanzen

Nun meldet sich Wemakeit.com-Geschäftsführerin Melina Roshard zu Wort: «Wir finden es höchst fragwürdig, dass unser Portal unbedacht als Drogenumschlagplatz bezeichnet wird. Schliesslich hat niemand die Frage aufgeworfen, was in diesem ‹Joint› drin sein wird.»

Per Definition enthält ein Joint zwar stets Haschisch oder Marihuana, aber Stoll hat nicht angegeben, ob es sich um echte oder falsche Joints handle. Für das Portal sei von Anfang an klar gewesen, dass in besagten Joints keine illegalen Substanzen drin sein werden: «Wir sind ja nicht blöd.»

Ironie sei nicht jedermanns Sache

«Sämtliche Rewards sind ganz offensichtlich ironisch gemeint und müssen im Gesamtzusammenhang eines künstlerischen Werks gesehen werden», sagt sie weiter. Weil Ironie und Kunst aber nicht jedermanns Sache seien, haben die Verantwortlichen nach Absprache mit ihrer Anwältin die Bezeichnung der Belohnung auf Wemakeit.com entsprechend ergänzt.

Ein rechtliches Nachspiel muss Lara Stoll deswegen also nicht befürchten. Die Initiantin selbst war für 20 Minuten nach wie vor nicht erreichbar, doch Melina Roshard von Wemakeit.com weiss: «Letztlich will Lara ja auch Aufmerksamkeit für ihr Filmprojekt erregen – deshalb: ein grosses Dankeschön an 20 Minuten für die Promotion!»

Gern geschehen.

(shy)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arm Leuchter am 22.07.2016 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    mal im ernst

    Wer war so naiv und hat gedacht es gäbe gras im Joint oder gar ein erotisches Bildli von der Lara Stoll? In diesem Sinne, gut gemacht Lara. Hast dir die Gratiswerbung mit Witz und Ironie verdient.

  • Tea am 22.07.2016 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Drogenumschlagplatz"

    Die Aussage ist echt daneben, zumal im Internet wirklich mit Drogen gehandelt wird.

  • Adam Riese am 22.07.2016 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Senf

    Nun, so wie ich Crowdfounding verstehe, gibt jemand Geld für eine Gegenleistung. Sei es das daraus entstandenen Produkt, einen Film oder eben so etwas. Wer aber das ganze ohne ironischen Unterton vermarktet und Leute eigentlich betrügt sollte ausgeschlossen werden oder dann mit einem ironischen Unterton Monopoly Geld kriegen

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jemand am 23.07.2016 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Legalize it (Zensur nicht gestattet!)

    Cannabis gehört eh endlich legalisiert! Das Verbot ist aus rassistischen menschenverachtenden und wirtschaftlichen Gründen entstanden schon alleine deshalb gehört dieses Verbot ersatzlos abgeschaft (Jugend- und Verbraucherschutz ist selbstverständlich wichtig aber dafür gibt es schon Gesetze!) Wäre mal interessant zu wissen ob diese Preise auch in einem "Legalize it" Zusammenhang zu verstehen sind

  • Kein Linker am 22.07.2016 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ironie der Geschichte

    Die Geldsuche war auch Ironie. Vielleicht muss das Geld mit Arbeit verdient werden? So wie bei anderen Büezern auch?

    • t20 am 22.07.2016 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kein Linker

      Sie wird es schon noch spüren wie es ist Menschen auf die Schippe zu nehmen. Ich denke, da ist der Schuss nach hinten los gegangen. Von mir und Bekannten bekommt sie mit dieser Absicht absolut NICHTS!

    • Denker am 23.07.2016 07:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Kein Linker

      Hallo kein Linker, Wenn sie es immer noch nicht verstehen das System angestellt zu arbeiten für jemanden ist immer noch eine Art Sklaverei. Nennen sie wie sie es wollen, wenn sie viel Geld wollen werden sie es nicht mit normalem arbeiten erreichen, denn das ist in diesem System nicht möglich, handeln produzieren verkaufen etc. das ist die Devise.

    • Karl am 23.07.2016 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Denker

      Es ist jedem,überall und immer erlaubt selbstständig zu werden in der Schweiz. Nur fehlt es den Meisten an "Strom i de Hose", Fleiss und Ehrgeiz. Dann doch lieber nörgeln über die, die es machen. Die alte, billige Masche

    einklappen einklappen
  • Adam Riese am 22.07.2016 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Senf

    Nun, so wie ich Crowdfounding verstehe, gibt jemand Geld für eine Gegenleistung. Sei es das daraus entstandenen Produkt, einen Film oder eben so etwas. Wer aber das ganze ohne ironischen Unterton vermarktet und Leute eigentlich betrügt sollte ausgeschlossen werden oder dann mit einem ironischen Unterton Monopoly Geld kriegen

    • Michi am 23.07.2016 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Adam Riese

      Nix für ungut, aber dass das nicht ernst gmeint war war doch sowas von offensichtlich. Wer Lara nur Geld schicken will, weil er nen Joint will, hat sowieso was falsch verstanden ;-).

    einklappen einklappen
  • Tea am 22.07.2016 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Drogenumschlagplatz"

    Die Aussage ist echt daneben, zumal im Internet wirklich mit Drogen gehandelt wird.

  • Arm Leuchter am 22.07.2016 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    mal im ernst

    Wer war so naiv und hat gedacht es gäbe gras im Joint oder gar ein erotisches Bildli von der Lara Stoll? In diesem Sinne, gut gemacht Lara. Hast dir die Gratiswerbung mit Witz und Ironie verdient.