Chris von Rohr

15. Juli 2014 18:34; Akt: 16.07.2014 15:42 Print

«Die Schweizer sind zu lieb, die lassen alle rein»

In der neuen SRF3-Serie «Focus Blind Date» treffen jeweils zwei Promis aufeinander. Das Treffen von Chris von Rohr und Slam-Poet Gabriel Vetter war aber nicht sehr romantisch.

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Eigentlich hätten Rocker Chris von Rohr und Slam-Poet Gabriel Vetter einiges gemeinsam. Doch bei ihrem Zusammentreffen für die neue Sommerserie «Focus Blind Date» auf SRF 3 geraten sich die beiden ziemlich in die Haare. «Du tönst wie ein alternder SVP-Politiker!», wettert Vetter. «Du redest wie ein Linker!», zetert von Rohr. Die beiden haben das Heu nicht auf der gleichen politischen Bühne – nicht mal auf der kulturellen. «Du bist doch auch aus dem Kulturkuchen», sagt Vetter. «Nein, das bin ich nicht. F*** it, Kultur kommt bei mir hinten raus», kontert von Rohr. Die beiden schenken sich nichts – absolut nichts.

Wildes Gefluche und Gefuchtel

Vor allem wenn es um die Schweizer Politik geht, kennt der Rockmusiker kein Halten mehr. Einwanderungspolitik und die EU – zwei brisante Themen, die für viel Zündstoff sorgen. «Es gibt doch irgendwann Probleme, wenn man Krethi und Plethi reinlässt», erklärt der 63-Jährige in der Sendung. «Du bist doch auch für eine begrenzte Zuwanderung, oder?», fragt Chris sein Gegenüber. Noch bevor der 31-jährige Wortakrobat aber sein Konterargument ausführen kann, fährt von Rohr ihm schon wieder über den Mund. Es wird geflucht und mit den Armen gefuchtelt.

Im Nachhinein ärgert sich Chris über das Gespräch. «An einem anderen Tag wäre dieser Talk sicher anders gelaufen. Ich glaube, wir hätten uns nicht in die politischen Allerweltsthemen verbeissen sollen, die man in einem solchen Talk auf die Kürze gar nie zufriedenstellend bewältigen kann. Es wäre interessanter gewesen, mehr über unser Tun und Schaffen zu sprechen», sagt Chris zu 20 Minuten. Die Themenauswahl bei «Focus Blind Date» ist übrigens völlig frei.

«Ich bin weder ein Abschotter noch ein Fremdenhasser»

Deshalb versucht Vetter auch immer wieder ein wenig die Spannung aus der Diskussion zu nehmen, doch ohne Erfolg. Mit Aussagen wie: «Das Problem der Schweiz ist multikulti» oder «Die Schweizer sind zu lieb, die lassen alle rein» bringt der Rocker den Slam-Poeten auf die Palme. Doch Chris bleibt standhaft, wie er gegenüber 20 Minuten sagt: «Ich vertrete, wie 50 Prozent der Menschen hierzulande, die Meinung, dass wir wie überall auf der Welt, ausser in der EU, die Zuwanderung selbst bestimmen sollten und nicht zu viel des schlechten politischen Managements der EU importieren müssen.» Er sei der Meinung, das demokratische System sei ein Erfolgssystem, das kein Diktat von aussen brauche. «Deswegen bin ich weder ein Abschotter noch ein Fremdenhasser, ich arbeite ständig mit Ausländern zusammen und fand das schon immer bereichernd», sagt von Rohr.

Politik hin oder her – nach der Sendung haben sich die Wogen wieder geglättet, wie von Rohr verriet: «Wir haben phasenweise durch unklare Formulierungen einfach aneinander vorbeigeredet. Schade eigentlich. Das haben wir beide nach der Sendung im Tram festgestellt. Ich habe Gabriel mein Buch ‹Bananenflanke› geschenkt, damit er mich etwas vertiefter kennenlernt.» Leider war Gabriel Vetter für 20 Minuten bis jetzt nicht erreichbar.

Nebst Chris von Rohr und Gabriel Vetter treffen auch noch andere Schweizer Promi-Paare aufeinander, wie Sie in der Bildstrecke sehen.

Die Sommerserie «Focus Blind Date» läuft jeweils montags um 20.03 Uhr auf Radio SRF3.

(isa)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leonard Nimoy am 15.07.2014 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt. Wird sind zu lieb.

    Warum? Weil es uns (noch) gut geht.

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  • Rudi Rüssel am 15.07.2014 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chris hats kapiert

    Vamos Chris:)) Danke von den 51%

  • Pierre de Senarclens am 15.07.2014 19:25 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr einseitige Sache

    Zu einem Gespräch gehört ja auch Zuhören. Und Interesse am anderen zeigen. Wenn das nicht beide beherrschen, sondern nur einer davon (Vetter), dann ist das Gespräch natürlich sehr einseitig. Spannend, dass danach von Rohr findet, das Gespräch sei unbefriedigend gewesen. Er hat es ja zu 75% allein bestritten...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Solothurner am 09.08.2014 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Fremdschämen

    Verbal inkontinent, narzistisch, hört sich am liebsten selber zu, redet um nicht zuhören zu müssen, wechselt themen um nicht zu tief herein zu geraten bzw überfordert zu werden, völlige selbstüberschätzung, weltfremd. Kein bisschen "dräck"! Eine echte Enttäuschung und deillusionierend...

  • Tobias am 17.07.2014 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Habs auch gehört

    "Ihr seid zu lieb" dieser Satz habe ich selbst von einem Migranten zu hören bekommen.Merkt Ihr was...?!?

  • Florian am 17.07.2014 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    omg

    habs mir hetzt auch angeschaut. tja so hört sich also ein Rocker an welchem die SVP das Gehirn gewaschen hat. Na klar, die Schweiz lässt jeden rein. und solche Aussagen kommen in einer Zeit wo wieder Flüchtlinge an der Grenze sterben. Ich glaube das Menschen die Erfolg haben denken das sie ehrlich dies verdient haben und es jedem Möglich wär das glückliche Leben zu leben das ihnen geschenkt wurde. Sonst lässt sich solch ein Leistungs/Erfolgsgeschwätz nicht erklären. Hallo es sind Menschen die hier hin kommen und keine Roboter. Lieber Herr von Rohr, schön machen sie sich sorgen um die Umwelt in 30 jahren. Leider nützt eine intakte Umwelt nichts mit einer kaputten Geisteshalrung gegenüber Mitmenschen welchen man nur über Leistung eine Daseinsberechtigung zuspricht.

  • Martial Kohler am 16.07.2014 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Kappe an...

    Ich kann mit diesem "Kappen-Heini" definitiv nichts anfangen. Von Rohr wie sein Name sagt, hat nur eine grosse Röhre, ansonst wirklich unsympathisch. Nicht mein Fall...

  • Halbmond am 16.07.2014 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Nur weil man die Zuwanderung hinterfragt ist man noch lange kein Fremdenhasser. Leider wird man oftmals in diese Schublade gesteckt obwohl das Kernthema ja ein ganz anderes ist. Es kann ja nicht sein das man immer nur ja und amen sagen darf ohne Anforderungen stellen zu dürfen nur um nicht als Fremdenhasser dargestellt zu werden. Übrigens sagen auch viele Ausländer aus meinem Bekanntenkreis ( und da gibt es viele) die sagen man müsse die Zuwanderung besser kontrollieren.