Das sagen die Sponsoren

24. Januar 2019 19:47; Akt: 24.01.2019 20:18 Print

«Jastina hat die Regeln nicht verstanden»

Jastina Doreen Riederer hätte wiederholt ihre vertraglichen Pflichten nicht wahrgenommen, wirft ihr die Miss-Organisation vor. So beschreiben Ex-Partner die Arbeit mit ihr.

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Jastina Riederer muss als Miss Schweiz abdanken. Die Missen-Organisation wirft ihr Unprofessionalität vor. Jastina widerspricht und sagt in einem Statement, sie hätte ihre Aufträge wahrgenommen. Auch Anfrage von 20 Minuten zeigen sich (Ex-)Sponsoren und Partner von der Arbeit mit Jastina wenig begeistert. «Es war immer sehr schwierig», sagt etwa Ivo Aeschlimann von Ghel Coiffeur, der für ihr Haarstyling zuständig war. Zu ihrem aktuellsten Instagram-Post schreibt Jastina am Donnerstag: «Lebe deine eigene Melodie des Lebens und tanze nicht nach Noten anderer, denn diese können dich aus dem Takt bringen.» Spielt sie damit auf die turbulente Missen-Zeit an? Am 10. März 2018 wurde sie in Baden zur Miss Schweiz gekürt. «Trotz ihres Potenzials hielt sich das Interesse an der Person von Jastina Doreen Riederer nach der Wahl in Grenzen», schreibt die Miss-Schweiz-Organisation jetzt. Wann und ob eine nächste Wahl stattfindet, ist trotz ihrer Entlassung offen. Zuletzt war Jastina in Bangkok bei der Miss-Universe-Wahl für die Schweiz am Start. Die Miss-Organisation schreibt: «Ihr Hauptinteresse im Amtsjahr galt vor allem der Teilnahme an der Miss-Universe-Wahl, um Ihrem grossen Traum, ein Victoria's-Secret-Model zu werden, näher zu kommen.» «Letzter Schliff für Miss Universe»: Am Tag vor dem Abflug hübschte die 20-jährige Miss beim Bleaching nochmals ihr Mundwerk und ... ... ihre Mähne auf (natürlich schnitt sie nur die Spitzen). Jastinas Stofftierchen hatte ihr schon bei der Miss-Schweiz-Wahl im März Glück gebracht. Auch in Bangkok sollte es sie zum Sieg führen. «Ich will die Krone», sagte sie. Am Ende schaffte es Jastina nicht in die Top 20. Knapp drei Wochen weilte Jastina in Bangkok. Fürs Finale reiste dann auch ihr Mami aus der Schweiz an. Jastina war die erste amtierende Miss Schweiz seit fünf Jahren, die an der Miss-Universe-Wahl antrat. Jastinas grosse Leidenschaft: Nutella. Den Schoggi-Aufstrich nahm sie sogar nach Bangkok mit. Für einmal ungeschminkt: Für 20 Minuten legte Jastina kurz nach der Miss-Schweiz-Wahl ihre Maske ab und zeigte sich sogar ohne künstliche Wimpern. Sie träumte schon als Kind vom Krönchen: «Träume sind dazu da, hart für sie zu arbeiten», schrieb sie zu diesem Insta-Bild. «Du schaffst es, wenn du willst!» Titel und Krone ist sie nun los. Ob sie davon schon weiss, ist nicht klar. Die Organisatoren hätten sie nicht erreicht, um ihr die Freistellung mündlich mitzuteilen. Auch für 20 Minuten war Jastina bislang nicht erreichbar.

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Es ist eine Premiere in der Schweiz: Nach zehn Monaten als Titelträgerin wird Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer per sofort ihres Amtes enthoben. Wie die Miss-Schweiz-Organisation am Donnerstag mitteilt, hätte die 20-Jährige vertragliche Verpflichtungen nicht wahrgenommen und sei wiederholt nicht erreichbar gewesen.

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Die Konsequenzen sind bekannt. Doch wie war es für die Sponsoren und Vertragspartner, mit ihr zu arbeiten? Gegenüber 20 Minuten erzählen zwei (Ex-)Partner, wie sie die Zusammenarbeit mit Jastina erlebt haben.

Ivo Aeschlimann, Director Ghel Coiffeur, der sich auch im Vorfeld schon um das Styling aller Kandidatinnen kümmerte:
«Sie ist ein halbes Jahr lang kein einziges mal zu uns gekommen und hat sich nie aktiv um eine Partnerschaft bemüht. Obwohl wir mit ihr einen Vertrag hatten, laut dem sie ein Jahr lang gratis ihre Haare hätte machen lassen können – oder sollen.

Ich habe dann im Sommer den Vertrag mit der Miss-Schweiz-Organisation gekündigt. Danach ist sie plötzlich noch drei-, viermal vorbei gekommen. Sie hat zumindest uns gegenüber versucht, ihr Nicht-Bemühen wieder gutzumachen.

Es war immer sehr schwierig. Jastina Doreen hat einen sehr starken und eigenen Kopf – das hat der Situation nicht geholfen.

Ihr waren ihre Haare halt auch sehr wichtig. Wir haben ihr aus unserer Profisicht stets empfohlen, ihre Haare etwas zu kürzen, weil sie das als Model wandelbarer mache. Sie wollte aber lieber Typ Influencerin sein und nicht auf unseren Ratschlag hören. Sie war nicht bereit, Kompromisse zu machen. Und als Miss muss man wandelbar sein.»

Die Medienverantwortliche eines Produktesponsors erklärt:
«Wir haben schon länger nicht mehr mit Jastina Projekte oder Events umgesetzt. Wir haben auf die Zusammenarbeit mit ihr keinen grossen Fokus gelegt. Sie hat auch nicht die Reichweite entwickelt, die zu erhoffen gewesen wäre.

Jastina hat gewisse Grundregeln einer Partnerschaft nicht verstanden – oder nicht richtig vermittelt bekommen. Wenn man Partner hat, sollte man nicht mit Produkten der Konkurrenz posieren, zum Beispiel. Das gilt ja nicht nur für die Miss Schweiz, jede Influencerin weiss das.»

(mim/fim)