Irina Beller

02. Oktober 2015 20:29; Akt: 03.10.2015 16:18 Print

«Ich bin der am meisten missverstandene Mensch»

von Lorena Sauter - In «Der Mensch in mir» gibt Irina Beller höchst Intimes preis. Was ihr Mann Walter dazu sagt und wie ihr Verhältnis zu Tochter Alona ist, verrät sie im Exklusiv-Interview.

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In ihrem zweiten Buch zeigen Sie sich von einer bisher verborgenen Seite.
Irina Beller: Die Öffentlichkeit kennt mich halt nur aus den Medien und nicht so, wie ich wirklich bin. Ich habe mehrere Facetten und bin mehr als nur die Unterhalterin.

Sie erzählen Intimstes aus Ihrem Leben: Vom Missbrauch, vom Verlust Ihrer Tochter, von Ihren Ex-Männern. Warum?
Ich stehe zu meiner Vergangenheit, zu meinem Leben. Ich bin so, wie ich bin. Doch glauben Sie mir, es ist noch längst nicht alles erzählt. Das Buch wäre sonst 500 bis 1000 Seiten lang geworden.

«Der Mensch in mir» ist komplett anders als Ihr Erstling «Hello Mr. Rich – So heirate ich meinen Millionär». Wollten Sie einen Imagewechsel?
Irgendwann hat es mich einfach entsetzt, dass mich alle in eine falsche Schublade steckten. Mein Leben besteht nicht nur aus Champagner, Shopping und Botox. Ich bin der am meisten missverstandene Mensch der Schweiz.

Warum?
Einerseits liegt es an der Sprache. Deutsch ist einfach nicht meine Muttersprache und ich kann mich nicht immer richtig ausdrücken. Andererseits wird auch gern falsch interpretiert.

Nebst Persönlichem, das nur Sie betrifft, sprechen Sie auch offen darüber, wie Sie ihren Mann Walter kennen gelernt hatten, von ihren finanziellen Vereinbarungen und den Schwierigkeiten am Anfang. Was sagt er dazu?
Walter ist sehr tolerant. Ich habe ihm gesagt, dass ich bereit wäre, einiges wegzulassen. Doch er hat mir erlaubt, die Wahrheit zu schreiben. So sind wir – wir stehen zu uns.

Sie erzählen nicht nur von Walter. Sondern auch von ihren Liebhabern und Ex-Männern. Etwa von Ueli, dem Vater Ihrer Tochter Alona. Haben Sie noch Kontakt zu ihm?
Nein, schon lange nicht mehr. Das ist gut so.

Das Sorgerecht für Ihre Tochter Alona wurde Ihnen damals nicht zugesprochen. Sie durften sie als Kind alle vierzehn Tage ein verlängertes Wochenende sehen. Haben Sie heute Kontakt?
Ja. Seit der SRF-Sendung «Schawinski» (als Alona Thema wurde, brach Beller in Tränen aus. Anm. d. Red.) stehen wir in ständigem Kontakt.

Haben Sie ein gutes Verhältnis zueinander?
Wir sind entfremdet. Unsere Mutter-Tochter-Beziehung ist kaputt, das kann ich nicht abstreiten. Noch immer wenn wir uns sehen, kommt alles wieder auf und wir brechen in Tränen aus. Wir sind beide sehr emotional.

Leiden Sie darunter?
Das Verhältnis zu Alona ist sicher nicht so, wie ich es mir wünschte. Ich leide nicht mehr, es tut mir aber weh. Ich habe gelernt damit zu leben. Ich wünschte, es wäre damals anders gewesen.