Polos beste Sprüche

24. Juli 2017 23:42; Akt: 24.07.2017 23:47 Print

«Ich hatte 40 Jahre Chilbi und Party»

Nach einem Krebsleiden ist Polo Hofer im Alter von 72 Jahren gestorben. Berühmt wurde er mit seiner Musik, doch seine Sprüche waren es, die ihn zur Legende machten.

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1995 in der «Berner Zeitung»: «Mit Rock'n'Roll wollte man ursprünglich die Eltern ärgern. Mit der Zeit ging das nicht mehr und so kam ich auf die Idee, für die Legalisierung von Cannabis zu kämpfen.» 1997 im Interview mit der «Aargauer Zeitung» über die Unterschiede zwischen der 68er und der «heutigen» Jugend: «Bei uns ist die Post abgegangen, da sprach man noch nicht von Aids.» 1997 in der «Berner Zeitung»: «Das ist der beste Job, den man haben kann. Das ist ein Privileg.» 2005 im «Radio Magazin»: «Ich bin mir schon als Hofnarr vorgekommen. Was allerdings keine unangenehme Rolle ist, weil man eben Narrenfreiheit hat.» 2006 sagte er in der «Jungfrau-Zeitung», nachdem er die SRF-Show «Der grösste Schweizer Hit» gewonnen hatte: «Ein Scheck oder der Nobelpreis wären mir lieber gewesen.» 2007 meinte Polo über Weisswein – nachdem seine Ärzte ihm gesagt haben, dass er sterben könnte, wenn er weitertrinkt: «Das ist doch beinahe wie Sirup!» 2007 sagte er im Rahmen desselben Themas zum «Blick»: «Ich hatte 40 Jahre Chilbi und Party. Das kostet halt etwas, das Leben ist ein Risiko.» 2011 zur «Aargauer Zeitung»: «Woodstock habe ich verpasst. Ich war sieben Wochen im Knast wegen ‹Sachentziehung›. Das ist kein Diebstahl, aber fast.» 2011 bei TeleZüri: «Wer schwankt, hat mehr vom Weg.» 2015 versuchte er, sich in der «Berner Zeitung» an seinen ersten Gurtenfestival-Auftritt 1991 zu erinnern: «Ich weiss nur noch, dass ich die Gage verloren habe.» 2015 im «Blick»: «Mein Motto ist: Wer langsam lebt, ist später tot. Ernsthaft: Ich habe nie länger als ein halbes Jahr vorausgeplant. Wer weiss schon, was morgen ist?» 2015, ebenfalls im «Blick»: «Mit 80 noch auf einer Bühne herumzustehen, will ich mir und auch anderen einfach nicht antun.» 2016 in «Der Bund», nachdem er die Lungenkrebs-Diagnose erhalten hatte: «Es wird stoppen, aber ganz weg gehts nicht mehr. (...) Schlussendlich habe ich sogar eine Frau geheiratet, die ein Bestattungsunternehmen hat.» 2017 zu 20 Minuten, als seine Statue daheim in Oberhofen am Thunersee enthüllt wurde: «Ich sehe ein wenig gefährlich aus. Der Chef halt. (...) Sie ist so bleich wie ich.» 2017 in seiner eigenen Todesanzeige, die er vor seinem Tod verfasst hatte: «Am Samschtig, 22. Juli, churz vor Mitternacht, het mys letschte Stündli gschlage und i bi zfriede deheime ygschlafe. (...) I säge: Tschou zäme, es isch schön gsy!»

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Der Berner Musiker Polo Hofer ist tot. Mit 72 Jahren starb er am Samstagabend daheim in Oberhofen am Thunersee; seine Familie gab seinen Tod am Montagabend bekannt.

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Er gilt als Pionier des Mundart-Rock und zeichnet sich für viele Schweizer Kultlieder verantwortlich. Auch abseits der Livebühne sorgte Polo immer wieder für Wirbel – vor allem mit seinen oft derben Sprüchen.

In der Bildstrecke sehen Sie eine Auswahl seiner besten Zitate.


Die Schweiz hat ihren berühmtesten Mundart-Rock-Pionier verloren. (Tamedia/SRF/20 Minuten)

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bergkamp Mag Polos Vollgaslebensstil am 25.07.2017 00:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Läbä statt kläbä

    Er hat gelebt ... und wie!!!

  • RM am 25.07.2017 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RIP

    Danke Polo! Säg aune dört obe, d'Stüehl ewäg!!!

  • D. Zuger am 25.07.2017 00:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruhe zufrieden Polo

    Er hat sich seine eigene Welt und sein Leben stets selber verdient. Er ist keinem Amt und/oder Steuerzahler zur Last gefallen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Te Rasse am 25.07.2017 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade und traurig

    Einer der wenigen Menschen die mehr geben als dass sie nehmen!

  • Viola am 25.07.2017 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frieden

    Er hat zu etwas gebracht er ist durch seine Musik sicher Multimillionär geworden,

    • Flury Ermevin am 25.07.2017 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Viola

      Es ist einfach traurig was da passiert ist

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  • Legalize it am 25.07.2017 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Muttermilch

    In einer Talkshow im Schweizer Fernsehen Ende der 80-er, wo es um die Frage ging, ob Cannabis eine Einstiegsdroge sei, sagte er: "Wer sagt, Cannabis sei eine Einstiegsdroge für harte Drogen, kann gerade so gut behaupten, die Muttermilch sei Einstiegsdroge für den Alkoholiker."

  • Manager am 25.07.2017 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Anspornung

    für viele Trögeler, Alkoholiker und Arbeitslose, macht Musik und haltet diese Lebensform aufrecht, dann wird etwas aus euch.

    • Ueli am 25.07.2017 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Manager, na ja

      Von welchem Wort sich der Begriff "Trögeler" ableitet, weiss ich nicht, lieber Manager. Aber Sie haben recht: Kreatives kulturelles Schaffen bringt den Menschen in der Tat weiter. Für Spiesser reicht es nur für eine betriebliche Karriere.

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  • Scorpionne am 25.07.2017 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Kein echter Revoluzzer!

    Ich mag seine Musik! Was mich aber stört und das ist nicht Polo's Problem,sondern ein Gesellschaftliches: wenn Jemand dasselbe macht,vielleicht noch besser,aber kein Geld damit verdient, gilt Derjenige als krank und landet nicht selten in einer Geschlossenen. Da gilt wieder: es ist nicht dasselbe wenn zwei dasselbe machen. Wer in diesem Land Geld verdient, muss immer falsche Kompromisse eingehen und mitspielen. Tut man das nicht, wird der Erfolg verhindert!