Ex-Missen-Chefin klagt an

31. Januar 2019 10:45; Akt: 31.01.2019 14:46 Print

«Auch mein Lohn wurde bis heute nicht bezahlt»

Eine Woche nachdem Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer ihres Amtes enthoben wurde, spricht die Ex-Missen-Chefin Klartext. Sie kritisiert die Organisation hinter der Wahl scharf.

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Angela Fuchs wollte als CEO der Miss-Schweiz-Organisation die Schönheitswahl auf neue Wege führen. 2017 übernahm sie mit den Geschwistern Iwan und Andrea Meyer die Marke. Im Monat der Wahl von Jastina – im März 2018 – kündigte sie bereits wieder. Aus dem Verwaltungsrat schied sie im Juni aus. Fuchs ist noch zu 50 Prozent als Aktionärin beteiligt. Operativ ist die Luzernerin nicht mehr tätig, sie werde bei einer allfälligen Neuausrichtung der Marke nicht mitarbeiten. Sie sagt: «Ich glaube weiterhin an die Marke Miss Schweiz. Aber nur, wenn es drastische Veränderungen gibt.» ... Geschwistern Iwan und Andrea Meyer die Marke. Im Monat der Wahl von Jastina im März 2018 kündigte sie bereits wieder. Aus dem Verwaltungsrat schied sie im Juni aus. Jastina Doreen ist seit einer Woche nicht mehr Miss Schweiz. Auf einem Instagram-Post vom Tag vor der Freistellung schreibt sie: «Lebe deine eigene Melodie des Lebens und tanze nicht nach Noten anderer, denn diese können dich aus dem Takt bringen.» Spielt sie damit auf die turbulente Missen-Zeit an? Am 10. März 2018 wurde sie in Baden zur Miss Schweiz gekürt. «Trotz ihres Potenzials hielt sich das Interesse an der Person von Jastina Doreen Riederer nach der Wahl in Grenzen», schreibt die Miss-Schweiz-Organisation jetzt. Wann und ob eine nächste Wahl stattfindet, ist trotz ihrer Entlassung offen. Zuletzt war Jastina in Bangkok bei der Miss-Universe-Wahl für die Schweiz am Start. Die Miss-Organisation schreibt: «Ihr Hauptinteresse im Amtsjahr galt vor allem der Teilnahme an der Miss-Universe-Wahl, um Ihrem grossen Traum, ein Victoria's-Secret-Model zu werden, näher zu kommen.» «Letzter Schliff für Miss Universe»: Am Tag vor dem Abflug hübschte die 20-jährige Miss beim Bleaching nochmals ihr Mundwerk und ... ... ihre Mähne auf (natürlich schnitt sie nur die Spitzen). Jastinas Stofftierchen hatte ihr schon bei der Miss-Schweiz-Wahl im März Glück gebracht. Auch in Bangkok sollte es sie zum Sieg führen. «Ich will die Krone», sagte sie. Am Ende schaffte es Jastina nicht in die Top 20. Knapp drei Wochen weilte Jastina in Bangkok. Fürs Finale reiste dann auch ihr Mami aus der Schweiz an. Jastina war die erste amtierende Miss Schweiz seit fünf Jahren, die an der Miss-Universe-Wahl antrat. Jastinas grosse Leidenschaft: Nutella. Den Schoggi-Aufstrich nahm sie sogar nach Bangkok mit. Für einmal ungeschminkt: Für 20 Minuten legte Jastina kurz nach der Miss-Schweiz-Wahl ihre Maske ab und zeigte sich sogar ohne künstliche Wimpern. Sie träumte schon als Kind vom Krönchen: «Träume sind dazu da, hart für sie zu arbeiten», schrieb sie zu diesem Insta-Bild. «Du schaffst es, wenn du willst!» Titel und Krone ist sie nun los – davon erfahren hat sie von den Medien. Die Organisatoren hätten sie nicht erreicht, um ihr die Freistellung mündlich mitzuteilen.

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Ein neuer Akt im Missen-Theater: Angela Fuchs, die ehemalige Chefin der Miss-Schweiz-Organisation, kritisiert in einer Mitteilung die Absetzung von Jastina Doreen Riederer (20) scharf. Fuchs greift die Verantwortlichen, das Geschwisterpaar Iwan und Andrea Meyer, frontal an – den Entscheid zu Freistellung findet sie «unverständlich», den Organisatoren fehle das «nötige Know-how im Entertainment-Geschäft». Auch sie hat eine Betreibung gegen die Verantwortlichen eingeleitet.

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Die Ex-Missen-Chefin über Jastinas Freistellung:

«Für mich ist unverständlich, dass man Jastina sechs Wochen vor Amtsende entlässt, und vor allem verstehe ich nicht, wieso man das auf diese Art getan hat. Auch ist es für mich unerklärlich, warum man ihr verbietet, sich Ex-Miss Schweiz zu nennen. Sie wurde regulär gewählt und hat meines Erachtens das Recht, sich Ex-Miss Schweiz nennen zu dürfen.»

Die Zusammenarbeit mit Jastina:

«Ich habe Jastina als sehr liebevolle, humorvolle und engagierte junge Frau kennengelernt, die ihren Job möglichst gut machen wollte. Sie hat besondere Talente und diese galt es unsererseits zu fördern und zu ‹schleifen›.»

Der Beweggrund hinter ihrer Stellungnahme:

«Iwan und Andrea Meyer sind sich diese Publizität nicht so sehr gewohnt und suchen sie nicht. Vielleicht haben sie gar nicht realisiert, was sie mit ihrer Aktion anrichten. Das ist auch der Grund, wieso ich nun an die Öffentlichkeit trete. Ich werde immer noch als Gesicht dieser Organisation angesehen, auch wenn das seit dem Frühjahr 2018 nicht mehr zutrifft. Ich kann diese öffentliche Demütigung von Jastina keinesfalls gutheissen.»

Die Inhaber der Marke Miss Schweiz:

«Ich habe die Geschwister Meyer auch so erlebt, dass sie gern alles kontrollieren und im Griff haben wollen, aber leider weder über das nötige Know-how noch über die nötige Erfahrung im Entertainment-Geschäft verfügen. Auch wir hatten unterschiedliche Auffassungen einer fairen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit. So wurden mein vereinbarter Lohn und meine Spesen bis heute nicht bezahlt. Zudem hat die Organisation auch mich verbal und schriftlich beleidigt. Eine gute Zusammenarbeit war unmöglich.»

Die Vermarktbarkeit einer Miss Schweiz:

«Ich glaube immer noch, dass man in der Schweiz als Miss gut verdienen kann. Einige Ex-Missen leben uns das täglich vor. Mit den richtigen Managern hätte auch die Marke Jastina Doreen Riederer funktionieren können und kann es noch immer. Aber da braucht es Profis, die sich ganz der Person annehmen.»

Die Zukunft:

«Ich wünschte mir, dass eine neue Organisation kommt. Die
Miss Schweiz soll Synonym für eine moderne, engagierte, clevere und gewinnende Schweizerin sein. Und das Konzept ein tragfähiges, nachhaltiges Business-Modell.»

Nachtrag:
Angela Fuchs hat die Marke Miss Schweiz 2017 mit den Geschwistern Meyer übernommen. Im Monat nach der Wahl von Jastina im März 2018 hat sie als CEO der Miss-Schweiz-Organisation gekündigt. Sie ist noch zu 50 Prozent als Aktionärin beteiligt. Sie ist aber nicht mehr operativ tätig und sie mische sich «deshalb auch nicht in die weitere Gestaltung der Miss-Schweiz-Wahl ein», wie Fuchs zu 20 Minuten sagt.

Wegen den ausstehenden Zahlungen hat Angela Fuchs eine Betreibung eingeleitet, wie sie 20 Minuten bestätigt. Die Geschwister Meyer verweisen auf Anfrage weiterhin auf die Mitteilung von vergangener Woche. Man wolle zum Schutz von Jastina nicht Stellung nehmen.


Video: Die Miss Schweiz 2018 mistet aus.

(fim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Stolte am 31.01.2019 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Lohn?

    Das ist wirklich eine missliche Situation. Man vermisst das Geld, auch wenn man selber keine Miss ist.

    einklappen einklappen
  • MadMax am 31.01.2019 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brauchts nicht

    Es braucht gar keine misswahl. Schaut niemand und es interessiert niemand. Braucht dann auch keinen lohn

    einklappen einklappen
  • Baresi am 31.01.2019 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Wen interessiert das, kein Mensch braucht diese Misswahlen. Ist für nichts.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • steve68 am 31.01.2019 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    echt solches Theater um ..

    nichts und weder nichts geht mir sowas von ....

  • U. Schulz am 31.01.2019 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cashless

    Keine Kohle zu kriegen ist echt unterirdisch.

  • Europäer am 31.01.2019 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Verschwendung

    Abschaffen, diesen Mist. Es braucht keine Miss.

  • Mister Knete am 31.01.2019 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch verstandener Titel

    Eigentlich müsste die Wahl "Miss(ing) Money" heissen. Irgendwie wollen alle Miss sein und wundern sich dann, wenn die Kohle vermisst wird.

  • Catboot am 31.01.2019 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitszeugnis

    Überlegt mal, wenn im Arbeitszeugnis stehen würde: "er wollte seinen Job möglichst gut machen." Verheerend!