Über Federers PR

08. Mai 2014 15:40; Akt: 08.05.2014 15:42 Print

«Roger Federer hat kaum Fehler gemacht»

von Lorena Sauter - Angelina Jolie, Ashton Kutcher und Co. verkaufen intime Bilder teuer an die Presse. Nicht so Roger Federer. Er setzt auf Social Media. Ein Kommunikationsexperte sagt, was cleverer ist.

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Angelina Jolie und Brad Pitt bekamen für das erste Bild ihrer gemeinsamen Tochter Shiloh vier Millionen Dollar vom «People»-Magazin. Ihr Hochzeitsbild spülte Ashton Kutcher und Demi Moore drei Millionen in die Tasche. Roger Federers Bild seiner Zwillinge Charlene und Myla brachte ihm null Franken. Er postete es via Fabebook. Und das macht er gerne mit privaten News. Ob die Schwangerschaften von Mirka oder Geburtsnews – Neuigkeiten verbreitet er vorwiegend via Social Media. Warum?

«Es ist sicher nicht positiv fürs Image, Bilder der Presse zu verkaufen», sagt Kommunikationsexperte Roger Huber zu 20 Minuten. Als Promi sei es wichtig, sich zu überlegen, was man den Fans zurückgeben könne, ohne einen monetären Vorteil zu erlangen. Zudem seien diese Entscheidungen Charaktersache.

«Ein Tropfen auf den heissen Stein»

Also alles clevere Strategie von Federer? Zwar findet es Huber durchaus eine nutzbringende Sache, Pressegelder für den guten Zweck zu spenden. Dass sich das Tennis-Ass aber dagegen entscheidet, kann er nachvollziehen: «Federer hat kaum Fehler gemacht in seinen öffentlichen Auftritten. Ihm gelingt in jedem Bereich ein guter Aufschlag.»

Doch würde ein Schweizer Sportler überhaupt in der gleichen Liga spielen wie Angelina Jolie und Co.? «Federer gehört zweifelsohne zu den weltweit bekanntesten Sportlern. Doch PR hat für Sportler generell eine andere Bedeutung als für Hollywoodstars. Letztere müssen teilweise jahrelang davon leben», erklärt Huber. Zudem sei die Yellowpress in England und den USA viel grosszügiger als in der Schweiz. «Bei seinem Einkommen wären die Beträge hierzulande bloss ein Tropfen auf den heissen Stein.»