Naomi Lareine

16. Oktober 2019 04:53; Akt: 16.10.2019 10:30 Print

«Ich singe nur noch über Girls»

Die Zürcher Musikerin Naomi Lareine hat ihre erste EP veröffentlicht. Im Interview erzählt sie, wer ihr grösstes Idol ist. Und wie sich ihre Musik nach ihrem Outing verändert hat.

Naomi Lareine spricht über ihre Kindheit und Dates – und singt a cappella! (Video: T. El Sayed)
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Naomi, wann hast du das erste Mal gecheckt, dass deine Musik eine grosse Reichweite hat?
Diesen Sommer, als ich realisierte, wie viele Veranstalter mich buchen. Das war ganz schön krass: Schliesslich hatte ich erst drei Songs auf Spotify, als die Festival-Anfragen kamen.

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Kennst du Naomis Musik?

Auch im Radio laufen deine Songs immer mehr. Wie war es, als du dich zum ersten Mal selbst im Radio gehört hast?
Mega crazy. Das war im vergangenen Winter, ich konnte es gar nicht fassen. Aber: Nur weil meine Musik im Radio kommt, habe ich noch gar nichts geschafft. Ich will noch viel mehr erreichen.

Was konkret?
Mein Ziel ist es, mit meinem Team an die Spitze zu kommen – weltweit. Auf Tournee gehen zu können und die Welt zu sehen. Ich möchte kein 0815-Leben führen.

Wie willst du das schaffen?
Ich möchte gute Musik produzieren und stets einfach alles geben. Ich sehe das simpel: Wenn ich vollen Einsatz gebe, dann werde ich meine Ziele erreichen – wenn ich faul bin, wird nichts daraus.

Mit ihrem Song «Issa Vibe» landete Naomi erstmals im Radio.

Seit wann machst du überhaupt Musik?
Ich singe, seit ich ein Kind war. Mit 16 fing ich an, Gesangsstunden zu nehmen. Richtig ernst bin ich seit 2018 dran: Da hab ich meine erste Single veröffentlicht.

Und was hast du neben der Musik gemacht?
Ich habe Fussball gespielt und war sogar in der Schweizer Nati.

Wann kam der Entschluss, mit Fussball aufzuhören und auf die Musik zu setzen?
Es hatte sich einfach richtig angefühlt, aufzuhören. Ich hatte meine Ziele erreicht, wurde mit meinem Team Schweizer Meister. Da wusste ich: Jetzt ist es Zeit für ein neues Kapitel.

Was inspiriert dich zu deiner Musik?
Meine eigene Lebenserfahrung. Alltägliche Dinge, die um mich herum passieren. Musikalisch schaue ich zu Alicia Keys hoch – sie ist mein Idol.

Naomi Lareine wuchs mehrheitlich in Zürich auf – als Kind hat sie aber eine Zeit lang in Bern gelebt.

Möchtest du mit deiner Musik etwas bewirken?
Meine Songs sollen andere ermutigen, zu sich selber zu stehen. Ich selber bin lesbisch – für mich ist es wichtig, auch in Bezug auf Sexualität Akzeptanz für alle zu schaffen. Und zu zeigen, dass Homosexualität etwas völlig Normales ist.

Wie zeigt sich das in deinen Songs?
Früher habe ich in Liebesliedern über Jungs gesungen. Damals hatte ich Liebe im romantischen Sinn selber aber noch gar nicht erlebt – weder mit einem Mann noch mit einer Frau. Nach meiner ersten Liebesbeziehung, die mit einer Frau war, änderte sich das. Seither singe ich natürlich nur über Girls.

Hat dich das Überwindung gekostet?
Es war für mich ein grosser Schritt. Aber ich wollte authentisch sein, zu der stehen, die ich bin. Seit ich von Frauen singe, ist meine Musik viel realer. Der ganze Vibe hat sich verändert und ich bin extrem daran gewachsen.

Hörst du dir deine alten Lieder noch an?
Manchmal, ja. Sie waren nicht schlecht. Aber ich spüre, dass die Vibes nicht stimmig waren.

Und was steht bei dir noch so an?
Meine EP ist gerade erschienen, das freut mich riesig und hat jetzt Priorität. Mein Team und ich haben wahnsinnig viel Arbeit reingesteckt. Ich bin wirklich stolz auf die neue Musik.

Am vergangenen Mittwoch hat Naomi ihre erste EP «Unchained» releast – die Plattentaufe dazu findet am 15. November im Exil in Zürich statt.

(mim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • no name am 16.10.2019 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    noch nie gehört

    Woher kommen alle diese neuen superstars? Wie wird man ein superstar? Macht man da eine Lehre? Wo kann ich mich bewerben? Ich will auch!

    einklappen einklappen
  • Andi B am 16.10.2019 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nix

    Egal ob Lesbisch oder nicht, die Musik ist schlecht, Das sich jeder gleich als Künstler sieht, egal was er oder sie abliefert, finde ich erschreckend.

  • Mr. Spock am 16.10.2019 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darüber gibt es auch

    genügend Stoff, reicht für 100 Leben

Die neusten Leser-Kommentare

  • Musiker am 16.10.2019 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Priorität

    Und wann macht diese Musikerin einmal ein Album, welches ihr musikalisches Schaffen dokumentiert. Eine EP ist nichts was man anfassen und behalten kann. Haben diese Künstler überhaupt die Kontrolle über ihr musikalisches Schaffen oder lassen sie sich reihenweise von Möchtegernproduzenten über den Tisch ziehen?

  • Ki k am 16.10.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück!

    Cool - Love it!! Wir sollten unsere Schweizer Musiker mehr Unterstützen! Go for it Naomi!!

    • Marco am 16.10.2019 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ki k

      Ja Lesben und Bi Girls sind die besten Freundinnen.

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  • no name am 16.10.2019 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    noch nie gehört

    Woher kommen alle diese neuen superstars? Wie wird man ein superstar? Macht man da eine Lehre? Wo kann ich mich bewerben? Ich will auch!

    • Tomson1994 am 16.10.2019 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @no name

      Kriterien; Instagram, Gym Abhängigkeit & starker Narzissmus ist heutzutage das Sprungbrett zum 'Superstar' Leute nehmen sich echt viel zu wichtig, ich lach mir da nur einen ab :-)

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  • Andi B am 16.10.2019 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nix

    Egal ob Lesbisch oder nicht, die Musik ist schlecht, Das sich jeder gleich als Künstler sieht, egal was er oder sie abliefert, finde ich erschreckend.

  • F. wenk am 16.10.2019 05:31 Report Diesen Beitrag melden

    Klingt ja nicht schlecht, aber...

    Wenn sie Erfolg haben will, muss sie noch stark an sich selbst arbeiten. Sie wirkt life sehr nervös, kann kaum mit dem Publikum interagieren und spielt neben ihrem "Team" weniger als die zweite Geige. Sie mag Potential haben, aber zur Zeit lohnt sich ein Konzertbesuch schlicht und einfach nicht.