Gülsha kritisiert Büssi-Talkformat

08. November 2019 14:14; Akt: 08.11.2019 14:17 Print

«Warum noch einen rein männlichen Podcast?»

Schlagabtausch zwischen Schweizer Comedians auf Instagram: Dass SRF einen neuen Podcast mit drei Männern hat, führt zu einer hitzigen Geschlechterdiskussion.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Drei «Quotenmänner» sinnieren neuerdings in einem SRF-Podcast über die Schweiz und das Leben. So heisst das satirische Talkformat von Stefan Büsser (34) und den Comedy-Autoren Michael Schweizer und Aron Herz. Die erste Folge ist gerade erschienen und hat nun eine Geschlechterdiskussion entfacht.

Umfrage
Was hältst du von der ganzen Podcast-Diskussion?

«Ich verstehe wirklich nicht, weshalb die Menschheit einen weiteren rein männlichen Podcast benötigt», kritisiert Comedian und Moderatorin Gülsha Adilji (34) am Donnerstag auf Instagram. Und fordert eine Erklärung: «SRF please explain.»

«Es ist ist eine Strukturkritik»

Nicht der Sender hat darauf reagiert, sondern «Quotenmann» Michael Schweizer. «Hallo Gülsha, deine Bewerbung gerne an: ichwillaucheinenpodcast@srf.ch», antwortete er auf seinem Insta-Account. Und fügte an: «Viel Glück und liebe Grüsse, Michael.»

Gülsha wiederum stellte unter Schweizers Post klar: «Jesses Michi! Es ist eine Strukturkritik, keine Missgunst, um Gottes willen», antwortete sie in den Kommentaren. «Und ich käme sonst mal als Gast für Quotenverdichtung.»

«Hätte mir inhaltliche Kritik gewünscht»

Unterstützung bekommt sie von Berufskollegin Lisa Christ (28), die ihrerseits eine Erklärung von SRF forderte: «Yes pleeease explain.» In einem Story-Video führt sie weiter aus: «Vielleicht heisst ja dieser Podcast ‹Quotenmänner›, weil derjenige, der das gepostet hat, der ein Quotenmann ist, der immer noch nicht gecheckt hat, was strukturelle Diskriminierung ist und was das heisst. Und warum der Post von Gülsha keine persönliche Beleidigung ist, sondern einfach ein Hinweis auf Strukturen, die sich 2019, fast 2020 endlich geändert haben sollten», so die Slam-Poetin und Autorin.

Auch Büssi hat sich in die Diskussion eingeschaltet. «Liebe Gülsha», schreibt er seine Kollegin direkt an. Und holt zu einem ausführlichen Antwort-Post aus. «Die Welt braucht grundsätzlich gar keine Podcasts.» Die «mitunter besten und erfolgreichsten Podcasts bei SRF» würden von Frauen produziert. «Ich hätte mir eine inhaltliche Kritik von dir gewünscht, zum Beispiel, was du von unseren drei weiblichen Comedians hältst, die wir im Podcast empfehlen», so Büsser weiter.

Community diskutiert mit

Er forderte seine Community zudem zu einer «konstruktiven Kritik und sachlichen Diskussion» auf. Zahlreiche haben die Plattform darauf genutzt und ihre Meinung kundgetan. Büssis Reaktion sei eine «treffende, sachliche und vorbildliche Antwort auf übertriebenes und unverständliches Mimimi», schrieb beispielsweise ein User. Ein anderer findet den Podcast zwar «inhaltlich genial, aber ihr seid halt drei Männer. Das geht gar nicht.»

Comedian Patti Basler (43) gibt unter dem Post zu bedenken: «Wenn man sich ironischerweise ‹Quotenmänner› nennt, muss man natürlich damit rechnen, dass man ebenso ironisch zur Notwendigkeit von Männerquoten befragt wird.» Gülshas Frage sei «kein Mimimi», nur eine Frage. Dass das gewissen Menschen «auf die Eier» gehe, müsse wohl so sein. «Auf die Eierstöcke gehts ja auch schon lang.»

Auf Anfrage von 20 Minuten weist das SRF darauf hin, dass man zahlreiche Podcasts von und mit Frauen im Angebot habe. «Männer genauso wie Frauen dürfen ihre Podcast-Konzepte jederzeit einreichen, damit wir diese prüfen können», so Susanne Witzig, Programmentwicklerin und Projektleiterin von «Quotenmänner». «In diesem konkreten Fall waren es Stefan Büsser, Michael Schweizer und Aaron Herz – also drei Männer – die die Idee zu diesem Podcast hatten und ein entsprechendes Konzept eingereicht haben.»

(kfi)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gurke01 am 08.11.2019 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kann's nicht mehr hören

    Wegen solchen Aktionen wird die ganze Geschlechterdiskussion von niemandem mehr ernst genommen. Anfangs hatte die Diskussion durchaus seine Berechtigung. Inzwischen hängt es aber jedem zum Hals raus und hat mehr mit "Nicht-Gönnerismus" zu tun als einer Diskussion. Schade wars ¯\_()_/¯

    einklappen einklappen
  • Keinen Plan am 08.11.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    privilegierte weisse Männer

    In wie weit sind weisse Männer hier in der Schweiz gegenüber weissen Frauen privilegiert? Vor dem Gesetz kann es ja nicht sein (Wehrpflicht, Rentenalter usw.), in der Bildung auch nicht und selbst beim Fitnesscenter oder den Parkplätzen nicht. Sehr erstaunlich, wenn solche Aussagen hier in der Schweiz gemacht werden.

    einklappen einklappen
  • Herr Je am 08.11.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Liefern statt fordern

    Ach dieses ewige Fordern. Das ist doch nur eine Neidforderung, ob Gülsha oder Patrizia Laeri. Immer jammern wenn irgendwo Männer am Drücker sind. Gründet doch selber eine Firma oder habt eine Idee, die jemand cool findet. Dann könnt ihr entscheiden, wer am Drücker ist und wie ihr die Positionen besetzen wollt. Nehmt euch ein Beispiel an erfolgreichen Frauen, z.B. der neuen CEO von SAP, welche durch Leistung aufgestiegen ist, nicht durch neiderfüllte Forderungen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jille am 09.11.2019 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundlegende Frage

    Haben Männer heutzutage überhaupt noch eine Daseins-Berechtigung? Ich frage mich das weil ich mit einem Mann verheiratet bin und einen kleinen Sohn habe. Im Sommer erwarten wir unser zweites Kind - wieder einen Jungen. Ist das in der heutigen Zeit noch vertretbar, liebe Gülsha? So viele böse Männer überall - und ich "fördere" das noch...

  • Sushimama am 09.11.2019 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Männerhumor

    Ich persönlich finde den Humor von Männern einfach besser. Nicht beledigend, nicht unter der Gürtellinie. Aber das ist nur mein Geschmack.

  • hgidl am 09.11.2019 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht langsam!

    Wo liegt das Problem dieser Gülsha. Das Zielpublikum will das so, müssen sich Exponenten wie diese Gülsha immer überall reindrängen müssen. Es gibt reine männliche oder weibliche Podcasts und auch gemischte. Irgendwann ist es einfach mal genug und nervt!

  • Paula am 09.11.2019 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Lass es Gülsha

    Da schiesst Gülsha am Ziel vorbei. Auch Männer sind Menschen und können (fast) alles machen was sie wollen. Hätten drei Frauen das Gleiche gemacht, so wäre alles super. Gülsha möchte einfach zum SRF. Da liegt doch die Ursache für Ihre Reaktion.

  • Real Konfuzius am 09.11.2019 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Liebe Gülsha, die Antwort ist so einfach und logisch. Hazel Brugger ist nicht im Ansatz witzig, du mehr peinlich und nur dadurch lustig. Büssi trifft aber genau den Nerv der Zeit und ist dabei super witzig. Darum schaut und hört man ihm gerne zu.