Zazou nach der Motto-Show

06. März 2011 17:19; Akt: 06.03.2011 18:46 Print

«Wir sind alle gestresst und müde»

von Bettina Bendiner - Zazou Mall hat es geschafft: Die Zürcherin darf auch in der nächsten Live-Show von «Deutschland sucht den Superstar» antanzen. 20 Minuten Online war bei Zazous Triumph dabei.

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Der sich als Schlager-Onkel vermarktende Kandidat Norman Lange wähnt sich in seinem Element und legt gleich mit einem Gassenhauer des Aprés-Ski-Genres los: «Ein Stern» von DJ Ötzi und Nik P. Als Zweite ist die Zürcherin Zazou Mall am Start. Souverän umschifft sie mit einer Performance von Lady Gagas «Born This Way» jegliche Ballermann-Anleihen und legt den weitaus kosmopolitischsten Auftritt des Abends aufs Parkett. Während Patrick Nuo Zazou mit Attributen wie «sexy», «bombastisch» oder «abgegangen wie eine Rakete» überhäuft, zeigt sich Juror Dieter Bohlen gewohnt kritischer: «Du singst nicht so gut wie du aussiehst.» Als nächstes folgt Nina Richel (17) – Grund genug für die Regiem nochmals den Divenkrieg zu thematisieren. Bohlen nervt sich vor allem darüber, dass sie und Zankkollegin Woitschak «99.99 Prozent der Zeit nur in Scheisse investiert» hätten. «In einer Woche einen einzigen Song zu lernen – das bring ich sogar einem Hamster bei!» Der Österreicher Marco Angelini ist angehender Arzt, scheut sich aber nicht, im wohl behämmertesten Aufzug des Abends auf die Bühne zu gehen. Im Wurzelsepp-Outfit versucht er Norman Lange in seinem eigenen Spiel zu schlagen. DSDS-Küken Sebastian Wurth singt den Udo-Jürgens-Oldie «Ich war noch niemals in New York» - allerdings in der Version von Sportfreunde Stiller. Nuo eröffnet ihm: «Nicht mein Geschmack heute Abend. Die Strophen waren schwach, Refrain war … gut.» Die eiserne Jungfrau Anna-Carina Woitschak, die so reuelos Bitchiness an den Tag legte, singt «I Will Survive» von Gloria Gaynor, allerdings in einer Sprache, die es noch zu entdecken gilt. Marvin Cybulski sieht weiterhin nach dem aus, was er in Wirklichkeit auch ist: Der Proll mit Soul; einer der am liebsten am Samstag zum Fussball geht und Wurst und Bier reinhaut. Auch die Songauswahl - «1001 Nacht (Zoom)» von Klaus Lage – passt zum Gesamtpaket, auch wenn er nicht der optimale Track ist, um sein gesangliches Potential zur Schau zu stellen. Ardian Bujupi will mit «Tonight (I'm Loving You)» von Enrique Iglesias auf Stimmenfang gehen. Nuo beschreibt ihn als «geiler Performer». Fernanda als «Disco-Kanone». Es folgt Trainingsanzug-Gott Pietro Lombardi mit «Freaky Like Me» von der Gruppe Madcon. Dieter moniert, der Song habe eigentlich zwei Strophen. Pietros Replik hat das Zeugs zum Zitat des Abends: «Ich hatte die zweite Strophe schon gelernt, doch die anderen haben … die meinten … ich habe, weisst du … äähh … Scheisse, egal!» Nun wird fast zwei Stunden lang gewählt. Nina Richel bekommt in der Zwischenzeit nochmals einen Ohnmachtsanfall. Bei der Rangverkündung darf sie sitzen. Zazou, Lichtblick des Abends, die so mir nichts dir nichts professionell ihren Job erledigte und auf Boulevardfutter verzichtete, ist weiter. Den Hut nehmen musste völlig überraschenderweise Marvin Cybulski.

Am 5. März 2011 stand die zweite Show von «Detuschland sucht den Superstar» unter dem Motto Aprés Ski Hits. Die Schweizerin Zazou Mall schaffte die Hürde in die nächste Sendung.

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Zazou, gratuliere. Du hast es geschafft ...
Mich hat alles, was heute passiert ist, total überrascht. Aber eine kleine Stimme sagte mir: Heute schaff ich es. Ich habe so gehofft, dass ich weiterkomme.

Bist du traurig, dass Marvin raus ist?
Marvin war unser Papi. Er war immer für uns da. Ich dachte, er gehört zu den Favoriten. Das war wieder einmal ein Schock.

Was fehlt ohne ihn im Haus?
Er ist der Älteste, gibt uns viele Ratschläge, holt uns runter. Man kann gut mit ihm reden. Wenn er was sagte, hörten wir hin. Er wird sehr fehlen.

Bricht jetzt das Chaos aus?
Ich weiss nicht, das kann sein. Wenn Marvin, der sagt, wies läuft, nicht mehr da ist, kann ich mir das schon vorstellen. Wir sind alle gestresst und müde.

Nach Ninas Zusammenbruch – was denkt man sich da als WG-Kollegin?
Es war das erste Mal, dass so etwas bei «DSDS» passiert ist. Das zeigt: Bei uns ist viel los. Schon krass, wie sie da auf dem Stuhl sass und kaum laufen konnte.

Manche denken, sie hat das gespielt. Ging es ihr wirklich schlecht?
Ich weiss es nicht. Das ist schwer zu sagen. Es ist schwierig, so eine gute Menschenkenntnis zu haben und zu wissen, ob da Taktik oder gutes Schauspiel dabei war. Ich gehe einfach immer davon aus: Niemand spielt so etwas, es ist echt. Denn die Wahrheit kommt doch sowieso immer ans Licht.

Steht euch dank des Zickenkriegs eine harte Woche bevor?
In erster Linie freue ich mich eigentlich, dass ein Mann rausflog. Und keine Frau. Ich gönn es Anna-Carina und Nina. Die Bessere soll weiterkommen.

Worauf legst du diese Woche den Fokus?
Ich versuche, mich auf jeden Fall aus dem Zickenkrieg rauszuhalten. Ich will mich auf mich konzentrieren. Dass ich zu 100 Prozent sicher bin und in der dritten Motto-Show einen guten Auftritt hinlege. Den Rest lasse ich hinter mir.

Glaubst du, die anderen Mädels beruhigen sich?
Ich hoffe, dass die beiden runterkommen und vielleicht miteinander reden und es klären. Es geht um eine dumme Sache, die nichts mit Singen zu tun hat. Und ist deshalb doch total unnötig.

Überschattet das Drama deine Freude?
Das ist schon schwierig. Nina sitzt auf dem Stuhl, kann kaum laufen – obwohl sie weiter ist. Sich da so richtig zu freuen, ist natürlich nicht leicht. Was genau passiert ist, hab ich gar nicht mitbekommen. Es war ihr wohl alles einfach zu viel.

Deine Mutter sass im Publikum. Hast du sie getroffen?

Ich habe sie nur kurz mit meinen anderen Fans gesehen. Höchstens eine Minute. Sie wollte mich umarmen, küssen. Meine Freundinnen waren auch da. Jetzt sind sie so weit für mich gereist und ich kann ihnen nur schnell hallo sagen. Dann sind sie wieder weg.