Waffeninitiative

07. Februar 2011 19:17; Akt: 08.02.2011 15:18 Print

Abstimmung mit Promi-Faktor

von Monika Rufener - Politische Engagements von Promis sind in der Schweiz nichts Neues. Auch für die Abstimmung an diesem Wochenende wurden fleissig Promis mobilisiert.

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Insbesondere die SVP hat sich die Promi-Rekrutierung auf die Fahne geschrieben. So liebäugelte die Volkspartei öffentlich mit prominenten Kandidaten für die im November anstehenden Parlamentswahlen. Besonders gerne würde die SVP den ehemaligen Skirennfahrer Paul Accola, den Berner Schmusesänger Gölä oder den «Krokus»-Leader Chris von Rohr auf ihre Nationalratsliste setzen.
Sie wären zumindest in guter Gesellschaft. So sitzen bereits Fernsehleute wie Filippo Leuenberger (FDP) oder Maximilian Reimann (SVP) im Nationalrat.

Pro Hanf oder pro Ausschaffung

Aber nicht alle Prominenten, die sich gelegentlich politisch äussern, möchten auch gleich ein politisches Amt übernehmen. Meist wird auch nur bei Sachpolitik kräftig mitgeredet. So spricht sich beispielsweise der Berner Mundartrocker Polo Hofer schon seit Jahren für eine Hanflegalisierung aus, und auch die Rapper Greis und Stress sind vor allem bei Ausländerthemen engagiert. Sogar Schönheitsköniginnen sitzen bei politischen Themen nicht auf dem Mund: Die ehemalige Miss Schweiz Jennifer Ann Gerber gab sich vergangenen Herbst als Befürworterin der Ausschaffungsinitiative.

Stefan Gubser liegt das Engagement sehr am Herzen

Am 13. Februar wird die Schweizer Bevölkerung wieder an die Urne gebeten. Dabei soll unter anderem über die Waffeninitiative abgestimmt werden. Auf der Website des Befürworterkommitees «schutz-vor-waffengewalt.ch» kommen auch einige Prominente zu Wort.

So rühren beispielsweise Schriftsteller Martin Suter, Komiker Marco Rima («Wer JA stimmt, rettet Leben!») und Moderator Frank Baumann die Werbetrommel. Weitere Befürworter der Waffeninitiative sind die ehemaligen Schönheitskönige Tim Wielandt und Anita Buri sowie Schauspieler Stefan Gubser: «Ich habe einen Freund aufgrund eines Suizids mit einer Armeewaffe verloren, darum ist mir die Initiative auch persönlich sehr wichtig», sagte der ehemalige «Tatort»-Darsteller gegenüber 20Minuten Online.

Ob die klare öffentliche Positionierung der Promis die Stimmbevölkerung mobilisiert oder ihrer eigenen Karriere gar schadet, ist unklar. Gemäss der Umfrage des «gfs.bern» wird die Abstimmung zur Initiative « Schutz vor Waffengewalt» äusserst knapp ausfallen.