«Herzflimmern» auf SF 1

22. März 2011 19:16; Akt: 22.03.2011 19:17 Print

Comeback der «Schwarzwaldklinik»

Eine Pilgerfahrt ins Glottertal können sich Fans künftig sparen: Das SRF bringt mit «Herzflimmern» den «Schwarzwaldklinik»-Herzschmerz zurück ins Wohnzimmer.

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Wer in den 80er-Jahren schon wusste, für was ein Fernseher zu gebrauchen ist, schaltete jeden Samstag um Punkt 19.30 Uhr ein: Während 45 Minuten sorgten Professor Klaus Brinkmann (Klausjürgen Wussow, †2007) und die fesche Schwester Christa (Gaby Dohm, heute 67) für Herzschmerz und kühle Kräuterwickel.

Und tausende Mädchen gerieten – noch bevor Boygroups ihr Herz eroberten – beim Anblick von Sunnyboy Udo Brinkmann (Sascha Hehn, heute 56) ins Träumen. Das war: «Die Schwarzwaldklinik» – menschliche Dramen, kalkulierte Romanzen (nie sündig, immer kompliziert) und knackige Ärzte mit blütenweisser Weste. 70 Folgen, dann war Schluss. Zwischen 2004 und 2005 dudelte die bedeutungsschwangere Intro-Melodie noch einmal quer durchs Glottertal im Schwarzwald. Ohne Erfolg. Die Wiederaufnahme floppte.

Heimweh-Romantik am See

Doch jetzt gibts Hoffnung. Das Schweizer Fernsehen nimmt «Herzflimmern – Die Klinik am See» ins Programm auf und tritt neben dem ZDF als Co-Produzent auf. Die Ähnlichkeiten der neuen Daily-Soap zur 80er-Jahre Kultserie sind verblüffend. Ebenso professionell posiert das frischgebackene Klinik-Personal vor einer wunderhübschen, romantisch verspielten Klinik. Statt im Glottertal thront diese jetzt einfach in den bayrischen Voralpen. Geleitet wird sie von einer toughen Chefärztin, undenkbar im Original, wo die Fäden noch in Männerhand waren. Und schnell ist klar: Hier gehts bald rund. Quoten-Schönling Jan Hartmann (als Oberarzt Stefan Jung) und Anästhesistin Shirley Wilson (gespielt von Caroline Beil) streiten in der Klinik am See wird kräftig.

«Die Liebesgeschichten sind fast wichtiger als die medizinischen Fälle», sagt SF-Sprecherin Manuela Kaech. Doch sie betont: «Natürlich steckt in 'Herzflimmern' einiges von der 'Schwarzwaldklinik' drin. Doch letztere war viel aufwändiger gemacht.» Ähnlichkeiten sieht Kaech eher bei den Storys: «Herzflimmern ist soft und herzerwärmend.»

Keine Angst vor neuem Flop

Deshalb macht sich das Schweizer Fernsehen auch keine Sorgen - obwohl die letzte Arzt-Serie «Tag und Nacht» beim TV-Publikum durchfiel: «Wir sind bei 'Herzflimmern' nur zu kleinen Teilen beteiligt. Und 'Tag und Nacht' wollte urban und schnell sein. Die neue Serie spricht ein ganz anderes Publikum an», so Kaech. Doch Marktanteile von 70 Prozent, wie damals dank Sascha Hehn, erwartet sie nicht: «Solche Zahlen sind heute nicht mehr realistisch.»

«Herzflimmern – Die Klinik am See», ab 4. April, täglich um 16.05 Uhr auf SF 1.

(bbe)