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12. Dezember 2011 17:32; Akt: 12.12.2011 17:33 Print

Der beste Freestyler kommt aus Luzern

von Alpcan Özkul - An der Ultimate MC Battle IX drehte sich alles um die Kunst der improvisierten Sprache. Wie sich ein Luzerner Newcomer zur Spitze hochkämpfte.

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Am Samstag fand in Bern zum neunten Mal das Ultimate MC Battle statt. Unter Kennern wird gemunkelt, dass es das bedeutendste Freestyle-Battle der Schweiz sei. 16 MCs aus der ganzen Nation, welche sich bereits bei Qualifikationen im Vorfeld profilieren mussten, traten im K.O.-System gegeneinander an. Folgende Rapper mussten sich beim Kampf am Mikrofon in der Wortgefecht-Disziplin beweisen: Cyphermaischter (GR), Laze (LU), Weibello (ZG), Theo Äro (BE), Slang'n'Easy (AG), Acid T (ZG), Mimiks (LU), Jimmy West (VS), Sömli (BS), Brauni (AG), Insomnia (ZG), C.O.R. (GR), Emeric 24 (ZH), Madsen (BE), Big Smoke (LU), Homi MC (ZH). Letzterer ging als Geheimfavorit in die Endrunde, stand er doch die letzten zwei Jahre zuvor jeweils im Finale, konnte diese aber nicht für sich entscheiden. Der Topfavorit Lo, welcher das Battle dreimal hintereinander gewann, trat dieses Jahr zur Freude vieler Freestyler nicht an, sondern sass in der Jury. Gehostet wurde der Anlass von Skibe und Baze.

Der harte Kampf um den Titel

Überraschend war, dass bereits in der Vorrunde relativ viele junge Hoffnungsträger das Feld räumen mussten. So flogen Mimiks und Weibello, die beide im Vorfeld in grossen Tönen gelobt wurden, in der Anfangsphase raus. Das Publikum war zu Beginn der Veranstaltung eher verhalten, spiegelte aber im Grossen und Ganzen das auf der Bühne Dargebotene wider: Bei emotionalen Battles war die Stimmung im ausverkauften Dachstock sensationell und bei weniger anspruchsvollen Battles war fast keine Reaktion vom Publikum wahrzunehmen. Was dem Battle fehlte, war ein Rapper wie Lo, welcher in jeder Runde ein Highlight bieten konnte. Somit zogen sich die Battles bis ins Halbfinale eher in die Länge und es konnten nicht alle Rapper so von sich überzeugen, wie es üblicherweise am Ultimate Battle der Fall ist. Ab dem Halbfinale wurde es wieder um einiges interessanter: Homi MC konnte sich gegen Slang'n'Easy durchsetzen und Acid T schlug überraschend Cyphermaischter. Somit hiess das Finale Luzern gegen Zürich. In der hart umkämpften Endrunde konnte schlussendlich Acid T den Titel an sich reissen und den ewigen Zweiten Homi MC mit dem Trostpreis nach Hause schicken. Dieser war sichtlich genervt, war er schliesslich zum dritten Mal in Folge im Finale, konnte dieses jedoch nie für sich entscheiden.

«Ich habe gewonnen, weil ich es aus Liebe mache»

Acid T, der 22 jährige Luzerner, ist hin und weg vor Freude: «Ich kann es immer noch nicht fassen. Ich bin einfach überwältigt», sagte er zu tilllate.com. «Ich habe mich nie unter Druck gesetzt, sondern das Ganze nur aus Liebe gemacht. Das ist wahrscheinlich ein Grund, wieso ich gewonnen habe. Aber es waren alle gut, das Battle war auf einem Top-Niveau», fügte er anerkennened hinzu. Baldy Minder, der Organisator des Ultimate MC Battles, meinte zusammenfassend: «Unter dem Strich war es ein cooler, friedlicher Abend. Viele junge Talente haben auf sich aufmerksam machen können und werden in Zukunft bestimmt viel von sich hören lassen. Es war niveautechnisch eher ein schwächeres Ultimate Battle, hat aber dennoch viel Spass gemacht.» Auf die Frage, ob es denn nächstes Jahr weitergehe, fügte er an: «Auf jeden Fall. Nächstes Jahr feiern wir das zehnjährige Jubiläum. Das darf man nicht verpassen!»

Das Finale

Im Video ganz oben kann man sich das Finale vom Samstag noch einmal zu Gemüte führen und die improvisierte Sprachkunst von Acid T und Homi MC bestaunen. In diesem Sinne: Let's get ready to rumble, wenn nächstes Jahr das zehnjährige Jubiläum gefeiert wird!