Gunter Sachs

08. Mai 2011 13:45; Akt: 08.05.2011 19:45 Print

Der letzte grosse Playboy ist tot

Der Schweizer Playboy und Multitalent Gunter Sachs hat am 7. Mai 2011 in Gstaad Suizid begangen. Sein bewegtes Leben in Bildern.

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Der Industriellenerbe, Fotograf, Dokumentarfilmer, Kunstsammler, Astrologieforscher und Prototyp des Gentleman-Playboys Fritz Gunter Sachs nahm sich am 7. Mai 2011 im Alter von 78 Jahren in Gstaad das Leben. Der 1932 auf Schloss Mainberg bei Schweinfurt geborene Sachs hat ein bewegtes Leben hinter sich: Den grössten Teil seiner Schulzeit und Studienjahre verbrachte er in der Schweiz. Sachs war der jüngste Sohn einer Unternehmer-Familie. Sein Vermögen wurde 2001 vom Manager-Magazin auf umgerechnet 650 Millionen Schweizer Franken geschätzt. Wegen seines extrovertieren Lebensstils galt er in den 1960er und 1970er Jahren als Playboy. Eine der berühmtesten Gespielinnen von Gunter Sachs war das französische Sexsymbol Brigitte Bardot. Mit der Schauspielerin war er von 1966 bis 1969 verheiratet. Kurz nach der Scheidung von Bardot im Jahre 1969, ehelichte er das schwedische Model Mirja Larsson, mit der er zwei Söhne hatte. Aus einer früheren Ehe stammt der Sohn Rolf Sachs. Die Mutter - Gunthers erste Ehefrau Anne-Marie Faure - starb 1958 aufgrund eines Narkosefehlers. Neben seiner Leidenschaft für schöne Frauen gehörte sein Herz vor allem der Kunst: Sachs drehte Kurzfilme und war professioneller Fotograf, unter anderem für die «Vogue». «Geklonte Amazonen und Surreale Photographie» ist eines der vielen Bilder des Multitalents. Seine Fotos sind beliebte Objekte für manchen Sammler. Gunter Sachs war aber nicht nur musisch, sondern auch sportlich begabt. Im Jahre 1959 gewann der Playboy den Junioren-Europameistertitel im Zweierbob. Er war bis zu seinem tragischen Tod Präsident des St. Moritz Bobsleigh Club. Auf sein 40-jähriges Dienstjubiläum wurde ein Platz oberhalb der Bobbahn in «Piazza Gunter Sachs» umgetauft. Am 2. März 2008 eröffnete das Multitalent seine Ausstellung «Die Kunst ist weiblich» im Leipziger Museum der bildenden Künste. Auf 2.000 Quadratmetern wurden Fotografien von Sachs und Werke aus seiner eigenen Kunstsammlung gezeigt. Das Motto begründete Sachs folgendermassen: «Erstens zeigt schon ein Blick ins Wörterbuch, dass die Kunst weiblich ist. Zweitens gibt es keine männliche Muse ...» «... und drittens kommt die wahre Kunst aus der Intuition, von der selbst wir Männer wissen, dass sie weiblich ist.» Seit 1976 war Gunter Sachs Schweizer Staatsbürger. Mit seinem selbstgewählten Tod am 7. Mai 2011 verliert die Eidgenossenschaft eine ihrer wohl schillersten Persönlichkeiten.

Ex-Playboy Gunter Sachs hat sich am 7. Mai 2011 in Gstaad das Leben genommen. Sein Leben in Bildern.

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Der Schweizer Unternehmer und Fotograf Gunter Sachs hat sich am Samstag das Leben genommen. Der 78-Jährige erschoss sich in seinem Haus in Gstaad in der Schweiz. Sachs, der drei Jahre lang mit der französischen Schauspielerin Brigitte Bardot verheiratet war, galt in den 60er Jahren wegen seines ausschweifenden Lebensstils als Playboy.

Sachs' Sohn Rolf hatte der Illustrierten «Bunte» bestätigt, dass sein Vater in seinem Chalet in Gstaad tot aufgefunden worden sei. «Focus Online» berichtete unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle, Sachs solle sich am Samstag erschossen haben.

Gunter Sachs, dessen erster Vorname Fritz ist, wurde am 14. November 1932 im fränkischen Mainberg in eine Industriellenfamilie hineingeboren. Sein Vater Willy Sachs war Inhaber der Kugellager- und Motorenwerke Fichtel & Sachs. Noch vor Gunter Sachs' drittem Geburtstag trennten sich seine Eltern, und er wuchs, nach einiger Zeit im Waisenhaus, mit seinem älteren Bruder bei seiner Mutter, Elinor von Opel, in der Schweiz auf. Sachs' Vater nahm sich 1958 in seinem Jagdhaus das Leben.

Sachs war von klein auf für Sensationen gut - mit 14 gewann er im Simultanschach gegen neun Lehrer seines Internats. Er studierte Mathematik und Wirtschaft, absolvierte eine Feinmechaniker- sowie eine Banklehre und erwarb schliesslich noch ein französisches Dolmetscherdiplom. Bis in die sechziger Jahre vertrat er die Auslandsaktivitäten der Schweinfurter Sachs-Gruppe, die sein Bruder Ernst Wilhelm nach dem Tod des Vaters leitete.

Er galt als Mitentdecker von St. Tropez

Seit im Sommer 1962 seine Liaison mit der persischen Exkaiserin Soraya Schlagzeilen machte, verfolgten die Fotografen ihn auf Schritt und Tritt. Er galt als Mitentdecker von St. Tropez, propagierte die freie Liebe und trumpfte mit seinen Liaisons und Affären auf, bis er 1966 die umschwärmte Filmdiva Brigitte Bardot in Las Vegas ehelichte. Seinem Ruf entsprechend hatte er die damalige Sexgöttin des französischen Films umworben, indem er unzählige rote Rosen auf ihr Grundstück regnen liess. Drei Jahre später trennte sich das Glamour-Paar aus Gründen, die beide bis heute für sich behalten haben.

Im November 1969, einen Monat nach der Scheidung, heiratete Sachs das schwedische Fotomodell Mirja Larsson in dritter Ehe. Aus dieser Ehe stammen seine beiden Söhne Christian Gunnar und Claus Alexander. Seine erste Frau, Anne-Marie Faure war 1958 an den Folgen eines Narkosefehlers gestorben. Aus dieser Ehe stammt sein Sohn Rolf.

Sachs machte sich auch als Produzent und Kameramann von Dokumentarfilmen einen Namen, unter anderem über fremde Kulturen und Mythologien in der Südsee. Für seinen Wintersport-Film «Happening in White» im Jahr 1970 wurde ihm der erste Preis des Internationalen Olympischen Komitees verliehen.

Sachs genoss auch als Kunstsammler einen besonderen Ruf

Sachs war 1974 Fotograf des offiziellen Plakats der Messe «Photokina». Sämtliche Erlöse aus den Verkäufen der fotografischen Werke von Sachs kamen der Stiftung seiner Frau Mirja für Not leidende Kinder in aller Welt zugute.

1995 gründete Sachs ein «Institut zur empirischen und mathematischen Untersuchung des möglichen Wahrheitsgehaltes der Astrologie in Bezug auf den menschlichen Charakter». Zwei Jahre später erschien sein Buch «Die Akte Astrologie». Er selbst sah seine typischste Eigenschaft als Skorpion «mein Eulenspiegel-Zwinkern».

Auch der Kunstsammler Sachs hatte im internationalen Vergleich eine Sonderrolle inne. Weil er zu Salvador Dalí, Yves Klein und Roy Lichtenstein enge persönliche Kontakte pflegte, zählte seine Sammlung zeitgenössischer Kunst zu den bedeutendsten in Europa.

(mor/ap)